Perfect Match

Spieler: 2 - 12+
Dauer:
45 Minuten
Zielgruppe: Familie

 Für Familien - Für viele - Konfliktfrei - Kooperativ - Kurzes Spiel - Zu zweit spielbar

- 29.Mrz.2020

Was klingt wie ein Tinder-Hauptgewinn, ist tastächlich ein Partyspiel. Und das jetzt? Zur Corona Zeit? Nein, wir sind nicht verrückt, na ja vielleicht ein wenig. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen lohnt es sich auf „Perfect Match“ einen Blick zu werfen.
Warum Schmidt - Spiele sich entschieden hat, den ursprünglichen englischen Titel von „Wavelength“ in den genauso englischen Titel „Perfect Match“ zu ändern ist wohl ein Marketinggeheimnis, das wir nie lösen werden.

„Worte verbinden nur, wo unsere Wellenlängen übereinstimmen“

(Max Frisch)


Das Team hat geraten und den Zeiger eingestellt. Das andere Team zeigt mit dem "Stift" dass der silberne Bereich weiter links liegt.

In „Perfect Match“ versucht ein Team herauszufinden, in welchem Bereich auf einer Skala ein Hinweis liegt. Für den Hinweis gibt es eine Karte, die 2 Extreme angibt. Der Hinweis kommt von einem Tippgeber im eigenen Team. Klingt völlig abstrakt? Ist es.

Nicht ganz so übel zu erklären wie Decrypto aber wenn man es einer neuen Truppe beibringt macht man das am besten über ein Beispiel. Here we go: Die Karte sagt „kalt und heiss“, der Bereich, der getroffen werden soll, liegt ungefähr bei 2 Uhr auf der Skala. Der Tippgeber sagt Kaffee und hofft, dass die anderen verstehen, dass es etwas heiß ist aber nicht so heiß, wie etwa die Sonne.

Die Auflösung, der rote Pfeil steht nicht schlecht. Das andere Team liegt daneben mit seiner Schätzung.


Weitere Spiele vom "Perfect Match" Autor:

„Gemeinsame geistige Tätigkeit verbindet enger als das Band der Ehe.“

(Marie von Ebner-Eschenbach)


Robert meint:

Ich habs ja schon oben erwähnt, der Einstieg in „Perfect Match“ kann für einige mit vielen Fragezeichen beginnen. Das Prinzip ist aber genauso genial wie einfach, sodass man hier mit „learning by doing“ die ersten Hürden ratz fatz nimmt und die ganzen Fragen schnell geklärt sind. 

Ein paar der möglichen Kategorien.

Es entwickelt sich ein Spiel, in dem man versucht, sich einerseits  auf den Tippgeber einzustellen, seine Begriffswelt zu verstehen und andererseits die Teammitglieder, wie sie es sehen und deren Einstufung zu erspüren. Sobald der Tipp vom Hinweisgeber kommt, geht die Diskussion in der ganzen Gruppe los. Was hat er damit wohl gemeint? Dies ist der eigentliche Kern des Spiels. Man schätzt gemeinsam den Tipp des anderen ein. Was sind denn seine 100%? Im Beispiel mit dem Kaffee kommen Überlegungen, wie zum Beispiel, was ist denn richtig heiß? Die Sonne? Eine Kerze? Eine Herdplatte? Oder meint er einfach kochendes Wasser? Alles könnte richtig sein, nur was ist es denn? Jedes würde die Position des Zeigers deutlich verändern. Das Schöne dabei ist, dass der rote Zeiger die Diskussion in die Realität holt. Man hat etwas Konkretes vor sich. Denn sobald der erste den Zeiger gestellt hat, bekommt die Diskussion noch zusätzlich Feuer. „Nein, das ist deutlich mehr“, der Zeiger geht rechts. Danach„Nein, nein, viel weniger“, der Zeiger rutscht wieder nach links. Die meisten werden dann aktiv und greifen zum Zeiger. Es ist faszinierend, wie der Verlauf einer Runde sein kann. Der Zeiger wechselt teilweise mehrmals die Hälften der Anzeige. Wir hatten das oft, wenn neue Gesichtspunkte diskutiert, auf dem Rad eingestellt und dann gleich wieder verworfen wurden.

In unseren Runden haben wir kein echtes Alpha Spieler Problem gesehen. Sicher, es gibt immer jemanden, der zuerst mit seiner Meinung um die Ecke kommt. Die finale Position des Zeigers war aber immer eine Einigung von allen. Die Diskussion läuft hier aber auf der persönlichen Ebene, weniger auf der strategischen, es scheint, als würde es daher deutlich besser funktionieren. Wolfgang Warsch ist wie mit „The Mind“ ein Spiel gelungen, in dem zwischenmenschliches auf eine ganz eigene, besondere Art erforscht wird.

Uns hat „Perfect Match" in allen Runden gut gefallen. Wir konnten auch Nichtspieler sehr einfach damit abholen und faszinieren. Das einzige, was oft aufgefallen ist, dass sich gerade Neulinge es unheimlich schwer haben als Hinweisgeber einen Tipp zu finden. Hier kann es zu echten "Down Times" kommen. Die gilt es im Team zu überbrücken.

Ein paar Beispiele für die Positionen des Zielgebiets.

„Perfect Match“ funktioniert im eigentlichen Modus ab 6 Leute,denn erst dann ergibt es Sinn, 2 Teams zu bilden. Mit weniger Leuten spielt man rein kooperativ. Das ist nicht das Gleiche, macht aber auch Spaß, da der Kern des Spiels der selbe ist. Man hat eben nur keinen Wettbewerb. Wir haben jetzt schon etliche Partien, in verschiedensten Konstellation, hinter uns gebracht. Es funktioniert sogar gut zu zweit! Wir fanden es jedes Mal richtig gut, nur waren wir nach einer Partie jedes Mal davon satt. Ich bin mir daher nicht sicher wie gnädig „Perfect Match“ altert und bald einen schönen mit tollen Erinnerungen belegten Platz im Regal haben wird.

Das gefiel uns:

  • Tolle Diskussion, an der sich alle beteiligen
  • Sehr eigene Spielidee
  • Funktioniert mit unterschiedlichsten Teamgrössen

Das nicht so:

  • Nicht sicher, was den Langzeitspielspass angeht
  • Man hat meist keine Lust auf die zweite Runde

Zusammenfassung

Ein interessantes Spiel um in der Diskussion mit anderen, deren Begriffswelten zu erkunden. Jedoch hat es uns nicht so begeistert, dass wir eine Partie nach der anderen gespielt haben. Man erwartet mehr von der Spielidee als man dann tatsächlich bekommt.

Spielstil Wertung

7
10
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Hinweis:
Wir haben das Rezensionsexemplar ohne Auflagen gratis vom Verlag bekommen.
Mehr Informationen zu Affiliate Links und Rezensionsexemplaren findet ihr in unserer Übersicht zur Transparenz und in den Bestimmungen zum Datenschutz.

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Written by Robert Alstetter
Brettspieler und auch Sammler mit Hang zum Minimalismus - Rollenspieler D&D 5e - Hobbykoch und ProfiEsser - softwarebegeistert - Sportlaie auf dem Mountainbike - Musikkonsument So erreicht ihr ihn: Robert@Spielstil.net

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