Great Western Trail – Pegasus/Eggertspiele – 2016

 

Heute legen wir uns etwas Kautabak und Spucknäpfe bereit. Denn wir spielen „Great Western Trail“. Das hat schließlich alles, was Jungs von klein auf lieben. Cowboys und Eisenbahnen. Und für schwäbische Vorlieben ist mit dem Häuslebauer-Aspekt auch gesorgt. Kann ja nicht allzu viel schief gehen. Also, ab auf die Pferde und los geht es in den nicht ganz so wilden Westen.

Er wusste zu viel!

„Great Western Trail“ lebt nicht von Wildwestromantik, sondern beschäftigt sich mit dem harten Alltag eines Rinderbarons. Es müssen die richtigen Mitarbeiter angeheuert, am Viehmarkt eingekauft und die Herde optimiert werden. Gleichzeitig handelt man mit Indianern, baut neue Anlaufstellen, sammelt Zertifikate und blockiert Mitspieler. Und alles nur, um die Rinder möglichst punkteträchtig verkaufen zu können. Denn nur so schaltet man wichtige neue Fähigkeiten frei und steht am Ende siegreich da. Halleluja!

Nachfolgend einen bebilderten Beispielsablauf wie gewohnt.


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Der Aufbau:  Wir verwenden ein Spiel zu dritt als Grundlage für unsere Beispiele. Gelb beginnt.

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Zu Beginn darf jeder Spieler seinen Viehtreiber auf ein beliebiges Gebäude stellen. Gelb wählt die Anwerbung neuer Mitarbeiter aus.

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Zuerst wirft er jedoch eine weiße 2er Kuh ab um 2 Dollar zu erhalten..

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Dann stellt er für 6 Dollar einen Ingenieur ein.

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Diesen platziert er auf seinem Tableau, was eine Zusatzaktion auslöst.

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Gelb wirft eine 1er Kuh ab.

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Dadurch wandert der Zertifikats-Marker ein Feld nach unten.

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Blau beginnt sein Spiel am Ende des Trails..

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Zuerst wird die Lok entsprechend der Anzahl der Ingenieure bewegt. Ein Blick auf das Tableau zeigt, dass er lediglich 1 hat.

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Also schiebt er die Lok um 1 Feld nach vorn.

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Außerdem darf er noch eine Sonderaktion von seinem Tableau ausführen. Er wählt die zweite. Zieh eine Karte, wirf eine Karte ab.

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Wir wissen nicht, was er gezogen hat, aber dass er die graue 1 nicht brauchen kann.

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Nun ist Rot am Zug. Er möchte gleich das erste Gebäude bauen.

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Zuvor wirft er jedoch eine grüne 2er Kuh ab und erhält 2 Dollar.

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Im Anschluss baut er eines seiner Gebäude auf ein freies Feld. Das kostet ihn 2 Dollar (2 Dollar je benötigtem Arbeiter, siehe oben links). Und er hat seinen ersten Siegpunkt erhalten.

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Nun ist wieder Gelb am Zug. Er darf von seinem aktuellen Standort 3 Felder weit laufen. Dazu zählen Gebäude, Gefahrenfelder und Indianer.

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Er bewegt sich 2 Felder weit.

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Und landet dabei auf diesem Gebäude.

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Er schiebt den Zertifikatsmarker wieder ein Feld nach unten.

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Und darf die Lok dank 2 Ingenieuren 2 Felder weit bewegen. Da gegnerische Loks dabei übersprungen werden landet er somit auf Feld 3 der Leiste.

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Blau ist wieder am Zug.

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Und begibt sich direkt nach Kansas City. Dort durchläuft er 5 Schritte.

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Zuerst wählt er vom ersten Feld das Wüsten-Plättchen und platziert es auf dem Weg.

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Weiter geht es mit Schritt 2.

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Dort nimmt er einen der bereit liegenden Bauarbeiter und stellt ihn auf das nächste freie Feld des Arbeitsmarkts.

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Im Schritt 3 darf er wieder einen Arbeiter aussuchen..

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Diesmal entscheidet er sich für einen Cowboy.

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Im Anschluss werden die Felder wieder neu aufgefüllt.

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Schritt 4, verkauf die Kühe..

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Blau legt seine Handkarten offen hin. Jede Kuhsorte wird dabei nur einmal gezählt. Mit der ausgespielten Hand verdient er insgesamt 7 Dollar. Er dürfte hier nun auch Zertifikate verkaufen, da er jedoch keine hat entfällt dies..

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Gehen wir zum Schritt 5, der Lieferung, über.

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Blau darf nun einen Bahnhof im Wert von bis zu 7 aussuchen und dort einen seiner Marker platzieren. Ist seine Lok noch nicht dort angekommen kostet es ihn 1 Dollar pro passiertem Andreaskreuz. Also in unserem Beispiel zahlt er 3 Dollar für eine Lieferung nach Colorado Springs.

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Da es sich um einen weißen Bahnhof handelt darf er eine Scheibe einer seiner weißen Sonderaktionen ablegen. Er wählt die Aktion Zieh 1 Karte, leg 1 Karte ab, wodurch er diese in Zukunft doppelt ausführen kann.

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Ganz zum Schluss stellt er seinen Viehtreiber wieder an den Anfang des Trails.

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Nun ist rot wieder am Zug.

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Der Spieler bewegt sich zwei Felder. Zuerst über das Wüstenfeld, was ihn 2 Dollar kostet (die grüne Hand), die er an die Bank zahlen muss.

