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#BG2GETHER – Vom Brettspiel emotional gepackt

Was ist #BG2GETHER?

Es war einmal vor nicht allzu langer Zeit, als ein Gedanke in uns aufkeimte. Mit „was wäre wenn?“, begann sich eine Idee zu formen. Gut, die meisten Ideen beginnen mit diesen drei magischen Worten, doch diesmal entwickelten sie sich zu einer verbindenden Aktion, die wir als äußerst interessant empfanden. Ein paar weitere Gedankengänge später war der Grundstein des #BG2GETHER gelegt.

Die Idee dahinter ist relativ einfach. Wir werden uns jeden Monat einer anderen Frage stellen und hierzu Content produzieren. Doch nicht nur wir alleine sollen der Herausforderung entgegentreten. Nein, wir möchten Brücken schlagen. Zu anderen Spiele-Blogs, -Podcasts, -Vloggern oder was wir auf unserer Reise sonst noch finden mögen.

Jeder soll auf seine eigene, unverkennbare Art auf die Frage des Monats reagieren und alle anderen Teilnehmer der Aktion verlinken. So wird dann ein großes Netz gewoben, das uns alle verbindet. Und natürlich seid auch ihr gefordert. Stellt euch auch der Frage des Monats und lasst uns wissen, was euch dazu durch den Kopf geht oder was euch bewegt.

BG2GETHER Dezember

Frage des Monats Dezember 2021
Wir kennen die Situation alle. Die Arbeit mit Spielen verleitet uns dazu viel zu sehr hinter den Vorhang eines Spiels zu blicken und eher mit neutralem Gefühl an eine Partie heranzugehen. Aber welche/s Spiel/e packen euch so richtig emotional? Bei welchen Titeln könnt ihr so richtig schön aus euch herauskommen und welche Spiele sorgen dafür, dass ihr euch fühlt, wie Kinder an Weihnachten?

Ganz ehrlich. Aktuell packt mich emotional vor allem eines. Ich habe es nach langer Jagd endlich geschafft, eine Playstation 5 zu ergattern, komme freudestrahlend nachhause und kann nicht spielen. Warum? Zeitgleich ist mein Internet ausgefallen. Heißt, ich kann die PS5 nicht so richtig in Betrieb nehmen. Zumindest nicht so, wie ich es möchte. Aber in der heutigen Zeit ist das doch kein Problem, kann man denken. Schließlich ist so ein Internetproblem doch schnell behoben. Nein, inzwischen bin ich seit vier Tagen ohne und eine Besserung ist nicht in Sicht. Zumindest kann mir mein Provider nicht einmal sagen, wann alles wieder läuft. Ich weiß, das sind First-World-Problems, aber dennoch ist es einfach enttäuschend, auf die langerwartete Konsole zu blicken, die in Betrieb genommen werden möchte. Grrrrrrrrrrrrrrrrrr.

Aber das ist nicht das Thema dieses Artikels. Und nachdem ich jetzt genug gejammert habe, sollte ich mich auf das Wesentliche konzentrieren. Die Spiele, die mich immer noch emotional packen, durchwirbeln und meine Contenance vergessen lassen.

Entgegen der allgemeinen Ratschläge, sich langsam zu steigern, um dann am Ende die großartige Bombe zu zünden, werde ich sofort mit dem Endgegner anfangen. Einem Spiel, das mich auf eine Berg- und Talfahrt der Emotionen schickt. Etwas, das mich mit einfachen Karten direkt in einem steten Gezeitenfluss aus hohem Jubel und übelsten Flüchen platziert. Dem guten alten Schafkopfen. Oh weh, du größtes aller Übel und dennoch schönste aller Freuden.

Schafkopf Hand

Ein Spiel, das nicht nur abwechslungsreich, sondern eben auch höchst emotional ist. Und da ich befürchte, dass nicht alle Leser sofort wissen, was sie in diesem Spiel erwartet, gibt es einen kleinen Exkurs. Schafkopf ist ein Stichspiel, welches man zu viert spielt. Als Farben hat man Eichel, Laub, Herz und Schell und die besten Trümpfe sind die Ober und Unter. Jeder Spieler bekommt acht Karten und dann wird reihum gefragt, wer spielen möchte. Dabei gibt es eben ein Teamspiel (wobei der Spieler erst einmal nicht weiß, wer am Tisch sein Freund ist) und dann die einzelnen Solos, bei denen man eben alleine gegen alle antritt.

