Fundament der Ewigkeit – Kosmos – 2017

Und es begab sich zu der Zeit, als Ken Follet den dritten Band zu seiner Kingsbridge Reihe schrieb, welches als „das Fundament der Ewigkeit“ im Handel landete. Kosmos, die wiederum in der Vergangenheit gute Erfahrungen mit den spielerischen Umsetzungen der Bücher gesammelt hatten und die Menschen gut damit unterhalten konnten, ließen sich nicht lumpen und veröffentlichten auch hier das passende Spiel. Nun, nach vielen Testrunden wagen wir eine Prognose und erzählen euch, was euch denn erwartet, wenn ihr euch auf das Spiel einlasst.
 
 


Wenn man zu Gott spricht, ist man religiös. Wenn Gott mit einem spricht, ist man irre.

(Dr. House)

Im „Fundament der Ewigkeit“ ist nicht nur wichtig, welcher Religion ihr angehört, sondern auch welche Personen ihr um euch schart und wie lange ihr euch an diese bindet. Denn zum Schluss gelten nur Siegpunkte, die ihr über verschiedene Wege ergattert. Nur, wer zum Schluss die meisten hat, gewinnt.

Einen bebilderten Ablauf findet ihr in dieser Galerie:

1/46

Wir wagen eine Partie zu Dritt.

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Wir beginnen das erste Halbjahr. Aktuell sind wir Protestant.

3/46

Den Würfel drehen wir um eins nach unten.

4/46

Nun ist blau am Zug. Da sein Würfel auf 1 ist, kann er ihn nicht runterdrehen. Er darf nun seine Religionszugehörigkeit wählen.

5/46

Blau bleibt Protestant und wirft den schwarzen Würfel, um festzulegen, wie viele Jahre (= Runden) er es bleibt.

6/46

Nun ist Grün am Zug.

7/46

Er dreht seinen Würfel nach unten.

8/46

Da er der einzige Katholik am Tisch ist, erhält er einen Siegpunkt.

9/46

Wir starten nun das zweite Halbjahr, indem wir alle in unserem Vorrat befindlichen Würfel werfen.

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Von den Ergebnissen wählen wir die Orange 6.

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Wir platzieren also ein Handelshaus auf dem Feld 6 der Leiste und verschieben den Religionsstein (= Protestant) vom Charakter auf die zugehörige Leiste.

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Den Charakter nehmen wir zu uns und platzieren die 6 auf ihm. Er ist nun 6 Jahre in unserem Dienst. Seine Aktion dürfen wir gleich ausführen und erhalten ein Buch.

13/46

Auf den neu aufgedeckten Charakter des orangen Stapels wird sofort ein passender Religionsstein gelegt.

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Danach werfen wir einen Blick auf die Aktionsleiste. Wir dürfen eine Aktion der noch übrigen Würfelfarben wählen.

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Wir nehmen weiß.

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Und erhalten dafür ein Schild für unseren Vorrat.

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Nun ist blau dran und wählt die weiße 5.

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Er setzt sein Handelshaus auf die 5 und den Religionsstein des Charakters ein.

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Der Charakter wandert mit dem Würfel in seine Auslage und er erhält sofort ein Schild.

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Auch hier wird auf dem neuen, weißen Charakter ein passender Stein gelegt.

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Bei der Aktionsleiste entscheidet er sich für das braune Feld.

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Hier bekommt er ein beliebiges Gut. Er wählt ein Tuch.

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Grün wählt die braune 4. Platziert Religionsstein und Handelshaus.

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Auch er erhält den Charakter für seine Auslage. Als Aktion dürfte er einen neutralen Religionsstein einsetzen oder einen Siegpunkt nehmen.

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Er entscheidet sich für den Siegpunkt.

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Auch er wählt als Aktion ein Feld für ein freies Gut.

27/46

Dafür schnappt er sich ein Erz.

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Das zweite Jahr beginnt. Wir starten das Halbjahr und beginnen mit unserer Religion. Da der Würfel nicht auf 0 gedreht werden kann, dürfen wir hier wählen.

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Wir entscheiden uns Protestant zu bleiben und werfen den Würfel neu.

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Danach drehen wir den Würfel des Buchhändlers um eins nach unten und erhalten ein Buch.

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Nun ist blau am Zug.

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Auch er dreht alle Würfel nach unten und erhält für seinen Charakter ein Schild.

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Grün folgt. Auch er darf die Religion neu wählen.

34/46

Er bleibt jedoch Katholik.

35/46

Da er immer noch der einzige ist, erhält er hierfür wieder einen Siegpunkt.

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Das zweite Halbjahr beginnt und wir werfen wieder alle Würfel aus unserem Vorrat.

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Davon wählen wir die blaue 6 und platzieren wieder Handelshaus und Religionsstein.

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Für den Charakter erhalten wir einen Wein.

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Danach werfen wir einen Blick auf die Aktionsleiste und was wir tun könnten.

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Da uns keine so richtig gefällt geben wir einen Siegpunkt aus. Dafür dürfen wir eine Aktion überspringen und die nächste in der Reihe auswählen.

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Wir überspringen also die braune Aktion und landen dann auf dem Buchfeld. Dafür dürfen wir in allen passenden Städten Bücher verkaufen. Voraussetzung, wir müssen ein Handelshaus vor Ort haben.

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Wir beginnen in Paris und verkaufen eines für 4 Siegpunkte.

