Mit “Brikks” sind wir bei einem alten, bekannten Thema angelangt. Kann ein Brettspiel, das auf einem Videospiel basiert, wirklich gut sein. Schon zu Beginn, als die Geräte bei uns noch Telespiele hießen, gab es erste analoge Ableger. Doch die wenigsten schaffen es, dass man sich nachhaltig über das Erlebnis freut.

“Brikks” ist nicht der erste Versuch “Tetris” auf den Tisch zu bringen. Doch mit seinem “Roll & Write” Ansatz geht es einen neuen Weg. Ist dieser vielleicht sogar genau der richtige?


Es ist besser, sein Kreuz zu tragen als zu schleppen.

(Sprichwort)

Jeder Spieler hat sein eigenes Blatt, in das er die berühmten Tetris-Formen einzeichnet. Die Würfel geben dabei vor, was aktuell verwendet werden muss. Dabei dürfen wir beliebig nach links und rechts schieben. Schaffen wir farblich passende Kreise zu treffen erhalten wir Möglichkeiten die Drehrichtung der erwürfelten Form zu beeinflussen. Bomben sprengen das aktuelle Teil. Mit kompletten Reihen sammeln wir nicht nur Punkte, sondern treiben ein Bonus-Barometer voran. Wer das aktuelle Bauteil nicht mehr komplett in seinem Spielbereich platzieren kann scheidet aus. Am Ende werden die erreichten Punkte gezählt und verglichen.

Ein paar bebilderte Beispielzüge findet ihr in dieser Galerie:

Mit ein paar Solo-Zügen zeigen wir euch heute "Brikks".
Zuerst suchen wir uns aus der ersten (weißen) Zeile eine Grundform, die wir eintragen.
Diese kreuzen wir in einer beliebigen Spalte der untersten Zeile an.
Danach wird gewürfelt. Die Farbe gibt die Zeile, die Zahl die Spalte vor.
Das Ergebnis wird auf der Spielhilfe mit einer Plastikscheibe markiert.
Wir entscheiden uns diese Form, wie sie ist, in unser Blatt einzutragen.
Als nächstes kommt eine grüne 3.
Auch diese trage wir einfach ein. Sollte mal eine Form überhaupt nicht passen können wir durch Abstreichen einer unserer Bomben darauf verzichten sie eintragen zu müssen.
Nun ist die weiße 2 an der Reihe.
Erneut tragen wir sie ein und markieren dabei einen weißen Kreis.
Da der Kreis farblich passend zu unserem Teil war, dürfen wir in der entsprechenden Übersicht einen Kreis markieren.
Der nächste Wurf bringt eine gelbe 4. Dies ist eine Form, die wir aktuell nicht eintragen möchten.
Wir streichen 3 unserer Kreise ab.
Für jeden dürfen wir die Plastikscheibe um ein Feld verschieben. Die neue Form zeichnen wir, wie gewohnt, ein.
Schaffen wir es irgendwann ein markiertes Feld einzukreisen, ...
... dürfen wir ein Kreuz in der Zahlenreihe setzen.
Später haben wir eine schwarze 3 gewürfelt.
Die vier Felder hohe Stange setzen wir passgenau in unsere hier noch offene Lücke. Dadurch komplettieren wir insgesamt 4 Zeilen.
Laut Übersicht erhalten wir für vier Zeilen vier Kreuze.
Diese markieren wir sofort.
Ragt ein eingesetztes Teil über den oberen Rand hinaus, endet das Spiel. Wir erhalten je komplette Zeile fünf Punkte. Zwei, wenn ein Kreuz fehlt. Einen Punkt, wenn zwei Kreuze fehlen sollten. Manche Zeilen werden multipliziert. Zuletzt gibt es noch Punkte für die erreichten Kreuze in der Zahlenreihe und für nicht eingesetzte Bomben. Wer am meisten Punkte hat, gewinnt.

Ein Optimist ist ein Mann, der Kreuzworträtsel sofort mit dem Kugelschreiber ausfüllt.

(Karl Farkas)

“Brikks” ist eine recht trockene Angelegenheit, welche als Wettbewerb nur dann funktioniert, wenn jeder Spieler die Regeln zu 100 % verinnerlicht hat. Zu schnell passieren unbeabsichtigte Fehler. Dabei kann schon ein etwas schlechteres räumliches Vorstellungsvermögen ausreichen, um sich selbst einen entscheidenden Vorteil zu bescheren.

Der Spielablauf ist dabei relativ unspektakulär. Zwar wird man zu allerhand Entscheidungen gezwungen, bei der man die ein oder andere Kröte zu schlucken hat, aber dennoch fühlt sich das Spiel irgendwie leer an. Wie eine Suppe, an der noch viel Salz fehlt. In unseren Runden hatte keiner der Spieler eine Revanche gefordert. Egal, wie das Ergebnis der aktuellen Partie war.

Vielleicht kommt das Spiel an sich einfach zu abstrakt und vom Aussehen zu sehr wie eine Tabellenkalkulation daher. Auch, wenn die Blätter optisch schön und aufgeräumt gestaltet sind, bleibt das Spielfeld eine große Fläche voller Kreuze. Da schaffen andere “Roll & Write” spiele eine größere Immersion, oder Handlungsdruck, obwohl sie auch nur Würfelergebnisse verarbeiten.

Hätte man “Brikks” besser machen können? Wahrscheinlich nicht, denn Tetris, mit seinem ganz eigenen Charme, eignet sich vielleicht einfach nicht als Vorlage. So bleibt “Brikks” ein Spiel, das man getrost auslassen kann, selbst wenn man Fan des Originals ist. Auch ein Wolfgang Warsch darf mal einen schlechten Tag haben. Mit dem “Quacksalber von Quedlinburg” hat er bei mir immer noch einen riesen Stein im Brett, so dass ich weiterhin gespannt bin, was noch kommen wird.

Brikks

Schmidt Spiele


Autoren: Wolfgang Warsch
Dauer: ca. 15 Minuten
Spieler: 1 – 4
Schwierigkeit: Einsteiger

Anmerkungen