Bunny Kingdom – Iello – 2017

Es war einer dieser Morgen. Die Sonne war gerade am Horizont erschienen und konnte den allseits bestehenden Nebel nicht vertreiben. Ein Nebel, der so dicht und beständig war, wie die Kopfschmerzen, die ihn quälten. Er hätte gestern Abend doch nicht mehr so tief in den Becher sehen sollen. Doch die Arbeit war hart und der Karottenwein eine der wenigen Freuden, die er sich gönnte. Doch Jammern würde nichts helfen. Nicht in dieser Goldgräberstimmung die gerade herrschte. Städte sprangen aus dem Boden und man musste sein Land rechtzeitig abstecken, damit einem keiner zuvorkam. Außer man wollte darauf verzichten sich goldene Hasenzähne zu verdienen. Und bei Mümmelmann… Das hatte er sich geschworen. Er würde härter arbeiten, als jeder andere dieser haarigen Burschen und dann, nach ein paar Jahren die Früchte seiner Arbeit genießen. Hoffentlich hatte er auf den richtigen Lehnsherren gesetzt. Sonst wäre alles womöglich umsonst. Doch daran durfte er nicht denken. Denn ein weiterer Tag der Anstrengung lag vor ihm.
 
 


„An alle Menschen die behaupten sie wüssten, wie der Hase läuft: Er hoppelt!”

(Aus Deutschland)

In „Bunny Kingdom“ wählen wir über Karten Standorte für unsere Hasen und die Gebäude, die wir bauen möchten. Damit das nicht zu einfach ist werden die restlichen Karten immer weitergegeben. Doch nur, wer seine Lehen passend ausbaut und die richtigen Schriftrollen sammelt, wird am Ende genügend Punkte haben, um siegreich aus dem Spiel hervorzugehen.

Einen bebilderten Ablauf findet ihr in dieser Galerie:

3 Freunde haben sich zusammengefunden das Königreich der Hasen zu besiedeln.
Dies ist unsere Startkartenhand.
Von dieser wählen wir 2 Karten, die wir verdeckt vor uns ablegen. Der Rest wandert zum Spieler nach links.
Von dieser wählen wir 2 Karten, die wir verdeckt vor uns ablegen. Der Rest wandert zum Spieler nach links.
Haben alle gewählt wird aufgedeckt.
Ist auf einer Karte eine Koordinate, wird dort ein Hase platziert.
Gebäude werden auf den vor einem liegenden Karten gesammelt.
Pink hat zwei Karten mit Koordinaten aufgedeckt.
Und stellt seine Häschen dort ab.
Auch Schwarz deckt zwei Koordinaten-Karten auf.
So setzt er seine Hasen auf dem Spielbrett ein.
Nun nimmt jeder Spieler die Karten, die er erhalten hat.
Davon wählt er zwei neue und gibt den Rest wieder nach links weiter.
Haben alle gewählt wird aufgedeckt.
Gebäude sammeln wir wie gewohnt vor uns.
Und Hasen wandern auf die Karte.
Auch Pink hat ein Gebäude und eine Koordinate gelegt.
Ein weiterer Hase geht somit auf das Spielfeld.
Schwarz hat sich für 2 Gebäude entschieden.
In der nächsten Runde haben wir eine Schriftrolle bei uns abgelegt.
Diese werden in einem verdeckten Stapel gesammelt. Am Spielende werden ihre Siegpunkte gezählt.
Pink spielt erneut zwei Koordinaten.
Dafür setzt er wieder zwei Hasen ein.
Schwarz hat auch eine Karte verdeckt bei sich behalten.
Die Koordinaten Karte setzt ihm ein weiteres Häschen auf das Spielbrett.
Dies betreiben wir weiter, bis alle Karten gespielt wurden. Danach gehen wir in die Bauphase über.
In dieser dürfen wir die vor uns liegenden Gebäude einsetzen. Wir entscheiden uns diese Stadt zu verbauen.
Gebäude müssen auf Felder mit eigenen Hasen. Es darf sich dort kein anderes Gebäude befinden.
Auch diese Stadt bauen wir.
Wunderschön mit Meerblick.
Diese 3er Stadt hat eine Voraussetzung. Sie darf nur in Gebirgen gebaut werden.
Zum Glück haben wir ein passendes Feld.
Pink setzt seine 2 Läger ein. Diese dürfen frei platziert werden. Dazu kommt jeweils ein Hase.
Auch schwarz erweitert sein Einflussgebiet mit einem Lager.
Nun wird gewertet. Für jede zusammenhängende Fläche an Hasen werden die Anzahl der Türme mit den unterschiedlichen Waren im Königreich multipliziert. (hier 1 x 1).
So viele Siegpunkte geht man auf der Leiste voran.
Flächen, die zwar Waren produzieren, aber keine Türme aufweisen, bringen nichts.
Wir haben hier eine Stadt mit 2 Türmen auf einem Feld, das Karotten produziert.
Macht zwei Punkte.
So werden alle Flächen abgerechnet. Nach insgesamt 4 Spielrunden kommt die letzte Abrechnung. Dort werden noch die zuvor verdeckt gesammelten Karten gewertet. Wer nun die meisten goldenen Karotten gesammelt hat, gewinnt.

