Spicy

Auf der Spielwarenmesse in Nürnberg konnten wir am Stand von HeidelBÄR Games unsere erste Partie Spicy spielen. Ein Fehler, wie wir im Nachhinein feststellen mussten. Denn seitdem kommen wir nicht mehr los vom Spiel um scharfe Gewürze. Bitte beachtet, dass dieses Spiel süchtig machen kann. Wir übernehmen deswegen keinerlei Verantwortung, wenn ihr ab hier weiterlest.



Das kleine Pfefferkorn sieh für gering nicht an, versuch es nur und sieh, wie scharf es beißen kann!

(Friedrich Rückert)

In Spiel befinden sich Karten mit drei Gewürzen (Pfeffer, Wasabi und Chili), die jeweils die Zahlen von 1 - 10 tragen. Am Zug müssen wir eine Karte verdeckt ausspielen und Gewürz sowie Wert ansagen. Beginnen wir die Runde, starten wir immer mit einer 1 - 3. Die folgenden Karten müssen vom selben Gewürz, aber höher sein, als die vorherige. Nach der 10 geht es wieder mit einer 1 - 3 weiter.

Die ersten drei Karten liegen auf dem Stapel.

Der Clou ist jedoch, dass wir nicht die Wahrheit sagen müssen. So können wir eine Chili 9 auch als Wasabi 3 ablegen, wenn uns danach ist. Zweifelt einer der Spieler die zuletzt gespielte Karte an, muss er auf den Stapel schlagen und angeben, ob das Gewürz oder die Zahl gelogen war.

Wir können einfach nicht glauben, was unser Mitspieler behauptet. Nun müssen wir nur noch entscheiden, ob er beim Gewürz oder der Zahl gelogen hat.

Haben wir den Spieler so der Lüge überführt, erhalten wir die Karten für unseren Punktestapel. War es die Wahrheit, erhält sie der zu Unrecht Angeschuldigte. Es werden dann noch zwei Strafkarten gezogen und das Spiel geht von vorn los.

Es ist nicht nötig beim Aufbau Karten zu zählen. Wir prüfen einfach anhand der Markierungen, wohin die Schluss-Karte im Nachziehstapel gesteckt wird.

Das Spiel endet, wenn die Schluss-Karte erscheint oder ein Spieler zweimal seine Handkarten losgeworden ist. Es gewinnt, wer die meisten Handkarten sammeln konnte.

Man ist nie scharfsinniger, als wenn es darauf ankommt, sich selbst zu täuschen und seine Gewissensbisse zu unterdrücken.

(François de Salignac de la Mothe Fénelon)


Christian meint:

Knapp 40 gespielte Partien innerhalb einer Woche sprechen eine eindeutige Sprache. Spicy hat bei uns eingeschlagen, wie eine Bombe. Keine ruhige Minute, in der wir nicht zur goldenen Schachtel schielen und eine Partie vorschlagen. Dabei ist das Spiel sehr einfach gehalten, entwickelt aber eine faszinierende Dynamik. Steter Zweifel an den Mitspielern begleiten einen genauso, wie die Spannung, wenn man sich wieder getraut hat eine Karte zu legen, bei der so überhaupt nichts passt. Dabei ist es genauso belohnend, wenn die Mitspieler immer die falschen 50 % einer gelegten Karte anzweifeln, wie frustrierend, wenn sie dann doch in einer Tour richtig raten.

Die Karten sehen mit ihrer goldenen Beschichtung natürlich toll aus. Bisher konnten wir auch noch keine großen Abnutzungen feststellen, wobei ich eigentlich dachte, dass diese viel anfälliger wären. Die Grafiken sehen schön aus, treten aber im Spiel vollkommen in den Hintergrund, da die Karten so aufgefächert werden, dass man die Ecke oben links lesen kann. Auch das verdeckte ausspielen sorgt dafür, dass man im Spiel von den Illustrationen kaum etwas zu Gesicht bekommt.

Spicy ist ein Spiel, bei dem jeder sofort integriert werden kann. Hier muss man nicht lange erklären, sondern einfach sechs Karten austeilen und loslegen. Durch die mitgelieferten Sonderkarten, die jeweils eigene Regelabwandlungen einbringen, kann man das Spiel noch weiter verschärfen.

Bleibt nur noch zu sagen, dass Spicy nicht nur gut aussieht, sondern auch ein schnelles, aber spannendes Spiel liefert. Dabei lässt es genügend Platz für Kommunikation, die mal einfach nur spottend, oftmals aber ablenkend eingesetzt wird. Einfach ein Titel, der einen dazu bewegt mehr Partien zu spielen, als man ursprünglich wollte.

Christian Renkel
Written by Christian Renkel
Christian liebt Brett- und Videospiele mehr, als ausreichenden Schlaf. Dabei ist ihm am wichtigsten, dass er in der jeweiligen Welt versinken kann. Egal, ob es die geschickte Mechanik oder die überkochende Emotion ist.
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