Rajas of the Ganges – Huch! – 2017

Spiele mit Würfeln üben auf viele bereits seit langer Zeit eine große Faszination aus. Auf mich übrigens auch. Oft bin ich dabei schon auf die Nase gefallen und dennoch, ich kann es einfach nicht lassen. So war es auch nicht verwunderlich, dass der neue Titel der Brands bei mir Zuhause landete. Nach einigen Partien wage ich es und wir werfen hier einen Blick auf das indisch angehauchte Spiel.
 
 


16 Jahre ein Sohn, dann ein Freund.

(Indisches Sprichwort)

In „Rajas of the Ganges“ verwendet man Arbeiter, um Aktionen auszulösen, die man mit Geld und Würfel bezahlt. Dabei schippert man auf dem zentralen Fluss, baut seine Provinz aus und versucht Reichtümer und Ruhm zu mehren. Denn das Spielende wird nicht wie üblich ausgelöst, sondern dann, wenn sich Ruhm und Geld vereinen.

Bebilderte Beispielszüge findet ihr in dieser Galerie:

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Heute spielen wir Rajas of the Ganges zu Dritt.

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Blau beginnt.

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Er setzt einen Arbeiter in den Palast und gibt für die Aktion des Rajas eine 4 ab.

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Dafür darf er auf eine der Bauleisten um eine Stufe aufsteigen.

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Als zweites bekommt er einen Geldbonus von 3.

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Dafür darf er auf eine der Bauleisten um eine Stufe aufsteigen.

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Grün ist am Zug und geht in den Steinbruch.

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Er bezahlt dafür 1.

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Danach wählt er das blaue 4er Plättchen, wofür er Würfel im selben Wert oder höher abgeben muss.

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Das Plättchen verbaut er sofort in seinem Tableau.

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Auf dem Plättchen war dieses Gebäude abgebildet. Grün ist hier aktuell auf der 2er Stufe.

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Dafür erhält er 2 Ruhmpunkte.

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Außerdem hatte er einen Sonderbonus erreicht, mit dem er 3 Geldeinheiten erhält.

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Wir sind am Zug und begeben uns auf das kostenlose Hafenfeld. Wir geben einen 1er Würfel ab.

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Dafür darf unser Boot um ein Feld vorrücken. Dort angekommen erhalten wir 2 Würfel als Bonus.

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Wir entscheiden uns für grün und werfen die beiden Würfel sofort.

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Danach setzen wir sie in unsere Kali Statue ein.

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Blau ist wieder an der Reihe und begibt sich in den Palast. Für dieses Feld gibt er einen lila Würfel ab, um 2 grüne zu erhalten.

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Diese wirft er und setzt sie in seine Statue.

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Grün ist am Zug und geht in den Hafen. Er gibt einen 3er Würfel ab.

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Dafür darf er 1 - 3 Felder auf dem Fluss fahren. Dabei werden gegnerische Boote übersprungen. Er wählt den Palast-Bonus.

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Er entscheidet sich für die Tänzerin. Hierfür erhält grün 2 Würfel und ein Bonusplättchen.

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Er entscheidet sich für 2 lila Würfel.

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Auch diese werden geworfen und dann in die Kali-Satue eingesetzt.

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Danach deckt er ein Bonusplättchen auf.

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Der Bonus lässt ihn einen Schritt auf einer Bauleiste voranschreiten.

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Wir sind wieder an der Reihe und gehen in den Steinbruch.

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Wir bezahlen 2 Geld.

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Dann tauschen wir einen lila 5er Würfel gegen das passende Plättchen.

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Dieses bauen wir ein. Auf dem Plättchen ist ein 2er Gewürzmarkt abgebildet. Außerdem haben wir den 3er Geldbonus erreicht.

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Zusammen sind das 5, was wir auf der Geldleiste voranschreiten.

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Blau möchte auch bauen, was ihn aktuell 2 Geld kostet.

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Er gibt 10 Würfelpunkte ab, um sich das passende Plättchen zu nehmen.

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Er baut das Plättchen an.

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Die abgebildeten Gebäude geben ihm insgesamt 5 Ruhmpunkte.

