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A Song of Ice and Fire: Der Löwe und der Wolf

Lesezeit: 16 Minuten

- 8.Feb.2023

Unsere zweite Schlacht steht bevor! Christoph und ich haben sich wieder getroffen, um erneut auf dem Schlachtfeld unser Können als Kommandeure der Armeen von Westeros unter Beweis zu stellen! Dieses Mal haben wir allerdings eine „volle“ Partie vor uns: 40 Punkte, so wie es sich „gehört“. Dazu noch auf unserer neuen Spielplatte – hier wird später noch ein Review und eine Bastelanleitung folgen, versprochen.

Falls ihr unsere erste Schlacht verpasst habt, solltet ihr unbedingt nachlesen, wie es damals ausging: A Song of Ice and Fire: Erstes Blut – Ich kann nur so viel sagen: Wir haben vieles, vieles falsch gespielt… aber das ist Ok, wenn man ein Tabletop das erste Mal spielt – es ist ja auch eine Lernkurve. Wichtiger ist, dass es richtig Spaß macht, die Einheiten über die Platte zu schieben! Mittlerweile fallen sie auch nicht mehr um

Zur Gesamtübersicht aller Artikel zum Miniaturenspiel A Song of Ice and Fire geht es hier.

Wie funktioniert A Song of Ice & Fire überhaupt?

A Song of Fire & Ice: Das Miniaturenspiel ist kein klassisches Brettspiel, sondern ein Tabletop vor dem Hintergrund der Romanreihe A Game of Thrones von George R.R. Martin. Die Spielenden stellen sich eine Armee einer Fraktion zusammen und lassen diese dann gegeneinander auf einem Schlachtfeld antreten – ein Spielbrett in dem Sinne gibt es nicht.

Die Regeln sind dabei relativ einfach: Es wird um Siegpunkte gespielt, welche durch ein vorher gewähltes Szenario vorgegeben werden. Die Partie dauert maximal 6 Runden und in jeder Runde aktivieren die Spielenden im Wechsel eine ihrer Einheiten, um mit dieser eine Aktion auszuführen. Dabei wird zwischen zwei Einheiten-Typen unterschieden: Die Kampfeinheiten werden auf der Spielfläche aufgestellt und können durch die Aktivierung Bewegen und andere (feindliche) Einheiten angreifen. Die zivilen Einheiten sind die Ränkeschmiede und Politiker aus der Romanreihe und werden auf einem politischen Spielbrett mit 5 möglichen Positionen eingesetzt, um Effekte auf dem Schlachtfeld auszulösen, wie zusätzliche Bewegungen oder Angriffe.

Die Kampfeinheiten sind in der Regel Regimenter mit mehreren Rängen. Diese haben im Spiel insofern Relevanz, als das zugefügte Treffer die Anzahl der Modelle und damit auch die Anzahl der besetzten Ränge reduzieren. Viele Effekte fragen die Anzahl der Ränge ab – zum Beispiel hängt die Anzahl der Würfel, welche für einen Angriff gewürfelt werden, von der Anzahl der noch vorhandenen Ränge ab. Womit wir beim Kampfsystem wären: Greift eine Einheit an, wird eine Anzahl sechsseitiger Würfel geworfen, die von der Anzahl der noch verbliebenen Ränge abhängig ist. Der notwendige Mindestwurf ist durch den Angreifer festgelegt. Nach dem Angriff würfelt die angegriffene Einheit für jeden erfolgreichen Treffer einen Verteidigungswürfel: Der notwendige Mindestwurf ist hierbei durch den Verteidiger festgelegt. Für jeden erfolglosen Verteidigungswürfel erhält die angegriffene Einheit eine Wunde. Wurde mindestens eine Wunder zugefügt, muss die Einheit außerdem eine Moralprobe bestehen, um nicht weitere 1-3 Wunden durch desertierende Soldaten zu erhalten.

Ergänzend zum Kampf auf der Spielfläche und dem Einsetzen der zivilen Einheiten auf dem politischen Spielbrett hat jede Fraktion einen Satz Taktikkarten, die Einfluss auf die Schlacht nehmen können. Diese haben zumeist starken Einfluss auf das Spielgeschehen, können aber immer nur in bestimmten Situationen eingesetzt werden.