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Das nächste verkaufen wir in Antwerpen für 2 Siegpunkte.

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Kommen wir noch zu einem wichtigen Punkt Religionskriege. Ist die Religionsleiste voll wird geprüft, welche Religion die meisten Steine hat. In diesem Beispiel gewinnen die Katholiken.

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Alle Handelshäuser der Protestanten werden entfernt. Die Katholiken erhalten so viele Punkte, wie das Feld ihres Handelshauses vorgibt. Grün in diesem Fall also 5.

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Dadurch prescht grün natürlich ein gutes Stück nach vorn. Das Spiel geht weiter, bis ein Spieler mindestens 50 Punkte erreicht und dadurch das Ende einläutet. Wer nach dem aktuellen Jahr die meisten Punkte hat, gewinnt.

Es gibt viele Religionen, aber nur eine Moral.

(John Ruskin)

Ich sitze gerade schon einige Minuten vor dem leeren Bildschirm und überlege, wie ich das folgende denn am besten zusammenfasse. Es wäre jetzt einfach zu sagen, dass das „Fundament der Ewigkeit“ schlecht ist und das Spiel einem Fußabtreter gleich unter den Füßen zu zermahlen. Aber wer hier schon länger mitliest weiß, dass ich das als vollkommen stillos empfinde. Das bedeutet nicht, dass ich nicht sage, wenn mir ein Titel nicht gefällt, aber dennoch gehört auch in Kritik eines. Respekt. Also versuchen wir es hier in dieser Rezension Schritt für Schritt.

Das „Fundament der Ewigkeit“ ist eines der Spiele, die sich während der Regellektüre richtig interessant anhören. Während der ersten Partie wird man dann geerdet. Zuerst versucht man eigene Spielfehler ausfindig zu machen und die nächste Runde anders angehen zu lassen. In meinem Fall war es, dass ich beim ersten Versuch plötzlich keine Würfel mehr zur Verfügung hatte, weil ich zu hohe Werte wählte. Aber auch in den nächsten Spielen ändert sich das Gefühl nicht. Es bleibt ein fader Geschmack.

Das liegt meines Erachtens an mehreren Punkten. Der gravierendste dabei, dass das Spiel einem auf den ersten Blick vorgaukelt viel mehr zu sein, als dann tatsächlich vorhanden ist. Um euch das zu verdeutlichen habe ich hier das Spielbrett hergenommen.

Es sieht wirklich wunderschön aus und macht Lust auf mehr. Doch, wenn wir einmal das schmückende Beiwerk ausblenden bleibt nur noch folgendes übrig.

Das sind alle spielrelevanten Felder auf dem Brett. Geschätzt sind das ca. 10 % des Platzes, wobei die Aktionsleiste, welche ein wichtiges Kernstück des Spiels ist, zu klein geraten ist. Das macht es schwer wichtige Informationen richtig zu erfassen und gezielt zu agieren.

Wobei, gezieltes Agieren ist sowieso nicht ganz so sehr möglich. Viel zu viel ist dem Zufall überlassen. Welche Rohstoffe kommen überhaupt ins Spiel, welche Ereignisse kommen und werde ich mehrfach gezielt zu Boden geworfen, während mein Gegner durch reines Glück gepusht wird. Das „Fundament der Ewigkeit“, so kommt es mir vor, will eigentlich vorwiegend Planer ansprechen. So macht es zumindest den Eindruck, wenn man davon ausgeht, dass man möglichst effektiv Siegpunkte sammeln sollte, um zu siegen. Gleichzeitig tut es aber alles, um selbst Taktiker eins auszuwischen. Dabei sind nicht einmal die Mitspieler das Problem, sondern die vielen Zufälle. Versteht mich jetzt nicht falsch, ich mag Spiele mit Glücksanteil. Dennoch sollte das Gefühl da sein etwas bewirken zu können und nicht nur ausgeliefert zu sein.

Denn ausgeliefert ist man. Viel zu wenige, wirklich spielrelevante Entscheidungen sind zu treffen, weswegen das „Fundament der Ewigkeit“ vor sich hinplätschert. Eine Spannungskurve ist bei uns bei keiner einzigen Partie entstanden. Selbst dann nicht, als alle am Tisch befindlichen Spieler bereits mehrere Partien absolviert hatten und dementsprechend wussten, was sie tun sollten.

Als letztes hätte vielleicht ein wenig Interaktion unter den Spielern zu einem besseren Erlebnis verholfen. Dieses ist jedoch kaum vorhanden. Lediglich über die Religion und die Möglichkeit die Konflikte ein wenig zu beeinflussen, bekommt man Berührungspunkte. Wobei man sonst auch nicht wirklich viel zu tun hat. Kein richtiges optimieren, kein Aufbau oder etwas Anderes, was einem das Gefühl gibt etwas zu bewegen.

So könnte man zusammenfassen, dass das „Fundament der Ewigkeit“ verdammt hübsch aussieht und mechanisch funktioniert aber eigentlich eher spielerisch flau ist. Schade, denn der Wille das Spiel zu mögen war definitiv da. Leider ist der Funke nicht übergesprungen. 

 

Fundament der Ewigkeit

Kosmos 2017


Autor: Michael Rieneck
Dauer: ca. 10 – 15 Minuten je Spieler
Spieler: 2 – 4
Schwierigkeit: Fortgeschrittene

Anmerkungen

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