PD-Verlag und Mac Gerdts. Eine Kombination, die bei mir schon ein gewisses Kribbeln hervorruft. Ich bin zwar kein Fanboy, aber bisher wurde ich von beiden so gut unterhalten, dass neue Titel eigentlich schon zum Blindkauf dazu gehören, auch, wenn mich die Thematik auf den ersten Blick nicht so anspricht. So geschehen bei Concordia. Denn mit dem römischen Reich kann ich, Asterix Hefte mal außen vor gelassen, kaum etwas anfangen. Aber, lohnt es sich über den eigenen Schatten zu springen?

Concordia


In Rom fließen alle Sünden und Laster zusammen, um verherrlicht zu werden.

(Publius Cornelius Tacitus)

In “Concordia” bedienen wir uns Aktionskarten, um uns geschickt auf der Landkarte auszubreiten. Wir erwirtschaften Rohstoffe, handeln mit diesen und bauen immer weiter. Doch nur, wer den richtigen Gottheiten huldigt wird am Ende die meisten Punkte und damit den Sieg erringen.

Einen bebilderten Ablauf einer Runde findet ihr in folgender Galerie.

  • Concordia
    In einem Spiel zu zweit zeigen wir euch Concordia.
  • Concordia
    Wir sind Startspieler. Dies ist unsere Kartenhand, von der wir nun einer Karte auswählen.
  • Concordia
    Wir spielen den Architekt.
  • Concordia
    Aktuell haben wir 2 Siedler, weswegen wir insgesamt 2 Schritt durchführen dürfen.
  • Concordia
    Den ersten bewegen wir uns aus Rom auf die Straße.
  • Concordia
    Mit dem zweiten laufen wir an Cosa vorbei auf den nächsten Weg.
  • Concordia
    Nun dürfen wir bauen. Zur Verfügung stehen Florentia und Cosa.
  • Concordia
    Beides sind Ziegelstädte. Ein Blick auf die Übersichtskarte zeigt uns, dass wir für diese je 1 Nahrung und 1 Sesterze zahlen müssen.
  • Concordia
    Wir geben beides ab und bauen unsere ersten Städte.
  • Concordia
    Unser Gegner ist am Zug. Er spielt den Präfekt.
  • Concordia
    Er darf nun in einer Region produzieren, in der der Warenmarker zu sehen ist.
  • Concordia
    Er wählt Lucania, den dort befindenden Tuch-Bonus dreht er auf die Münzen Seite.
  • Concordia
    Da er aktuell den "Präfektus Magnus" besitzt erhält er den doppelten Warenbonus.
  • Concordia
    In der Region befinden sich aktuell noch keine Häuser, weswegen keine weitere Produktion stattfindet.
  • Concordia
    Die 2 Tücher muss er sofort auf freie Felder in seinem Lager legen. Hat er keine, darf er sie nicht nehmen.
  • Concordia
    Die "Präfektus Magnus" Karte gibt er an den Spieler zu seiner rechten (also zu uns).
  • Concordia
    Wir spielen nun den Senator.
  • Concordia
    Mit diesem dürfen wir bis zu 2 Karten kaufen. Zu zahlen sind die im roten Feld angegebenen Rohstoffe plus eventuelle zusätzliche, die unter dem Kartenfeld angegeben sind. Wir entscheiden uns für den Präfekt (1 x Wein) und den Architekt (1 x Werkzeug + ein beliebiger Rohstoff).
  • Concordia
    Die Karten nehmen wir auf die Hand.
  • Concordia
    Danach wird die Reihe nach links geschoben und aufgefüllt.
  • Concordia
    Unser Gegner spielt nun den Merkator.
  • Concordia
    Zuerst nimmt er sich dafür 3 Sesterzen.
  • Concordia
    Danach verkauft er 2 Tuch.
  • Concordia
    Laut Übersicht ist eines 7 Sesterzen wert.
  • Concordia
    Er erhält also 14 Sesterzen.
  • Concordia
    Als 2. Warensorte handelt er mit Ziegel, welchen er kauft.
  • Concordia
    Ein Ziegel kostet 3 Sesterzen.
  • Concordia
    Er bezahlt diese und lagert die 2 Ziegel in seinem Warenlager ein.
  • Concordia
    Wir spielen nun den Präfekten.
  • Concordia
    Wir werten Etruria.
  • Concordia
    Dort haben wir 2 Häuser auf Ziegelstädten.
  • Concordia
    Wir erhalten also insgesamt 4 Ziegel. 2 x als Regionsbonus inkl. Präfektus Magnus und 2 x über unsere Häuser. Hätten wir oder unser Gegner dort noch auf anderen Städten Häuser stehen, würden die auch ausgezahlt werden. Auch hier gilt, alles muss ins Lager passen.
  • Concordia
    Überspringen wir ein paar Züge. Unser Gegner spielt den Tribun.
  • Concordia
    Hier werden alle Karten im Ablagestapel gezählt. Für jede Karte über der 3. gibt es 1 Sesterze. Hier also 4 Stück.
  • Concordia
    Danach nimmt man alle Karten wieder auf die Hand. Außerdem dürfte man für 1 Nahrung und 1 Werkzeug noch einen Kolonisten nach Rom setzen.
  • Concordia
    Das Spiel endet, wenn entweder alle Karten aus der Auslage gekauft wurden oder ein Spieler alle seine Häuser verbaut hat.
  • Concordia
    Dann nimmt man alle seine Karten und sortiert diese nach der Gottheit (unterer Rand).
  • Concordia
    Auf unserer Übersichtskarte sehen wir, wie die einzelnen Götter punkten. Wir nehmen für dieses Beispiel Mars, welcher als Druckfehler als Vulcanus auf der Karte angegeben ist.
  • Concordia
    Insgesamt hatten wir bei Spielende 5 Kolonisten auf dem Spielfeld.
  • Concordia
    An Karten haben wir 4 Punkte bei Mars gesammelt.
  • Concordia
    4 x 5 sind 20 Punkte. So werden auch die anderen Gottheiten abgehandelt. Wer die meisten Punkte hat gewinnt