Armeeaufstellung Haus Stark

Christoph Stark

Nachdem beim letzten Mal Robb Stark noch kläglich gescheitert war, musste jetzt mal der Papa ran und ihm zeigen, wie man eine Schlacht gewinnt. Eddard Stark ist nämlich einer der vier neuen Heerführer in der Verstärkungs-Box Helden von Haus Stark 1. Dort sind zwar „nur“ sechs Miniaturen enthalten, aber die ergeben dank Doppelverwendungen und neuen Regeln ein Vielfaches an neuen Möglichkeiten.

Einer von ihnen ist eben das aktuelle Familienoberhaupt (…) Eddard Stark und der soll hoffentlich meine Armee zu ihrem ersten Sieg führen. Seine Taktikkarten scheinen auch die klassischen Stärken der Fraktion, hohe Moral und viel Austeilen, noch einmal zu betonen. Außerdem kann er auf dem Feld andere Einheiten Wunden regenerieren lassen, was mir bisher ein wenig gefehlt hat.

Um die politischen Dinge im Hintergrund sollen sich dann auch seine Frau Catelyn und der alte Veteran Rodrik Cassel kümmern. Während Catelyn mich ein wenig vor den Zustandsmarkern schützen kann, die die Lennister so um sich werfen, kann Rodrik es in die Gegenrichtung leichter machen deren schwere Rüstungen zu knacken. Da ich Eddard an die Spitze einer Einheit Geschworener Schwerter von Haus Stark stelle, werden diese sogar zu seiner Ehrengarde. Das ist nicht nur einfach ein Titel für das Regiment, sondern es bekommt dadurch tatsächlich eine andere Einheitenkarte und ist ein bisschen besser.

Außerdem ist noch Bran Stark neu hinzugekommen und er wird von Hodor auf dem Rücken in die Schlacht getragen. Die beiden führen eine Einheit Berserker von Haus Umber an und lassen diese noch einmal fester zuschlagen. Bran bringt aber selbstverständlich auch noch seinen Schattenwolf Sommer mit. Es wäre ja auch etwas unverantwortlich ein Kind einfach so ohne Beschützer auf ein Schlachtfeld zu tragen.

Die letzte neue Einheit sind dann noch die Geschworenen Schilde von Haus Tully. Während die Untertanen dem Haus Stark nämlich die Schwerter schwören, tun das diejenigen vom Haus Tully anscheinend mit ihren Schilden. Dank ihrer Fähigkeiten sind sie dann aber auch ein richtiges Bollwerk, das man erst einmal überwinden können muss. Sie sind dementsprechend aber auch ziemlich schwer und langsam. An die Spitze der Geschworenen Schilden habe ich den Thronfolger Robb Stark gestellt, damit der Junge auch vorne zuschauen und vom Papa etwas lernen kann.

Da ich bei seelenlosem Plastik nicht unbedingt auf die Gefühle achten muss, will ich aber ehrlich sein. Mir ging es dabei nicht wirklich um ihn und darum der Einheit mehr Bewegung zu geben, sondern eher darum mit Grauwind noch einen zweiten Schattenwolf aufstellen zu können. Das geht, wie bei Bran und Sommer, nämlich nur, wenn sein Herrchen auch mit dabei ist. Um auf die vollen 40 Punkte zu kommen, bildet dann noch ein Regiment Geschworener Schwerter die Nachhut. Damit habe ich insgesamt sechs Einheiten auf dem Feld, was mir hoffentlich die Möglichkeit geben sollte am Ende einer jeden Runde immer einen Zug mehr zu haben. Da dürfen sich die Krähen ja mal über ein richtiges Festmahl freuen!

