Seit dem Kinohit aus dem Jahre 2008 wissen wir, dass Pandas die perfekten asiatischen Kämpfer sind. Nun machen wir uns mit einem ganzen Trupp auf, um in “Way of the Panda” das Königreich vor den bösen Menschen zu bewahren. Ja, ihr habt richtig gelesen. Gegen Menschen. Selbst wenn diese im kompletten Spiel nicht zu finden sind. Ob dies einfach ein Übersetzungsfauxpas (im englischen stehen die “evil guys” im Weg) oder ein Kunstgriff zu einem sozialkritischen Aspekt ist, weiß ich nicht. Dafür haben wir nun genügend Partien hinter uns, um euch mehr über das Spiel zu sagen.


Wir sind Nudelleute. Durch unsere Adern fließt Suppe.

(Kung Fu Panda)

In “Way of the Panda” setzen wir Wächter auf einem Aktionsbrett ein, um mit unseren drei Helden das Land zu befrieden. Hierfür ziehen wir durch die Gegend und besiegen feindliche Ninjas. Außerdem helfen wir den Dörfern zu florieren, indem wir Gebäude bauen. Zuletzt schärfen wir noch unseren Geist oder erfüllen Aufgaben, damit unsere Helden immer stärker werden. Ist das Spiel vorbei, gewinnt der Spieler, der die meisten Siegpunkte gesammelt hat.

In dieser Galerie zeigen wir euch ein Beispiel zum Spielablauf:

Leider ist die Galerie dem Hack auf Spielstil.net zum Opfer gefallen, so dass wir euch hier den Ablauf leider nicht mehr zeigen können.


Oftmals begegnet man seinem Schicksal auf eben jenem Weg, den man einschlägt um es zu vermeiden.

(Kung Fu Panda)

Achtung dies ist eine Warnung. Wer aufgrund der Thematik und des Aussehens des Spiels bei “Way of the Panda” einen einfachen Titel mit viel Fluff erwartet, wird bitter enttäuscht. Hinter dem Spiel verbirgt sich – wenn man die Grafiken wegnimmt – ein bierernstes, abstraktes Eurospiel. Sind die grundlegenden Mechaniken dahinter auch nicht allzu schwer, kann man sich in der Fülle an Möglichkeiten stark verzetteln. Und so wirkt die erste Partie auch eher etwas planlos, weil man nicht abschätze kann, was nun tatsächlich Punkte bringt. Zumindest bis zu einem Ereignis.

Dann, wenn der erste Spieler feststellt, dass “Way of the Panda” ein sehr starkes Vorlagenelement besitzt. Grundvoraussetzung, zur Errichtung von Gebäuden ist, dass eine bestimmte Anzahl an Wächtern auf Wegen steht. Man kommt häufig im Spiel in Patt-Situationen, in denen ein Spieler dann abgestraft wird, wenn er sich als erstes bewegt und dadurch einen Wächter platziert. Denn, der andere kann dann ein Gebäude bauen und direkt Punkten. Wir helfen ihm dabei nicht nur mit dem Gebäude an sich, sondern schenken ihm durch unseren Wächter einen weiteren Punkt. Das sind Spielsituationen, die äußerst unbefriedigend sind und sich eher wie eine Strafe für den Bewegenden anfühlen. Jedoch führen eine höhere Spielerfahrung und die Bonusziele dazu, dass diese Situationen abnehmen, bzw. jeden treffen. Dennoch sollte man abkönnen, dass Gegner die Lorbeeren für die eigene Arbeit einstreichen.

An ein paar Stellen fühlt sich “Way of the Panda” dann noch unnötig aufgebläht an. Klar ist es irgendwie nett, wenn man spürt, wie die eigenen Helden immer besser werden, aber ob es das Element und die erfüllbaren Missionen als Sammelaktion wirklich gebraucht hätte? Sie verbessern meines Erachtens das Spielgefühl nicht wirklich, sondern sorgen eher dafür, dass eine Zeitlang eine Art Wettrüsten entsteht, damit man in der Schlussabrechnung nicht im Regen stehen bleibt.

Die Ausstattung von “Way of the Panda” ist klasse. Die Figuren sehen toll aus und haben für jeden Spieler nicht nur eigene Farben parat, sondern sogar unterschiedliche Miniaturen. Hätte es das gebraucht? Eigentlich nicht. Im Gegenteil, wahrscheinlich hätte man bei weniger opulenter Ausstattung nicht ganz so viel Platz auf dem Tisch gebraucht und eine bessere Übersicht gehabt, aber dennoch gibt es dem vollkommen unthematischen Ablauf ein schönes Flair.

“Way of the Panda” ist in seiner eigenen Art ein kleiner Blender. Zwar ein gutes Spiel, das einem dennoch vorgaukelt etwas gänzlich Anderes zu sein. Auch hätte man Marie Kondo an das Spiel setzen sollen. Sie hätte den Designern gezeigt, wie man sich von Mechanismen verabschiedet, die einen eher belasten, als erfreuen. Dennoch ist es schön zu sehen, dass Euros auch mal ohne Rohstoffsammelarien auskommen können. Weiß man, worauf man sich einlässt, kann man mit “Way of the Panda” ein gutes Spielerlebnis haben. Zumindest dann, wenn dieser blöde Mitspieler nicht schon wieder schneller baut, als man selbst.


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Way of the Panda

CMON


Autor: Andrea Mainini, Walter Obert, Alberto Vendramini
Dauer: ca. 60 – 90 Minuten
Spieler: 2 – 4
Schwierigkeit: Fortgeschrittene

Anmerkungen