Splendor – iOS – Asmodee Digital

Ich muss zugeben, dass “Splendor” bisher immer an mir vorbeigezogen ist. Nicht, dass ich mich absichtlich Partien versagt hätte. Nein, ein Spiel hat sich einfach nie ergeben. Doch nun hatte ich die Möglichkeit die digitale Variante ausgiebig zu spielen. Nun steht er vor euch, der nächste, große Juwelenhändler südlich des Weißwurst-Äquators.


So Staub oft für gemeine Seelen, Wird für den Weisen zu Juwelen.

(Johann Nepomuk Vogl)

“Splendor” wird in Runden gespielt. Am Zug nimmt man sich entweder Juwelen oder einen Auftrag aus der Auslage. Letztere kann man zwar auch reservieren, doch das Erfüllen ist normalerweise viel lukrativer. Denn dadurch erhöht sich unser virtuelles Juweleneinkommen, so dass wir immer weniger der Edelsteine aus der Auslage nehmen müssen. Schaffen wir es sogar eine entsprechende Kombination zu sammeln, besucht uns der Adel. Hat ein Spieler mindestens 15 Punkte erreicht wird die aktuelle Runde noch beendet. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Die App kostet 5,49 € (iOS) bzw. 4,99 € (Android). Die Erweiterungen “The Cities” (1,09 € iOS oder 0,99 € Android) und “The Strongholds” (2,29 € iOS oder 1,99 € Android) können als In-App-Kauf erworben werden. Spielen könnt ihr gegen bis zu 3 Computergegner in 4 Ausprägungen oder per Pass’n’Play und Online-Multiplayer menschliche Mitspieler herausfordern.

Die Bedienung ist einfach und intuitiv. Die Regeln lassen sich sehr gut mit dem mitgelieferten Tutorial lernen.

Eine unkommentierte Beispielpartie könnt ihr in folgendem Video sehen:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=_juGWuwFG8E

Die Fassung der Edelsteine erhöht ihren Preis, nicht ihren Wert.

(Ludwig Börne)

 

Nun, nach vielen digitalen Partien “Splendor”, tut es mir fast schon leid, dass ich die reale Variante bisher nie in die Finger bekommen habe. Aber nur fast. Denn die App-Version ist vielleicht haptisch nicht ganz so interessant, nimmt einem aber vieles ab. So wird aus “Splendor” ein Spiel, das man gut und gerne locker flockig spielen kann, ohne sich allzu große Gedanken zu machen. Einfach starten und loslegen, um etwas Zeit tot zu schlagen. Wer möchte, kann natürlich durch einen höheren Schwierigkeitsgrad etwas mehr Planung von sich selbst verlangen. Aber ich gebe es zu. Hole ich das Handy hervor erwarte ich eher was leichtgewichtigeres. Und da bin ich mit den Standard-Gegnern in Splendor genau richtig bedient.

Leider macht das Spiel von der technischen Seite kein ganz so gutes Bild. Ich hatte mit häufigen Abstürzen und Problemen im Bildaufbau zu kämpfen, die jeweils einen Neustart erforderten. Der interessanteste Fehler war dabei eine Dauerschleife, mit der wir testweise alle Kartenstapel leer spielten. Und selbst da ist dem Spiel noch nicht aufgefallen, dass irgendwas nicht stimmen kann.

Neben dem normalen Spiel gibt es noch den Herausforderungsmodus. Hier versucht man einzelne Aufgaben zu erfüllen. Diese variieren dabei in ihren Vorgaben und Schwierigkeitsgrad. Bei manchen hatte man sogar das Gefühl, dass nur eine bestimmte Reihenfolge an Aktionen die Lösung bringt. Diese auszuknobeln kann dem einen oder anderen Freude bereiten, für mich ist sie jedoch eher nichts. Da einen “Splendor” die Herausforderungen jedoch jederzeit frei wählen lässt, kann ich diese Aufgaben überspringen.

Steuerung und Regeln sind schnell verinnerlicht, so dass man innerhalb kurzer Zeit durchstarten kann. Für eine Partie zwischendurch ist “Splendor” gut geeignet, auch, wenn es mich nicht über längere Zeit fesselt. Dafür ähnelt sich dann der Spielablauf häufig einfach zu sehr. Dennoch bleibt die App auf meinem Handy. Schließlich kommt der nächste Arzttermin inklusive Besuch im Wartezimmer bestimmt. Allein die technischen Probleme sind etwas nervig. Dennoch bietet die App ein gutes Spielerlebnis.

 

 

Splendor

iOS und Android


Developer: Asmodee Digital
Spieler: 1 – 4
Sprache: Deutsch
Hochkant spielbar: Nein
Schwierigkeit: Einsteiger

Anmerkungen

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