SPIELSTIL Rezension

Bermuda Pirates

Lesezeit: 4 Minuten

Ein Spiel entwickelt von Jeppe Norsker
erschienen bei Huch!

Man hört und liest es aktuell immer wieder. Corona sorgt dafür, dass Familien wieder mehr miteinander spielen. Ob gerne oder gezwungenermaßen ist dabei weniger wichtig, als dass die richtigen Spiele vorliegen. Und obwohl so mancher über genügend Masochismus verfügt, um auch nach der hundertsten Partie Monopoly oder Phase 10 nach einer weiteren zu rufen, suchen andere ihr Glück lieber in Neuheiten.

Bermuda Pirates, vor Kurzem bei Huch! erschienen, versucht Familien eines zu geben. Unterhaltsamen Spaß mit wenigen Regeln und einer Prise Geschick. Ob es sich bei dem Titel um einen wundervollen Schatz oder einem rostigen Nagel in der Planke ins Verderben handelt, sagen wir euch hier.

Noch einen Schritt vom Ziele oder noch gar nicht ausgelaufen sein, ist im Grunde eines.

(Gotthold Ephraim Lessing)

In Bermuda Pirates steuert jeder Spieler sein Boot durch unwegsames Gewässer, um als erster einen Edelstein jeder Sorte einzusammeln. Dabei ist es nur erlaubt den Kahn in der Kuhle an seiner Rückseite zu Berühren und ihn so anzuschieben und zu drehen. Schaffen wir es an eine der Anlegestellen, dürfen wir einen Edelstein der zugehörigen Farbe aufnehmen.

Ziel ist es nun diesen in den Heimathafen zu befördern. Aber Achtung. Touchieren wir dabei ein Hindernis oder verschluckt uns ein Strudel, ist unser Zug vorbei. Erstere sind als Bilder auf den Spielplan aufgedruckt. Zweitere sind unsichtbare Magnete, die in Platten eingelassen sind, die wir zu Beginn zufällig unter dem Plan verteilt haben.

Somit müssen wir uns merken, wo die Fahrt gefahrlos möglich ist. Zusätzlich haben wir Bojen mit denen wir gefährliche Stellen markieren oder Gegner in die Irre führen können.

Der erste Spieler, der es schafft, alle Edelsteine auf seine Insel zu befördern, gewinnt.

Zwischen Können und Tun liegt ein großes Meer und auf seinem Grunde die gescheiterte Willenskraft.

(Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach)

Christian meint:

So lustig die grundlegende Idee von Bermuda Pirates ist, so schnell ist der Reiz daran verflogen. Hat man zu Beginn noch Spaß daran herauszufinden, wie man am besten vorgeht, erkennt man recht bald, dass die Faszination nicht von Dauer ist. Das gilt zumindest für Erwachsene.

Wir kennen sie alle. Die Spiele, die unsere Kinder immer wieder spielen möchten, zu denen wir uns jedoch regelrecht zwingen müssen. Bermuda Pirates ist eines von ihnen. Nicht, weil Kinder, wie in Memory, ein unmenschliches Gedächtnis dafür haben sich die Strudel zu merken. Das ist bei Weitem nicht so schwer. Die Strudel sind weit genug voneinander entfernt, um in kürzester Zeit zur Insel zu gelangen und dann (häufig) in einem Rutsch die Edelsteine zu holen.

Das macht das Spiel dann auf der einen Seite zu einfach, während man auf der anderen Seite häufig Probleme hat das Boot sauber zu steuern. Ich weiß, das ist kein Bug, sondern ein Feature. Aber hier fehlt mir einfach der Zugang zum Hauptelement des Spiels, was bei mir keine große Freude aufkommen lässt. Und nein, ich bin nicht beleidigt, weil ich immer verloren habe. 😉

Kinder indes haben ihren Spaß an Bermuda Pirates. Sie haben nicht nur ihr Boot recht gut im Griff, sondern, es ist ihnen auch egal, wie offensichtlich einfach die Edelsteine eigentlich zu holen sind. Sie jauchzen, wenn wieder ein anderer Mitspieler auf den Strudel aufläuft und dadurch der Edelstein weit weg katapultiert wird. Und sie feiern sich, wenn sie mal wieder siegreich waren. Zumindest hier macht das Spiel alles richtig.

Wie oben bereits gesagt ist Bermuda Pirates ein Spiel, das Erwachsene und Kinder spalten dürfte. Wobei ich nicht abstreiten möchte, dass es garantiert auch Eltern gibt, die Freude daran haben. Dennoch bin ich froh, dass meine Tests abgeschlossen sind und ich nur noch mitspiele, wenn mich mein Sohn mit großen Kulleraugen darum bittet. Und weil gerade er so viel Spaß daran hat, fällt die Note dann auch etwas besser aus, als, wenn sie nur meine Meinung widerspiegeln würde. Aye!

Dir hat die Rezension gefallen? Du denkst wir liegen völlig daneben? Lass uns wissen was du denkst.

Bermuda Pirates von Jeppe Norsker

Solides Kinderspiel, das bei Erwachsenen mit etwas Anspruch und geringem Geschick auf wenig Gegenliebe stößt. Etwas zu leicht in der Anordnung der Magnete geraten.

  • Erscheint bei Huch!
  • Für 2 – 4 Spielende und dauert 20 – 30 Minuten
  • Am besten geeignet für Familie

Spielstil – Wertung

Christian:

7/10
Das gefiel uns
  • Tolle Spielidee.
  • Fördert Geschick und Gedächtnis.
Das nicht so
  • Die Lücken zwischen den Magneten sind zu groß.
  • Hat einer den Weg zur Insel in der Mitte gefunden, ist das Spiel so gut, wie vorbei.
  • Für Erwachsene etwas zu simpel.
Hier bekommt ihr „Bermuda Pirates“

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Hinweis:
Wir haben das Rezensionsexemplar ohne Auflagen gratis vom Verlag bekommen.

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Christian Renkel

Christian liebt Brett- und Videospiele mehr, als ausreichenden Schlaf. Dabei ist ihm am wichtigsten, dass er in der jeweiligen Welt versinken kann. Egal, ob es die geschickte Mechanik oder die überkochende Emotion ist.

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