Was macht das Spiel so emotional? Na ja, die Pläne gehen nicht immer auf und die Mitspieler tun eben nicht das, was man von ihnen erwartet. Dann kann man noch bereits verloren geglaubte Spiele gewinnen oder die, bei denen man sich siegessicher gab, haushoch verlieren. Alles in allem Fluch und Segen zugleich aber dennoch ein über mehrere Stunden anhaltender Spaß. Zum Glück wissen meine Mitspieler, wie sie mit mir umgehen müssen und dass nicht alles ernst gemeint ist, was einem da so über die Lippen kommt. Und das Frotzeln und Lamentieren gehört einfach zum gesamtheitlichen Erlebnis dazu.

Doch es gibt sicherlich noch weitere Spiele, die mich packen. Und ob! Als Nächstes wäre da unbedingt Spicy zu nennen. Ein Spiel, bei dem Lüge und gutes Spiel Hand in Hand gehen. Und auch hier schafft es das Spiel ein Szenario aufzubauen, welches mich unter Anspannung hält. Kann ich meine Mitspieler richtig lesen und gleichzeitig mich gut genug verstecken? Ein einfaches, aber dennoch äußerst emotionales Spiel.

Spicy - Kartenspiel - Beispiel -Karten

Wo wir schon bei einfachen Spielen sind. Wie wäre es denn mit Impact? Ja, ich weiß, dass man diese Würfel-Werf-Orgie in keiner Art beeinflussen kann und dem Spiel auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist. Und ja, es ist äußerst einfach und eigentlich „unter meiner Würde“. Aber dennoch liebe ich das Spiel. Nennt es Guilty Pleasure, aber hier kann ich mich voll einbringen. Die Würfel anfeuern und über sinnloses Abwerfen der bereits in der Arena befindlichen Würfel mich so fühlen, als ob ich das Spiel dennoch voll im Griff hätte.

Dann wäre da noch Skull King. Wieder ein Stich-Spiel, bei dem ich nur hoffen kann, dass Mitspielende über denselben Humor verfügen wie ich. Denn das gegenseitige Gefoppe und Geschimpfe ist natürlich nicht ernst gemeint. Aber es gehört für mich einfach dazu und ist das Sahnehäubchen auf einem wohligen Kartenspiel, das vermaledeit nie so läuft, wie ich es haben möchte.

Was mir bei dieser Aufzählung so auffällt, ist eines. Irgendwie scheinen es gerade die einfachen Spiele zu sein, die mein Blut so richtig in Wallung bringen können. Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, in einem BrassDreamscape oder Faiyum jemals groß emotional zu werden.

Dreamscape-Spielsituation-030

Aber ich habe eine These – Achtung, jetzt kommt etwas Küchenpsychologie. Kann es etwa sein, dass Brettspiele einen umso mehr Gefühle zeigen lassen, je weniger man über Mechaniken und Züge nachdenken muss. Ist es etwa eine Ersatzreaktion, die ausgelöst wird, weil man eben noch Kapazitäten frei hat? Vielleicht muss ich das mal beobachten, denn ich fühle, ich bin einer großen Sache auf der Spur. Aber zuerst einmal muss ich noch eine Beschwerde an meinen Provider schreiben. Irgendwann wird es doch möglich sein, wieder Online zu sein! Verdammt!

Die weiteren Teilnehmer:

Ihr seid Content Creator im Brettspielbereich und möchtet an der #BG2GETHER Aktion mitmachen? Schickt uns einfach eine kurze Mail an Christian@Spielstil.net.

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Written by Christian Renkel
Christian liebt Brett- und Videospiele mehr, als ausreichenden Schlaf. Dabei ist ihm am wichtigsten, dass er in der jeweiligen Welt versinken kann. Egal, ob es die geschickte Mechanik oder die überkochende Emotion ist.
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