  • Heerführer
    • Eddard Stark (H)
      Lord von Winterfell
  • Kampfeinheiten
    • Eddards Ehrengarde (6)
      • Eddard Stark (H)
        Lord von Winterfell
    • Berserker von Haus Umber (6)
      • Bran und Hodor (1)
        Schützling und Beschützer
    • Geschworene Schilde von Haus Tully (6)
      • Robb Stark (2)
        Der junge Wolf
    • Geschworene Schwerter von Haus Stark (5)
    • Grauwind (3)
    • Sommer (3)
  • Zivile Einheiten
    • Catelyn Stark (4)
      Lady von Winterfell
    • Rodrik Cassel (4)
      Kriegsveteran
  • Punkte: 40/40

Der Winter naht!

Armeeaufstellung Haus Lennister

Tom Lennister

So, nachdem ich mit den Lennisters in bei unserem ersten Spiel schon erfolgreich war – wenn auch nicht mit der vollen Punktzahl – will ich gleich nachsetzen! Mittlerweile habe ich mit der Erweiterung Helden von Haus Lennister eine ganze Reihe neuer Optionen für meinen Heerführer – und wieso knausern, wenn ich doch das Gold ganz Dicke habe? Richtig! Ich stelle Tywin Lennister, den Löwen höchstpersönlich als Armeeanführer auf!

Um überhaupt die 40 Punkte sinnvoll mit meiner Startbox erreichen zu können, habe ich mir eine Einheit Söhne des Kriegers geholte – treue Ritter der Sieben! Natürlich wird Tywin diese auch anführen. Die Ritter sind eine feine Einheit: Wann immer sie eine Moralprobe bestehen, bekommen sie einen Glaubensmarker, den sie sowohl offensiv, als auch defensiv einsetzen können! Gepaart mit guten Angriffs- und Verteidigungswerten, sowie den offensiven Fähigkeiten von Tywin als Anführer, sollten sie durch die Feinde schneiden wie durch Butter!

Wie schon bei der letzten Schlacht sind auch die Briganten von Haus Clegane dabei – schnelle Reiterei, die dennoch hart zuschlagen können (leider aber nicht so viel aushalten).

Zwei Einheiten Gardisten und die Hellebardiere von Haus Lennister aus der Grundbox runden meine Aufstellung der Kampfeinheiten ab. Natürlich stelle ich diese nicht ganz schmucklos auf: Die Hellebardiere werden von Sandor Clegane, dem Bluthund, angeführt – eine schöne Ergänzung: Der Hund macht Feinde, die erfolgreich anstürmen, Verwundbar – und die Hellebardiere dürfen als Sonderbefehl im Falle eines Angriffs vorher noch einen Gegenschlag ausführen. Da darf man gespannt sein, was übrig bleibt vom Angreifer!

Bei den Gardisten kommt der (jetzt) kriegerische Sohn Tyrion Lennister zum Einsatz. Im Grunde keine sonderlich starke Kampfkraft – aber in seinem Umkreis darf ich einmal pro Runde versuchen, einen Befehl oder eine Taktikkarte zu unterbrechen. So ein wenig dazwischenfunken gefällt mir ganz gut…

Nun reagiert ja Tywin Lennister als Armeeanführer besonders gut auf geschwächte Gegner – also darf Grandmaester Pycelle die Armee auf der politischen Ebene unterstützen – denn setze ich ihn ein, wird sofort eine gegnerische Einheit geschwächt! Praktisch!

Und natürlich darf dann Cersei Lennister nicht fehlen – ich mag ihre Fähigkeit, Taktikkarten aus dem Abwurfstapel wieder ins Spiel zu bringen – das gibt mir deutlich mehr Optionen, zumal die Karten auf der Hauptstärke der Lennisters, Moralproben, basieren.

Schauen wir mal, ob Tywin sich gegen seinen alten Feind Eddard Stark behaupten kann!

  • Heerführer
    • Tywin Lennister (H)
      Lord von Casterlystein
  • Kampfeinheiten
    • Die Söhne des Kriegers (7)
      • Tywin Lennister (H)
        Lord von Casterlystein
    • Hellebardiere von Haus Lennister (6)
      • Sandor Clegane (1)
        Der Bluthund
    • Gardisten von Haus Lennister (5)
      • Tyrion Lennister (1)
        Der Riese von Lennister
    • Gardisten von Haus Lennister (5)
    • Briganten von Haus Clegane (7)
  • Zivile Einheiten
    • Pycelle (4)
      Großmaester
    • Carsei Lennister (4)
      Königin Regentin
  • Punkte: 40/40

Hört mich brüllen!