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Diese schreitet er voran und schaltet ddurch einen Bonus frei.

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Dafür erhält er wieder einen Punkt für seine Bauleiste.

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Grün geht zur Tänzerin. Er gibt einen 2er Würfel ab.

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Dann nimmt er sich 2 gelbe Würfel und zieht ein Bonusplättchen.

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Wir machen wieder eine Bootsfahrt mit einem 1er Würfel.

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Dadurch landen wir auf dem Karma-Bonusfeld.

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Dieses gibt uns 2 Karma, welche wir verwenden können, um Würfel umzudrehen.

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Danach beginnt eine neue Runde. Das Spiel endet, wenn sich der Ruhm- und der Geldmarker eines Spielers treffen. Die aktuelle Runde wird noch zuende gespielt. Wer nun die größte Differenz zwischen Ruhm und Geld hat, gewinnt.

Das beste Heilmittel gegen Sorgen ist die Unterhaltung.

(Indisches Sprichwort)

Meine erste Begegnung mit „Rajas of the Ganges“ hatte ich in Essen. Dort wurde mir das Spiel kurz präsentiert. Der erste Blick auf das Spielbrett war ein Wechselbad der Gefühle. Auf der einen Seite wirkte alles schön, auf der anderen Seite total überladen. Viele Symbole stehen sich auf dem Brett fast schon auf den Füßen. Aber eines kann ich bereits jetzt verraten. Eigentlich ist alles halb so schlimm und das Spiel selbst einfacher zu erlernen, als es der erste Eindruck vermittelt.

Als dann die ersten Partien anstanden, war ich leicht enttäuscht. Wobei enttäuscht ist eigentlich das falsche Wort. „Rajas of the Ganges“ spielte sich nett, die Würfel waren ständig alle, weswegen man viele Aktionen darauf verwandte neue zu erhalten. Es ging eher stockend voran und der Markt wirkte sehr übermächtig. Dann kam die Partie Nummer 3, in der ich den Fluss für mich entdeckte.

Ich hatte zu Beginn ja schon die vielen Symbole erwähnt. Dahinter verbergen sich Bonusfelder, welche zentraler Dreh- und Angelpunkt des Spiels sind. Hier schafft man es dann mit passenden Aktionen in einen schönen Flow zu kommen. Genau dann ist der Punkt erreicht, an dem „Rajas of the Ganges“ beginnt Spaß zu machen. Dann, wenn man seine Züge genauer plant. Und plötzlich ist der zuvor übermächtige Markt gar nicht mehr so schlimm.

Alles passt, wie bei den Brands gewohnt, handwerklich sauber zusammen. Aber bietet es genügend Alleinstellungsmerkmale, um sich abzuheben? Wir hätten zuerst einmal das ungewohnte Ziel. Theoretisch haben wir zwei Siegpunktleisten (Geld und Ruhm), die ineinanderlaufen und das Ende auslösen. Das gefällt mir persönlich sehr gut. Dann haben wir ein gewisses Glückselement durch die Würfel, das dem einen mehr, dem anderen weniger gefallen dürfte. Mich persönlich hat es nicht gestört, da eigentlich immer eine sinnvolle Aktion möglich ist. Zuletzt gibt es Euro untypisch keine Rohstoffe, die produziert werden, sondern imaginäre Märkte, die verschieden gewertet werden können.

„Rajas of the Ganges“ ist kein perfektes, aber sehr unterhaltsames Spiel. Es liegen noch zwei Erweiterungsmodule bei, die das Spiel noch etwas ändern. Mir gefällt es inzwischen recht gut, aber auch erst, seitdem es Klick gemacht hatte und ich die Bonusfelder richtig zu nutzen wusste. War also eure erste Partie eher holprig und unspektakulär, dann erging es euch so wie mir. Gebt dem Spiel ruhig noch eine Chance und ändert eure Spielweise. Vielleicht entdeckt auch ihr plötzlich den Spaß am Spiel.

 

Rajas of the Ganges

Huch! 2017


Autor: Inka und Markus Brand
Dauer: ca. 60 – 90 Minuten
Spieler: 2 – 4
Schwierigkeit: Fortgeschrittene

Anmerkungen

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