Ab wann ist ein Spiel ein Spiel? Welche Ideen müssen in einer Schachtel stecken, damit die Bezeichnung gerechtfertigt ist? Oder sind nicht ein Mindestmaß an Ideen oder Mechaniken, sondern allein der Spaß, den das Produkt bereitet, ein passender Indikator? Ravensburger versucht zumindest mit “Impact” mit zwei Handvoll Würfeln und noch weniger Regeln Spieler an den Tisch zu bringen. Ob das gut geht?


Man muss die Dinge so einfach wie möglich machen. Aber nicht einfacher.

(Albert Einstein)

Ist man am Zug, wirft man einen Würfel. Ist man nicht gezwungen aufzuhören, darf man sein Glück erneut versuchen. Und schon ist “Impact” erklärt. Okay, ein bisschen mehr ist schon vonnöten, aber das seht ihr euch am besten in der Galerie an.

"Impact" lässt sich mit wenigen Worten erklären.
Ist man am Zug, wirft man einen Würfel in die Arena. Und weil es am meisten Spaß macht am besten so, dass ausliegende Würfel getroffen werden.
Liegen nun unterschiedliche Ergebnisse, darf man einen weiteren Würfel einsetzen oder die Arena weitergeben.
Liegen schwarze Würfel aus, ...
… werden diese komplett aus dem Spiel entfernt. Liegen gleiche Symbole, nimmt man diese Würfel in seinen eigenen Vorrat. In beiden Fällen endet der eigene Zug.
Ist die Arena komplett leer, wenn man an die Reihe kommt, muss man all seine Würfel werfen. Hat man keine Würfel mehr im Vorrat, scheidet man aus.
Wer als letzter Spieler noch mindestens einen Würfel im Vorrat hat, gewinnt.

Das Einfache, sich zu reduzieren, ist toller, finde ich, als sich aufzublasen.

(Anke Engelke)

Christian meint:

Ist es peinlich zu sagen, dass man mit einem derart einfachen Spiel seinen Spaß hat? Dass es aktuell der meistgespielte Titel in unserem Haushalt ist, weil man einfach eine tolle Zeit mit der Familie hat? Dass es bei “Impact” selten unter einen zweistelligen Rundenanzahl bleibt, weil einer der Spieler immer meint, es in der nächsten Partie besser machen zu können? Ich denke nicht.

Ja, ich zitierte gerne Sid Meier mit “Ein Spiel ist eine Reihe von interessanten Entscheidungen.” Würde man das als Maßstab nehmen, wäre “Impact” kein Spiel. Denn es gibt lediglich zwei Mini-Entscheidungen zu treffen. “Würfel ich erneut?” und “Wie werfe ich den Würfel in die Arena?”. Letzteres hat sogar mehr Einfluss, als man auf den ersten Blick denken mag. Erstens sorgt der Einschlag für Action. Zweitens kann man damit mehr als einen Würfel manipulieren. Und allein das Gefühl, wenn man durch einen gezielten Wurf plötzlich alle Würfel aus der Arena nehmen darf, ist unbezahlbar.

Vielleicht muss man bei “Impact” auch eher von einem emotionalen Spielerlebnis sprechen. Wir werden uns selbst feiern, die anderen verfluchen oder einen Fehlversuch gehässig kommentieren. Und das alles ohne jeglichen Einfluss von uns selbst. Aber das macht nichts, man kann immer noch den Würfeln die Schuld geben.

Ja, “Impact” ist Popcornkino ohne Special Effects. Aber ein sehr unterhaltsamer Spaß, der durch seine Kürze immer wieder zu einer Folgepartie einlädt. “Impact” ist das Spiel, das Spaß macht, welches man aber vor seinen Hardcore-Euro Freunden verstecken möchte, ohne, dass es eigentlich einen Grund dafür gäbe.

Robert meint:

Es fing mit dem Angebot an einen Absacker zu spielen. “Ja klar” lautete die einhellige Meinung. “Ist auch gleich erklärt” ging es weiter. Ich war gespannt. Das hatte ich schon oft gehört und wurde oft nicht eingehalten. Aber tatsächlich, die Erklärung ging so schnell, ich konnte kaum glauben, dass sie schon wieder vorüber  war. Und so ist das Spiel dann leider auch.

Ich werfe einen Würfel in die Arena. Wenn ich mich besonders geschickt fühle und es mir vielleicht einen Vorteil bringt, dann werfe ich ihn so, dass die darin liegenden Würfel kippen. Ich schaue “gebannt” auf das Ergebnis. Dann werfe ich noch einen und vielleicht noch einen.

Klingt nicht spannend? War’s auch nicht. Ich habe vergebens nach “Elements” oder “Battle” gesucht und wurde einfach nicht fündig. Aber die Würfelarena ist ganz nett.

Bei kommenden Absackern werde ich wohl genauer nachfragen müssen 🙂


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Impact

Ravensburger


Autor: Dieter Nüßle
Dauer: ca. 5 – 10 Minuten
Spieler: 2 – 5
Schwierigkeit: Einsteiger

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