Spielvorbereitung & Startaufstellung

In dieser Schlacht haben wir relativ spontan das Szenario „Zeit der Krähen“ ausgewählt. Unsere Armeen sind also eher ausgewogen ausgesucht (oder nach den Einheiten und Miniaturen, die wir besitzen), und nicht direkt hierauf abgestimmt. Worum geht es hier?

Bei „Zeit der Krähen“ befinden sich zu Beginn der Partie zwei Geländeteile vom Typ „Leichenhaufen“ im Spiel, jeweils an der rechten und linken Seite des Schlachtfelds, mittig zwischen den streitenden Parteien (Anmerkung: Ja, „Leichenhaufen“ hört sich krude und makaber an – aber bei Game of Thrones geht es ja ziemlich zur Sache – und wir spielen immerhin auch Schlachten in einem Krieg nach – also ist diese Bezeichnung auch nicht unpassend). Diese beiden Geländeteile beinhalten einen Zielmarker, den es durch betreten des Geländes zu erobern gilt.

Ab dem Ende der zweiten Runde bekommen jede Seite pro kontrolliertem Zielmarker einen Siegpunkt – bei 10 Siegpunkten ist die Partie (wie meist üblich) gewonnen. Wenn im Laufe der Schlacht eine Infanterie-Einheit vernichtet wird, wird von der Partei, welche die Einheit kontrollierte, ein weiterer „Leichenhaufen“ platziert, ebenfalls mit einem Zielmarker. Auf diese Weise dürfen bis zu zwei weitere Zielmarker ins Spiel kommen, so dass im Verlaufe der Partie schließlich bis zu 4 Zielmarker im Spiel sein können.

Wie immer wird erst das Gelände im Wechsel aufgebaut, danach entscheidet ein Würfelwurf, wer sich die eigene Spielfeldseite aussuchen darf und wer die Entscheidung über den Startspieler treffen darf. Nach dem Aufbau der Armeen im Wechsel kann es losgehen!

ASOIAF Schlacht 2 - Aufstellung

Die Aufstellung der Armeen

Runde 1

Während Haus Stark extrem schnell vorrückte, entschloss sich Tywin Lennister, seinem Feind mit geschlossenen Reihen zu begegnen. Die Starks waren für ihre Schnelligkeit berüchtigt, und ein zu eiliger Vorstoß würde bedeuten, dem Feind den Vorteil des Ansturms zu überlassen – und genau dass wollte Tywin um jeden Preis verhindern.

Einzig der ungestüme Vasall Sandor Clegane konnte es nicht erwarten in die Schlacht zu kommen und stürzte voran, auf die Kämpfer aus dem Hause Tully zu – dabei war seine Aufgabe doch, den zwergenwüchsigen Sohn Tyrion im Auge zu behalten. Ein Lennister ist ein Lennister – hier ging es um das Prinzip!

Eddard Stark nutzte seine Geschwindigkeit voll aus, um sein Ziel, die schwer verwundeten Soldaten, zu erreichen. Schon nahmen die Geschworenen Schilde seines Vasallen Tully das erste Zielgebiet in Besitz – während zwischen den Reihen die großen Riesenwölfe seiner Söhne umher streiften. Besser, die Lennisters verschwanden schnell wieder dorthin, wo sie hergekommen waren!

ASOIAF Schlacht 2 - Ende Runde 1

Ende Runde 1

Runde 2

Auch auf seiner rechten Flanke nahmen nun die Geschworenen Schwerter der Starks einen der Leichenhügel in Besitz und verteidigten die hier Gefallenen! Das sah gut aus: Beide Leichenhaufen waren jetzt unter der Kontrolle von Haus Stark.