„Mein Name ist Hase, ich weiß Bescheid.“

(Bugs Bunny)

Das Erste, was einem bei Bunny Kingdom ins Auge fällt, sind natürlich die vielen, vielen bunten Hasenfiguren. Diese lösen bei mir eine Erinnerung an die Kindheit aus. Ich bilde mir ein, in den 80ern ein Spiel besessen zu haben, welches ähnliche Hasen – nur etwas größer – beinhaltet hatte. Falls mir hier jemand einen Tipp hat, wäre ich sehr dankbar. Ich komme einfach nicht auf den Titel…

Aber zurück zum wesentlichen. Den Hasen. Für manche mag ein Spiel wie „Bunny Kingdom“ ein thematischer Super-GAU sein. Ich persönlich liebe so etwas. Leicht abstrus, nicht zu verrückt und total stimmig bildlich dargestellt, abseits des normalen Euro Themas. Davon dürfte es wegen mir ruhig mehr geben. Beim Spiel selbst bin ich jedoch etwas gespalten.

Es ist unterhaltsam und spielt sich recht flüssig. Dabei bietet es oftmals wichtige Entscheidungen, für die man viele Faktoren – inklusive der Gegenspieler – mit einfließen lassen sollte. Auch, wenn der Kartenmechanismus von 7 Wonders entliehen wurde, passt er sich hier sehr gut ein. Auf der Gegenseite haben wir jedoch eine mangelnde Planbarkeit, fitzelige Abrechnungen (vor allem in den letzten 2 Runden) und übermächtige Schriftrollen. Aber das beleuchten wir besser genauer.

Dadurch, dass in einem Spiel nicht alle Karten verwendet werden, kann man also nie genau damit rechnen, welche Felder denn nun überhaupt besiedelt werden. Dabei spreche ich nicht davon, dass einem Mitspieler etwas streitig machen, aber es wird dir immer wieder passieren, dass deine Mitspieler mehr Kartenglück haben und ihre Lehen so besser/lukrativer ausbauen können. Ja, es gibt die Möglichkeit über Lager und Türme ein wenig zu „tricksen“. Aber ein wenig mehr Einfluss wäre in einem Area Control Spiel schon praktisch gewesen.

Die Abrechnungen werden im späteren Spielverlauf etwas unübersichtlich. Es tummeln sich viele Hasen auf dem Spielfeld. Hier muss man nun sehen, welche Flächen hängen zusammen, wie viele unterschiedliche Rohstoffe befinden sich darin und was für Städte sind vorhanden. Mit etwas Erfahrung wird es zwar leichter, aber man übersieht leicht mal etwas. Kein absolutes KO-Kriterium, da eigentlich jeder für sein Königreich zuständig ist und eine richtige Abrechnung gewährleisten sollte, aber dennoch spürbar.

Zuletzt haben wir da noch die Schriftrollen. Diese werden am Ende des Spiels gewertet. Sie bringen direkt Siegpunkte oder über Bedingungen die erfüllt sein müssen. Diese empfinde ich als zu mächtig. Ich konnte damit das Spiel häufig für mich entscheiden, obwohl ich bautechnisch kaum etwas auf die Reihe bringen konnte. Klar, es muss mehrere Möglichkeiten zum Sieg geben. Aber es sollte dann doch etwas mehr vonnöten sein, als Karten zu sammeln.
„Bunny Kingdom“ ist dennoch ein gutes Spiel. Es ist relativ schnell erklärt und eröffnet mit seiner Thematik auch außerhalb der normalen Spielrunde Möglichkeiten. Nochmals hervorheben möchte ich die Entscheidungen. Wenn man eine Kartenhand hat, bei der man einen Großteil brauchen könnte, aber nur 2 behalten darf, kommt man ganz schön ins Schwitzen. Ein Umstand, den ich liebe, selbst, wenn er bei manchen Spielern zu einer gewissen „Analysis Paralysis“ führen kann.

Auch, wenn ich nicht immer einen Magen dafür habe, ist eine Partie „Bunny Kingdom“ doch immer wieder eine nette Auflockerung im Spielealltag. Wenn jetzt nur die oben erwähnten negativen Aspekte ausgemerzt geworden wären…

 

Bunny Kingdom

Iello 2017


Autor: Richard Garfield
Dauer: ca. 45 – 60 Minuten
Spieler: 2 – 4
Schwierigkeit: Einsteiger – Fortgeschrittene

Anmerkungen

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