Preview: Mein erstes Mal mit Siderische Konfluenz

Science-Fiction, Weltall, fremde Spezies damit holt man bei mir schon einige Punkte. Wenn sich dann die einzelnen Spezies völlig unterschiedlich, also asymmetrisch spielen und das wichtigste Interaktion und Kommunikation ist, dann hat man mich völlig abgeholt. Zudem ist das, was Siderische Konfluenz macht, auf diese Art meines Wissens schon ziemlich eigenständig und einmalig.
Dazu gehören auch Wortschöpfungen wie zum Beispiel Rassennamen, die einem ohne Weiteres eine Makramee Blumenampel in der Zunge bescheren, wenn die Aussprachhilfen auf den Rassentableaus nicht wären. Oder wie würdet ihr KT’ZR’KT’RTL aussprechen? Den Namen des Spiels habe wir auch ziemlich schnell in das deutlich zugänglichere Sid-Konf abgekürzt.

Eine Auswahl an Völkern die man spielen kann. Alle mit unterschiedlichen Startbedingungen und Fähigkeiten.

Wie funktioniert Siderische Konfluenz überhaupt?

Es gibt zwei Hauptelemente im Spiel. Handel und Kommunikation nehmen spielerisch den größten Raum ein. Man versucht dabei einen Deal mit den anderen hinzubekommen, der für einen selbst gut und für die anderen nicht ganz schlecht ist. Dabei darf mit fast allem handeln, außer sagen wir mal, der Großmutter.

Das andere, eher die Mechanik treibende, sind die Konverter. Die, wie der Name schon sagt, Ressourcen in andere umwandeln. Dies ist klassisches nach oben tauschen. Ich bekomme immer höherwertigere Ressourcen, als ich in den Konverter geworfen habe. Damit lassen sich dann mit weiteren Konvertern Ketten (aka Engine) zu immer besseren Ressourcen bauen.

Zwei Konverter. In diesem Fall, ein Teil der Startausrüstung der KT’ZT’KR’RTL. Es liegen schon die nötigen Ressourcen drauf. In der Produktionsphase bekommt man die Ressourcen hinter dem Pfeil.

Nach sechs Runden wird dann abgerechnet.

Wer am Ende am meisten Siegpunkte hat gewinnt. Während der Partie lagert man diese geheim, hinter dem Sichtschirm.

Was macht Siderische Konfluenz richtig?

Für mich kombiniert Sid-Konf spielerische Tiefe mit ganz viel toller Interaktion. Zum einen muss man lesen und verstehen, was man selber benötigt, aber mindestens genauso wichtig ist es zu verstehen, was die anderen brauchen, um weiter zu kommen. Der Trick dabei ist es, jetzt einen Handel einzufädeln, der für alle Beteiligten vorteilhaft ist, aber natürlich mit einem Hauch mehr Vorteil für einen selbst 🙂 . Wenn man es richtig macht, kann man fast schon ein Handelsnetzwerk aufbauen. Missbrauche ich das Vertrauen der anderen oder ziehe sie völlig über den Tisch, schadet man seinem Ruf, und das kann Gift für die nächsten Runden sein. So hat das Spielerlebnis durchaus etwas Kooperatives.

Viele, viele Ressourcen in unterschiedlicher Form und Farbe. Alle haben einen eigenen Namen. Im Spiel spricht man aber nur noch von großen Blauen oder kleinen Grünen.

Was nervt an Siderische Konfluenz?

Der Einstieg ist mehr als holprig. Hat man erst einmal das Spielmaterial verstanden, ist die viel größere Hürde zu verstehen, wie das Spiel zu spielen ist. Wobei hier nicht die Regeln selbst gemeint sind, sondern wie man das Spiel angeht. Viele der klassischen Verhaltensweisen, die man aus anderen Spielen kennt, sollte man direkt ablegen. Spielt man nur für sich, ohne die Bedürfnisse oder Stärken der anderen einzubeziehen, ist es eher öde. Genau so ist es uns in der ersten Partie ergangen. Ich würde sie als reine Probepartie abhaken. Wir wussten nicht, was wir tun sollen oder wie wir das Spiel zum Fliegen bringen. Ich hatte immer das Gefühl, dass es ungemein viele Möglichkeiten gibt. Ich wusste nur nicht, wie ich das Potenzial anzapfen sollte.

Kolonien, auch eine Art Konverter, kann man bei einer Auktion erwerben. Diese zwei hier brauchen aber keinen Input, sie generieren einfach einen schwarzen bzw. einen grauen Würfel.

Dabei ist es extrem wichtig, dass man sich darauf einlassen will, was mich zum wohl wichtigsten Punkt bringt. Sid-Konf ist speziell und hat eine kleine Zielgruppe, sozusagen die Blase in der Blase. Das Spiel ist ab 4 Spieler (bis 7) konzipiert, damit wird es wirklich schwierig, die richtigen Leute zu finden.

Freue ich mich auf die nächste Partie Siderische Konfluenz?

Eindeutig JA! Ich weiß, dass die nächste Partie deutlich besser wird. Ich bin mir aber auch im Klaren, dass man einige brauchen wird, um richtig gut darin zu werden. Aber genau das will ich.

Ich kann mir gut vorstellen, wie spannend es sein kann, sich einen Schlachtplan auszutüfteln: Welche Konverter sind die richtigen, wer hat die passenden Ressourcen etc. Und diesen dann über die ganzen Transaktionen mit den Mitspielern in die Tat umzusetzen.

Aber bis es so weit ist, fließt noch einiges Wasser den Bach hinunter. Denn Sid-Konf steht weit oben auf dem Siegertreppchen für Pandemieunverträglichkeit und On-Line kommt es für mich einfach nicht infrage, da fehlt mir dann die Nähe zu den anderen.

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Written by Robert Alstetter
Brettspieler und auch Sammler mit Hang zum Minimalismus - Rollenspieler D&D 5e - Hobbykoch und ProfiEsser - softwarebegeistert - Sportlaie auf dem Mountainbike - Musikkonsument So erreicht ihr ihn: Robert@Spielstil.net

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