Aber auf diesen Moment hatten die Lennisters nur gewartet – nicht nur auf ihrer rechten Flanke kämpfte Haus Clegane – auch auf der linken Flanke preschten nun die Briganten vor und stürmten unerbittlich auf die Schwertkämpfer der Starks ein. Der Angriff – und die darauf folgende Panik bei den Verteidigern! – waren verheerend – nur wenige Soldaten hielten Tapfer stand – und auch das Missionsziel! (Anmerkung: hier ist uns einer der Fehler unterlaufen und wir haben die Missionsziel-Marker viel häufiger gewechselt, als es den Regeln nach richtig gewesen wäre)

Auch Sandor Clegane ließ sich nicht lumpen und stürmte vor – doch Robb Stark war schon vorbereitet und brachte die Verteidigung der Tullys in Stellung! Kein Schwert fand seinen Weg durch deren Deckung und als diese zurückschlugen nahmen die Hellebardiere unter dem Kommando des Hundes beträchtliche Wunden hin.

ASOIAF Schlacht 2 - Ende Runde 2 - Detail

Die Geschworenen Schilde des Hauses Tully halten unter dem Kommando von Robb Stark halten gegen den „Hund“ Sandor Clegane stand

Derweil bringen die beiden alten Kämpen ihre Truppen in Stellung. Die Berserker um Bran und Hodor suchen gemeinsam mit dem Riesenwolf Sommer Schutz hinter einer alten Mauer, während Grauwind von Robb zur Unterstützung der Schwertkämpfer auf die andere Seite des Schlachtfeld geschickt wird. Langsam nähern sich auch die Einheiten der Generäle an…

ASOIAF Schlacht 2 - Ende Runde 2

Ende Runde 2

Runde 3

Nun tobte die Schlacht!

Die Briganten machten den Geschworenen Schwertern den Garaus – nur um im Gegenzug von Grauwind und Eddard Stark höchstselbst auch ausgeschaltet zu werden. Das resultierte in zwei weiteren Leichenhaufen, die zur Wertung hinzu gezogen werden konnten. (Anmerkung: Hier unterlief uns ein Fehler; die Briganten sind Kavallerie und erzeugen somit in diesem Szenario keinen Leichenhaufen)

Eddard Stark zog sich taktisch zurück, um nicht von Tywin Lennister und den Söhnen des Kriegers angegriffen zu werden. Fluchend verlegte sich Tywin darauf, selbst ein Missionsziel zu halten und darauf zu schwören, in der folgenden Runde dem feigen Lord Stark zuzusetzen! Lediglich der Wolf stand noch bedrohlich knurrend im Weg…

Besonders heroisch hielten sich die Gardisten der Lennisters im Zentrum der Schlacht – obwohl sie gleichsam von den Berserkern des Hauses Umber und einem Riesenwolf bedrängt wurden, hielten sie wacker stand und brachen nicht ein – so konnten sie die Flanke ihres Herren schützen. Unermüdlich erstarkten ihre Ränge wieder und wieder durch das Wirken von Maester Pycelle und Cersei Lennister!

ASOIAF Schlacht 2 - Ende Runde 3 - Detail

Die unbesiegbaren Gardisten der Lennisters!

Während auf der rechten Flanke der Starks die Lords sich gegenüberstanden, trafen auf der gegenüberliegenden Seite ihre Söhne aufeinander. Als dieses Mal erneut Cleganes Hellebardiere zum Angriff ansetzten, intervenierte Tyrion und verhinderte so eine effektive Verteidigung der Schilde der Tullys. Fluchend musste nun Robb tatsächlich erste Verluste hinnehmen. Vielleicht konnten die unverwundbaren Schilde doch geknackt werden?

Am Ende dieser Runde konnten die Lennisters zumindest ein paar Punkte gut machen und ein wenig aufholen. Es sollte spannend bleiben!

ASOIAF Schlacht 2 - Ende Runde 3

Ende Runde 3

Runde 4

In dieser finalen Runde sollten nun doch die Lords des Reiches aufeinander treffen und mit einem Ansturm der Söhne des Kriegers gab es ein verheerendes Gemetzel und Eddards Ehrengarde – doch die Antwort sollte nicht weniger heftig ausfallen! So dezimierten sich beide Einheiten massiv, jedoch ohne dass es hier zu einer Entscheidung kommen sollte.

