Naova

Anmerkung: Die Kurzbeschreibung ist ein Versuch eines neuen Art von Spielbesprechung auf Spielstil.net. Über Rückmeldungen wäre ich natürlich dankbar! Keine klassische Struktur, keine näheren Regeldetails.

Die Spielwelt ist in zwei Lager getrennt. Auch, wenn diese Begriffe verpönt sind, könnte man sie in die Gruppen Wenig- und Vielspieler unterteilen. Oder, wenn wir uns mal den Denglischen Begriffen aus dem Videospiel Bereich annehmen hätten wir die Casual- und die Hardcore-Gamer. Die Gruppe der Letzteren belächelt immer die Erstere. Jedoch zeigt der Markt genau einen anderen Trend. Denn die Gruppe der Wenigspieler ist derart groß, dass dort wirklich der große Marktanteil liegt. Seien es eben kostenlose Handy-Spielchen, die Millionen-Umsätze über In-App-Käufe generieren oder eben Spiele wie Monopoly, die ein Vielspieler nicht einmal mit der Kneifzange anfassen würde.
Dennoch liegt auch im Spielemarkt abseits der Euro-Hirnverzwirbler der Spaß. Ja, denn eines haben sie alle gemeinsam.  Sie sind kurzweilig, machen Laune und man kann sie mit jedem Spielen. Auch mal nur für 15 Minuten, oder eben einen kompletten Abend. Ja nach Spiel und Gruppe. Und in eben diesem Marktsektor hat Amigo nun Naova platziert. Großmunding mit „Lasst die Kämpfe beginnen!“ auf der Rückseite angekündigt. Aber kann es sich wirklich in die Reihe der Großen Kleinen einreihen?

Naova


Nenn mir eine Zahl zwischen 0 und 4

Wie wird der Kampf „mit offenem Visier!“ ausgetragen? Jeder Spieler legt eine seiner Handkarten verdeckt vor sich hin. Es werden alle gleichzeitig aufgedeckt. Derjenige, der die höchste Zahl gelegt hat bekommt den Stich. Sind zwei oder mehr Spieler die Führenden geht es in eine zweite Runde. Diesmal mit zwei gelegten Karten. Gibt es immer noch keinen eindeutigen Sieger werden in der letzten Runde 3 Karten gelegt.

Damit das Ganze noch ein wenig Würze erhält haben viele der gelegten Kämpfer Sonderfertigkeiten, die sie jedoch nicht in jeder Kampfrunde einsetzen können. Wann diese gilt ist auf der Karte mit einer Anzahl an Männchen angegeben. Die Fertigkeiten reichen dabei von +1 Stärke bis hin zur Beeinflussung der gegnerischen Auslage. Gewonnen hat zum Schluss übrigens derjenige mit den meisten gewonnenen Karten. Gut, es gibt eine Ausnahme, die Karte Naova ist 10 Punkte wert und entsprechend begehrenswert.


Ist ja alles so schön bunt hier!

Die Charakter-Bilder sind dabei sehr Abwechslungsreich und machen auch Lust auf das Spiel. Bei manchem ist man sich sicher einen augenzwinkernden Verweis in die Popkultur sehen zu können. Optisch macht Naova einen sehr guten Eindruck, auch, wenn während des Spiels die Bilder natürlich in den Hintergrund treten und man nur noch ein Auge für die Basis-Stärke und die Sonderfertigkeiten hat.


Bunt – check! Einfach – check! – Spaß?

Bevor ich nun zu einem Fazit komme möchte ich erst einmal eines sagen. Ich hab es wirklich versucht. Ich habe mit verschiedenen Gruppen und verschiedener Anzahl an Mitspieler gespielt. Casual-Gamer, komplette Nichtspieler, Eurogame-Fans, gemischte Gruppen, Kinder, Erwachsene, etc. Man kann also sagen, ich hab alles gemacht, um den Spaß hinter Naova zu finden.
Aber er ist unauffindbar. Ich musste sogar die einzelnen Gruppen zwingen mehr, als nur eine Partie zu bestreiten. Auch wenn die wenigen Regeln sitzen und man wusste, was für Karten vorkommen können, kam einfach keine Spannung auf. Dafür ist Naova einfach viel zu beliebig und die Entscheidungen überhaupt nicht vorhanden.
Möchte man in der ersten Runde nicht rausfallen legt man eine hohe Karte (in den meisten Fällen eine Gesamtstärke von 2). Klar könnte man „zocken“ indem man eine niedrige Karte legt, die als Sonderfertigkeit „Wenn es einen Gewinner gibt, dann bekommst du die Karten“, aber das macht eigentlich keinen Sinn. Man kann niemals auch nur ansatzweise abschätzen, was passieren wird. Entsprechend fühlt man sich auch eher gespielt. Nicht, weil das Spiel jegliche Entscheidungen abnehmen würde, sondern weil keine wichtige/spannende zu treffen wäre. Und wie hat es Sid Meier (PC Spieldesigner – Civilization) mal ausgedrückt? „Ein Spiel ist eine Reihe von interessanten Entscheidungen.“ Und die fehlen bei Naova eben.
Da können die schönen Bilder leider nicht helfen. Wenn man niemanden (auch sich selbst) nicht dazu bewegen kann ein Spiel spielen zu wollen ist der Sinn und Zweck leider nicht erfüllt.

Naova

Amigo 2016


Autor: Jeremie Kletzkine
Dauer: ca. 15 Minuten
Spieler: 2 – 6
Schwierigkeit: Einsteiger

Anmerkungen

Christian Renkel
Written by Christian Renkel
Christian liebt Brett- und Videospiele mehr, als ausreichenden Schlaf. Dabei ist ihm am wichtigsten, dass er in der jeweiligen Welt versinken kann. Egal, ob es die geschickte Mechanik oder die überkochende Emotion ist. So erreicht ihr ihn: Christian@Spielstil.net
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