SPIELSTIL Rezension

Roll for Adventure – Kosmos – 2018

Lesezeit: 3 Minuten

Ein Spiel entwickelt von Brett J. Gilbert, Matthew Dunstan
erschienen bei Kosmos

Ende der 80er erschien ein Spiel, welches mich maßgeblich prägen sollte. Mein Patenonkel hatte es gekauft und dann Stunde um Stunde mit meinem Bruder und mir gespielt. Wir haben sie alle besiegt. Orks, Goblins und Fimire. Haben Schätze und Geheimgänge gefunden und den Gargoyle besiegt. Natürlich ist hier die Rede von „HeroQuest“. Die Einstiegsdroge vieler Kinder zu der Zeit.

Viele Jahre sind vergangen. Und mit jedem neuen Anlauf, den ich seither versucht habe wurden mir zwei Dinge immer klarer. Erstens „HeroQuest“ ist ein schlechtes Spiel. Zweitens nichts ist schöner, als die Erinnerung. Genau solche Erinnerungen möchte ich meinem Sohn bieten, indem ich mit ihm spiele. Und in einem steht er mir nicht nach. Er steht auf Fantasy-Themen. Schwertschwingend Monster bezwingen. Mit „Roll for Adventure“ haben wir ein neues Spiel mit passendem Hintergrund. Mal schauen, ob ein Fantasy-Spiel ohne Miniaturen funktionieren kann.

Nostalgie ist die Sehnsucht nach der guten alten Zeit, in der man nichts zu lachen hatte.

(Charles Aznavour)

Wir spielen gemeinsam gegen das Spiel. Wer am Zug ist wirft seine kompletten Würfel. Diese dürfen auf den einzelnen Einsetzfeldern und Monstern platziert werden. Ziel ist es geforderte Kombinationen zu sammeln. Doch Vorsicht. In jeder Runde kommen neue Feinde, die Würfel vernichten oder den Landschaften Schaden zufügen. Durch das Erfüllen von einzelnen Aufgaben erhalten wir Edelsteine.

Wir gewinnen, wenn wir alle benötigten Edelsteine gesammelt haben. Ist eine Landschaft komplett zerstört oder haben wir alle keine Würfel mehr, ist das Spiel verloren.

Am Ende hängen wir doch ab von Kreaturen, die wir machten.

(Johann Wolfgang von Goethe)

Christian meint:

Ja, ich weiß. Der Grundkern von „Roll for Adventure“ klingt genauso interessant, wie eine Partie „Kniffel“. Null beinflussbar und deswegen spannend, wie ein eingeschlafener Fuß. Aber nicht nur die Aufmachung – wir sammeln keine Einsen, sondern versuchen den Wüstenwurm in Ketten zu legen – sondern auch die kleinen Entscheidungen machen aus diesem Familienspiel eines der besseren.

Wir haben Partie um Partie gespielt und uns immer wieder dem Meister der Schatten gestellt. Jedes Mal fühlten wir uns gut unterhalten. Trotz eines Problems. Das Spiel ist viel zu leicht. Wir hatten keinerlei Probleme. Selbst in höheren Stufen (hier müssen mehr Edelsteine gesammelt werden) oder auf der B-Seite der Spielpläne. Man kann sich etwas zu leicht erwehren und so das Risiko minimieren. Aktuell tasten wir uns ran, wie wir das Erlebnis erschweren können, ohne, dass es unfair wird.

Bei einem solltet ihr euch noch im Klaren sein. „Roll for Adventure“ ist ein Familienspiel. Genau dort funktioniert es und zwar erstaunlich gut. Fortgeschrittene Spieler werden hier gnadenlos unterfordert sein. Doch wie sieht es mit der Einstiegshürde für ungeübte Spieler aus? Das Regelwerk ist im Grunde genommen nicht äußerst komplex, doch stellenweise etwas unglücklich formuliert. Spielern sei empfohlen nicht nach dem Motto „auspacken und gemeinsam die Regeln lesen“ zu spielen. Dann klappt es auch mit dem Einstieg. Noch einfacher geht es über die Kosmos Erklär-App.

Und trotz der vielen Partien sitzen wir immer noch an mehreren Abenden der Woche da und spielen „Roll for Adventure“. Wobei ich mir nichts vormachen möchte. Die Zeiten werden vorübergehen und andere Spiele werden seinen Platz einnehmen. Aber bis es soweit ist, genießen wir es weiterhin den Meister der Schatten in den Hintern zu treten.

Dir hat die Rezension gefallen? Du denkst wir liegen völlig daneben? Lass uns wissen was du denkst.

Roll for Adventure – Kosmos – 2018 von Brett J. Gilbert, Matthew Dunstan

  • Erscheint bei Kosmos
  • Für 2 – 4 Spielende und dauert 30 Minuten
  • Am besten geeignet für Einsteiger

Spielstil – Wertung

Christian:

7/10
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Hinweis:
Wir haben das Rezensionsexemplar ohne Auflagen gratis vom Verlag bekommen.

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Christian Renkel

Christian liebt Brett- und Videospiele mehr, als ausreichenden Schlaf. Dabei ist ihm am wichtigsten, dass er in der jeweiligen Welt versinken kann. Egal, ob es die geschickte Mechanik oder die überkochende Emotion ist.

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