ASOIAF Schlacht 2 - Ende Runde 4 - Detail 1

Lord Eddards Ehrengarde gegen Lord Tywins Söhne des Kriegers – ein Treffen der Giganten!

Derweil schickte der Lord den Wolf seines Sohnes mit eingekniffenen Schwanz in die letzte Reihe, um dort die Überreste der Geschworenen Schwerter zu verteidigen. Knurrend trollte sich der Wolf und war sichtlich nicht glücklich.

Auf der anderen Flanke kämpften Clegane und Robb Stark weiter unerbittlich um die Vorherrschaft auf dem Leichenhügel. Stück für Stück schaffte es der Bluthund nun tatsächlich, die Reihen der Geschworenen Schilde um Robb zu dezimieren! Der Schlüssel war hier in der Tat der Sohn von Tywin, der hier nach wie vor intervenierte und mit anzüglichen Sprüchen und dem Werfen von Goldstücken die Soldaten der Tullys so weit ablenken konnte, dass sie keinen nennenswerten Schildwall aufstellen konnten!

ASOIAF Schlacht 2 - Ende Runde 4 - Detail 3

Mühsam nährt sich der Bluthund…

Leider versagte Tyrion selbst dann aber bei dem Versuch, seine eigenen Mannen zu einem Sturm gegen den wilden Riesenwolf von Bran zu motivieren. Ganz offensichtlich zögerten diese doch zu sehr, so dass es ihm nicht gelang, den Gardisten im Zentrum zu Hilfe zu eilen.

Doch was soll man sagen? Die Berserker wüteten und wüteten, und auch der Wolf schnappte und biss nach den tapferen Soldaten – doch sie wichen kein Stück! Ein Hoch auf die Tapferkeit der Gardisten der Lennisters! Keine Einheit sollte je wieder so standhaft sein! Das brachte bestimmt einem jeden von ihnen eine Goldmünze ein (sofern sie es nach Casterlystein zurück geschafft haben…)

ASOIAF Schlacht 2 - Ende Runde 4 - Detail 2

Wahre Helden!!!

Doch all das sollte am Ende nicht helfen – die Haus Stark hielt weiter die Oberhand über die Ziele, und so beschlossen die Lords im Licht der untergehenden Sonne, dass sie ihren Soldaten eine Ruhepause gönnen würden. Tywin neigte seinen Kopf und überließ Lord Stark das Feld, doch in seinen goldgefleckten Augen glitzerte das Versprechen einer grausamen Rache… an einem anderen Tag.

ASOIAF Schlacht 2 - Ende Runde 4

Ende Runde 4

Fazit Tom – der Unterlegene

Tom Lennister

Uff! Da hat der große Löwe den Schwanz eingezogen und sich getrollt! Das lief ja mal wenig glorreich…

Woran hat es nun gehapert? Also zum Ersten habe ich mal mit meiner Armee grundsätzlich den falschen Ansatz gewählt. Ich hätte viel mutiger vorstürmen müssen – die Lennisters haben Truppen, die den Gegner locker aufhalten und aushalten können! Wie ich ja selbst in der Schlacht sehen konnte: Die simplen Gardisten haben sehr lange sowohl den Riesenwolf, als auch die Berserker aufgehalten! Da war das zögerliche Vorrücken einfach total dumm.

Als Zweites habe ich das Szenario beim Überfliegen der Regeln völlig falsch gelesen. Erst als die erste Infanterie-Einheit ausgelöscht wurde, erkannte ich, dass mein Gegner die Position des neuen Leichenhaufens festlegt! Damit lag dieser natürlich perfekt in der gegnerischen Spielfeldhälfte und konnte von einer billigen 3-Punkte-Einheit (dem Wolf) gehalten werden. Autsch! Also war meine Herangehensweise komplett falsch: zwei billige Einheiten auf die Leichenhaufen und drauf warten, dass sie sterben!

Abgesehen davon habe ich gelernt, dass die Geschworenen Schilde von Haus Tully echt nerven! Durch einen Verteidigungswurf von 3+ und danach 3 Treffer ignorieren, muss man mindestens 2x angreifen in einer Runde, sonst kommt man nicht durch! Immerhin hat dann Tyrion mit seinem eingebauten Konter gegen Fähigkeiten (Befehle) dann gut dagegen halten können! Das sollte auch in Zukunft der Weg sein, die Einheit auszuschalten!