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Zuletzt landet er auf dem von ihm gebauten Gebäude. Rechts am Gebäude ist eine Sonderaktion zu sehen, auf die wir gleich kommen.

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Fangen wir mit Schritt eins an. Wirf 2 gleichfarbigen Kühe ab und krieg 3 Dollar.

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Danach werfen wir eine weitere Kuh ab für die Sonderaktion ab.

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Und unser Zertifikatsmarker wandert ein Feld weiter nach unten.

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Als nächstes darf unser Viehtreiber ein Feld weiter ziehen.

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Auf dem neuen Feld angelangt dürfen wir gleich weiter machen. Rot bewegt seinen Zertifikatsmarker wieder ein Feld weiter.

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Und die Eisenbahn ein Feld vorwärts.

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Gelb ist wieder am Zug.

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Er bewegt sich 1 Feld weiter.

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Und landet auf diesem Gebäude.

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Er beginnt damit mit den Indianern zu handeln.

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Hierfür nimmt er sich das blaue Plättchen und erhält 1 Dollar.

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Richtig, grün wäre 2 Dollar wert gewesen, aber mit dem blauen Plättchen kann er seinen Startauftrag bereits zum Teil erfüllen. Im Anschluss darf er auch eine seiner Tableauaktionen ausführen. Er optimiert, wie blau zuvor, seine Hand.

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Überspringen wir nun ein paar Züge, bis Blau am Viehmarkt eingetroffen ist.

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Er wirft zuerst eine schwarze 2 ab und erhält 2 Dollar.

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Danach wirft er einen Blick auf die Leiste, was er sich mit 1 Cowboy denn kaufen kann. Er entscheidet sich für eine braune 4 für 12 Dollar.

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Das Spiel geht nun so lange weiter, bis der Arbeitsmarkt komplett gefüllt wurde. Am Ende erhält jeder Siegpunkte. Und zwar für:

+ 1 Siegpunkt je 5 Dollar
+ Aufgedruckte Siegpunkte auf gebauten Gebäuden
+ belieferte Bahnhöfe
+ angefahrene Bahnhöfe
+ gesammelte Gefahrenfelder
+ Kühe
+ erfüllte Aufträge / – nicht erfüllte Aufträge
+ Bahnhofsmarker
+ Personal
+ Siegpunkte am Tableau
+ 2 Siegpunkte für denjenigen, der das Ende des Spiels eingeläutet hat

Good, bad, I’m the guy with the gun.

Bisher lief es bei neuen Mitspielern bei „Great Western Trail“ immer gleich. Während der ersten Erklärung wurden die Gesichter immer länger und länger. Wie sollte man sich das alles merken? Ein wahres Regelmonster entfuhr es so manch geschocktem Teilnehmer. Doch meistens dauerte es nur 2 – 3 Züge und schon ist das Spiel in Fleisch und Blut übergegangen. Nicht alle Auswirkungen des eigenen Tuns betreffend, aber zumindest vom Ablauf her. So gut greift alles ineinander, so stimmig ist es umgesetzt, dass man erst einmal vor sich Hinspielen kann. Natürlich gilt es die Zahnrädchen im Hintergrund zu erkennen, um zu wissen, was passieren wird, wenn man etwas macht, aber bis dahin hat man jedoch auch bereits in der ersten Partie seine Erfolgserlebnisse. Und wer nicht zu verbissen auf Sieg spielt, auch seinen Spaß.

Später dann geht es natürlich ans optimieren. Wann zieh ich mit meiner Lok, wie schnell können meine Gegner begehrte Bahnhöfe erreichen, wie investiere ich mein Geld. Alles wichtige Entscheidungen, die dafür sorgen, dass man sich nicht langweilt. Und, was noch wichtiger ist, alles so optimiert, dass keine Analysis-Paralysis eines Spielers das Geschehen vollkommen ins Stocken geraten lassen kann. Dafür sind die eigenen Züge angenehm kurz. Denn Ketten bauen sich über mehrere Runden auf und müssen nicht auf einmal komplett durchdacht und herunterspielt werden. So ist „Great Western Trail“ komplex, aber immer noch angenehm zu spielen.

Thematisch kann „Great Western Trail“ auch punkten. Ich liebe es einfach meinen Viehbestand zu optimieren und neue Kühe hinzu zu fügen. Gleichzeitig führen viele Wege ans Ziel. Zwar nicht alle gleich erfolgreich (so war in unseren Runden zwar derjenige, der sich auf das Bauen eingeschossen hat immer recht gut mit dabei, konnte jedoch nie den Sieg davontragen), aber immer noch spannend. Später entsteht durch eine zufällige Verteilung der Start- und der b-Seite der eigenen Gebäude noch genügend Variation, dass man nicht immer nach Schema-F herunterspielen kann. Das verlängert natürlich die Lebensdauer eines bereits guten Spiels.

Wir werden auf jeden Fall noch weitere Ausritte in den Westen starten. „Great Western Trail“ ist für mich einfach ein tolles Spiel, das ich fast uneingeschränkt empfehlen würde. Wäre da nicht eine gewisse Einstiegshürde, die eigentlich keine ist. Wer sich hier aber durchbeißt wird viel Spaß haben. Amen.

 

Great Western Trail

Pegasus/Eggertspiele 2016


Autor: Alexander Pfister
Dauer: ca. 30 -40 Minuten pro Spieler
Spieler: 2-4
Schwierigkeit: Mittel

Anmerkungen

  • Deutsch + Englische Anleitung

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