Calico - Cover

Calico

 Für Familien - Konfliktfrei - Solo spielbar - Zu zweit spielbar

- 14.Dez.2020

Manchmal möchte man einfach eine Katze sein. Den ganzen Tag einfach nur mit den schönen Dingen im Leben verbringen. Fressen, Schlafen und sich zwischendurch Streicheleinheiten abholen. Einfach ohne große Sorgen, da der persönliche Dosenöffner auf jedes noch so kleine Geräusch bereitwillig reagiert. Und tut er das nicht, findet man Mittel und Wege, dass er sich einem einfach unterwirft.

Wir haben zwei so Fellknäuel, die es sich richtig gut gehen lassen. Und seitdem der neue flauschige Teppich liegt, sind sie in 99 % aller Fälle genau dort anzutreffen. Flach auf den Boden gedrückt, um möglichst viel der Fläche zu fühlen und dabei von der Sonne gewärmt zu werden. Darum kommt mir das grundlegende Thema von Calico auch sehr bekannt vor, selbst wenn es sich dabei um einen Quilt handelt.

Komm an mein Herz, mein schönes Katzentier; Zieh ein der Tatze Krallen, Gönn einen Blick in deine Augen mir, Achatgesprenkelt und metallen.

(Charles Baudelaire)


Eigentlich ist Calico ein sehr einfaches Spiel. Am Zug wählt man eines seiner beiden Plättchen und baut dieses ins eigene Tableau ein, danach nimmt man sich ein neues aus der Auslage. Fertig. Aber wer denkt, dass das kein Kopfzerbrechen auslösen kann, der täuscht sich.

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Noch sind alle Wege offen.

Denn es muss genau überlegt werden, was man auslegt. Schließlich möchte man doch Punkte ergattern. Die einfachste Aufgabe lautet, lege drei gleiche Farben aneinander. Aber dann gibt es Katzen, die man auf seinen Quilt locken kann, wenn die richtige Kombination an Mustern ausliegen. Aber das noch nicht genug. Jeder Spieler verfügt über drei Aufgabenkärtchen, die weitere Kombinationen benötigen, um das Punktekonto anschwellen zu lassen.

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Die Randteile werden übrigens mitverwendet.

Die Partie endet, wenn jeder Spieler alle seine Felder bedeckt hat, danach gewinnt derjenige, der die meisten Punkte sein Eigen nenn.


Hunde kommen, wenn man sie ruft. Katzen nehmen deine Nachricht zur Kenntnis und kommen eventuell später darauf zurück.

(Mary Bly)


Thomas meint:

Calico kommt als nettes, hübsches Spiel daher. Die leuchtenden Farben, das Cover (eine Patchwork-Decke in der Sonne mit einer schlafenden Katze) und die niedlichen, schlafenden Katzen-Token lassen auf ein gemütliches Familienspiel schließen.
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Nun, so viel sei dem Spiel zugestanden: Man kann es genau auf diese Weise spielen. Man kann versuchen, einfach von jeder Katze eine auf seiner Decke zu platzieren; oder einen Regenbogen-Knopf zu ergattern - oder schlicht und einfach die hübscheste Decke von Allen zu legen/nähen.
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3 gleichfarbige Teile geben einen Knopf.

Aber: Wenn man sich weiter auf das Spiel einlässt, wird man feststellen, dass es bei Weitem nicht so nett und freundlich daher kommt. Schnell merkt man, dass sich bei der Wahl der Flicken die Bedürfnisse der Katzen (Muster & gelegte Form) und die Anforderungen der Knöpfe (Farben) oft in die Quere kommen. Aber damit nicht genug: Wenn man nun auch noch die Aufgaben hinzunimmt, die nicht nur mit den Katzen und Knöpfen konkurrieren - sondern auch noch je mit den anderen Aufgaben - UND man theoretisch jede Aufgabe doppelt erfüllen kann - einmal mit Farben, einmal mit Mustern - dann, ja, dann raucht einem der Schädel.
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Die bevorzugten Muster der Katzen und was erfüllt werden muss.

Da man gerade mal einen Flicken “puffern” kann für einen eventuell benötigten Ausweichplan, ist man häufig genötigt, die Strategie zu wechseln, andere Ziele zu verfolgen und bisherige Pläne fallen zu lassen. Man schaltet im Kopf permanent zwischen den Mustern und den Farben hin und her, um mögliche Lösungen des Dilemmas zu finden.
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Doch am Ende ist es dieser Spagat, der Calico wieder so schön macht: Mehrere Spieler am Tisch können durchaus mit unterschiedlichem Anspruch eine Partie spielen - am Ende hat doch ein jeder einen Teppich mit schnurrenden Katzen vor sich liegen. Trotz all dem Schweiß und den Tränen, die man während der Partie vergießen kann, während man auf DAS EINE benötigte Muster lauert - am Ende kann man sich entspannt zurücklehnen, und die fertige Decke voller schnurrender Katzen begutachten.

Das gefiel uns:

  • Sehr einfaches Regelwerk.
  • Dennoch sehr denklastig und voller wichtiger Entscheidungen.
  • Tolles Spielmaterial.

Das nicht so:

  • Manchmal ist das Glück einfach nicht auf der eigenen Seite.

Zusammenfassung

Das Spiel bietet sowohl für Familien und jüngere Kinder, als auch für Erwachsene Grübler einen Reiz. Bei jüngeren Kindern würde ich empfehlen, die drei Flicken mit Aufgaben einfach weg zu lassen, so dass sich die Kleinen auf die Katzen und Knöpfe konzentrieren können. Für Solisten bietet das Spiel eine Reihe von immer schwerer werdenden Aufgaben/Szenarien. Und es hat Katzen. Was muss ich mehr sagen?!

Spielstil Wertung

8
10

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Hinweis:
Wir haben das Rezensionsexemplar ohne Auflagen gratis vom Verlag bekommen.
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Written by Thomas Büttner
Tom schätzt neben komplexen Euros auch thematisch satte Solitär-Meisterwerke - und natürlich feine App-Umsetzungen. Dabei wird er schon mal ungehalten, wenn die Steuerung umständlich ist oder das User Interface unintuitiv. So erreicht ihr ihn: Tom@Spielstil.net

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