Alles in Allem hat es aber wieder sehr viel Spaß gemacht und die Regeln sitzen besser und besser! Ich freue mich schon sehr auf die Revanche!

Fazit Christoph – der Siegreiche

Christoph Stark

Nachdem die Starks beim ersten Mal noch untergegangen sind, konnte es dieses Mal tatsächlich der Papa richten. Was mir geholfen hat, waren wahrscheinlich vor allem die beiden Schattenwölfe. Mit ihnen konnte ich nicht nur einfach einen Leichenhaufen besetzen, sondern sie als mobile Reserve immer dorthin schicken, wo sie gerade gebraucht wurden. Das hat auf der Flanke als Verstärkung ganz gut funktioniert, im Zentrum waren die Lennister-Gardisten aber überraschend stark bzw. die Umber-Berserker relativ schwach. Da hätte ich mehr erwartet.

Die Geschworenen Schilde vom Haus Tully haben sich hingegen ziemlich bewährt. Sie sind langsam und es ist normalerweise ein Problem, sie dorthin zu bekommen, wo man sie haben will. Wenn sie aber mal gut stehen, dann werden sie zum Problem des Gegners. Mit ihren Fähigkeiten sind sie nämlich nur mit viel Aufwand vor dem Spielende wieder zu beseitigen. Das hat bis zum Schluss selbst Sandor Clegane nicht geschafft und die Linie dort hat gehalten.

Ansonsten fand ich unsere zweite Partie aber ziemlich ausgeglichen und es hätte an der einen oder anderen Stelle, v.a. bei Tyrions fehlgeschlagenem Sturmangriff, auch ohne Weiteres ganz anders ausgehen können. Es war dieses Mal auch schon mehr ein Kampf gegeneinander und weniger mit den Regeln. Einzig bei den Geländeregeln blieb das bis zum Schluss schwierig. Die Kombinationen aus Geländeteilen, Schlagworten und Regeln sind nämlich nicht immer so offensichtlich logisch, wie man es sich vielleicht wünschen würde. Insgesamt hat es mir aber sehr viel Spaß gemacht und die Krähen sollten fürs Erste auch halbwegs satt sein. Diese Schlacht mögen die Starks nämlich gewonnen haben, aber ein Ende des Krieges ist noch lange nicht in Sicht!

Die Regeln saßen dieses Mal viel besser – aber das Gelände haben wir trotzdem immer wieder nachlesen müssen. Es ist teilweise einfach nicht logisch und auch nicht symmetrisch. Aber das wird sich sicherlich bald geben! Ansonsten kam es zu einem schönen „Flow“ im Spiel und wir freuen uns schon auf weitere Partien!

Wie in dem letzten Schlachtbericht schon geschrieben, kam nun wirklich die Neopren-Matte zum Einsatz – samt einer Tischunterlage. Doch dazu wird es einen eigenen Bericht samt Bastel-Anleitung geben! Aber ihr sehr schon, wie gut das aussieht, anstelle von einfachem „Eisenbahn-Rasen“. Bleibt abzuwarten, was uns noch so für Verbesserungen und Tools einfallen werden…

Zur Gesamtübersicht aller Artikel zum Miniaturenspiel A Song of Ice and Fire geht es hier.

Portrait Tom
Written by Thomas Büttner
Tom schätzt neben komplexen Euros auch thematisch satte Solitär-Meisterwerke - und natürlich feine App-Umsetzungen. Dabei wird er schon mal ungehalten, wenn die Steuerung umständlich ist oder das User Interface unintuitiv.
2 Comments
  1. Das war ein sehr schöner Bereicht…sowas liest man leider viiiiiel zu selten…
    Dieses „Signal“-Rot der Lannister ist aber die Höhle…plant ihr die Figuren anzumalen?

    Reply
    • Portrait Tom

      Danke für die Blumen! 🙂
      Und ja – langfristig wollen wir sie auch bemalen.

      Reply

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