Alle Wege führen nach Rom.

(Sprichwort)

Ich habe es oben bereits gesagt. PD-Verlag und Mac Gerdts sind für mich eine Traum-Kombination. Auch bei “Concordia” wurde ich nicht enttäuscht. Wo andere Spiele, mit vergleichbarer Tiefe, ein immenses Regelmonster aufbauen, benötigt “Concordia” nur ein paar wenige. Schlappe 4 Seiten, ohne Aufbau, und schon weiß man, wie der Hase läuft. Obwohl, nicht ganz, denn im ersten Spiel steht man dennoch wie der Ochse vor dem Berg. Was ist sinnvoll, was sollte man tun. Obwohl man es nicht glauben mag, es gibt selbst zu Beginn keinen wirklich schlechten Zug. Es gibt immer einen Weg.

Das ist auch ein Aspekt, der mir besonders gefällt. Man kann das Spiel niemals an die Wand fahren. Irgendwie kommt man immer an Rohstoffe, die man verkaufen und sich weiter ausbreiten kann. Natürlich ist es besser, wenn man alles sauber aufeinander abstimmt, aber dennoch wird jeder Spieler bis zum Schluss unterhalten. Wenn auch ohne Siegchancen gibt es immer noch interessante Entscheidungen zu treffen. Und so bedient es das geliebte Aufbauspiel ohne direkte Konfrontation. Die einzige „kämpferische“ Interaktion ist die, dass man Bauplätze oder Karten wegschnappt. Dennoch blockiert man niemanden endgültig.

Die Siegpunkte sind zu Beginn nicht richtig zu fassen. Auch Profis werden mit fortgeschrittenen Spielen nicht immer die vollkommene Kontrolle behalten. Das mag dem ein oder anderen nicht liegen. Schließlich hat man während des kompletten Spiels keinerlei Überblick, wer sich wie gut schlägt. Auch man selbst kann sich nur rudimentär einschätzen, wodurch es am Ende immer wieder zu Überraschungen kommt. Aber das übt auf mich auch einen gewissen Reiz aus. Kein Punktesalatbuffet während des Spiels, bei dem genau abgewogen wird, welches Häppchen einen nun doch einen halben Schritt weiter bringen dürfte. Concordia zwingt einen hier schon fast aus dem Bauch heraus zu spielen und wie ein Geier über passenden Karten zu kreisen.

Für mich ist Concordia ein sehr gelungenes Aufbauspiel. Friedlich und voller interessanter Entscheidungen und Möglichkeiten, wodurch es selbst nach vielen Partien immer noch seinen Charme entfalten kann. Schade nur, dass sich auf den deutschen Abrechnungskarten ein kleiner Fehler eingeschlichen hat. Hier wurde der Gott Mars als Vulcanus tituliert. Aber das stört einen spätestens nach einer halben Partie nicht mehr, wenn man sich daran gewöhnt hat.

Und eines sei noch erwähnt. Zur Messe erscheint das neue Kartenset Ägypten/Kreta. Ich freu mich drauf.

Concordia – PD-Verlag – 2013

Autor: Mac Gerdts
Spieler: 2 – 5
Schwierigkeit: Fortgeschrittene
Dauer: ca. 90 Minuten

Nach Concordia noch Lust auf weiter Mac Gerdts Titel?

Navegador

One thought on “Rezension – Concordia – PD-Verlag – 2013

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