Terra Cover

SPIELSTIL Rezension

Terra

Lesezeit: 4 Minuten

Ein Spiel entwickelt von Friedemann Friese
erschienen bei Huch!

Ich habe mir extra meine alten Zeugnisse herausgesucht, um eines zu belegen. In Erdkunde war ich nie eine große Leuchte. Zum Glück herrscht in Deutschland Datenschutz, denn das Ergebnis zu verbreiten würde in etwa so sein, wie wenn man sein Lieblingsrezept bei Worst of Chefkoch fürs Siegertreppchen einreicht. Gut, ich weiß noch in etwa, wo Berlin, München und Kempten liegen (sozusagen die drei wichtigsten Städte Deutschlands, wobei Berlin ja eher irrelevant ist). Aber was passiert, wenn ich auf einer Karte abstruse Dinge wie die Osterinseln, ein rot gefärbtes Meerwasser oder Duisburg lokalisieren soll, möchte ich besser nicht verraten.

Zum Glück hat Friedemann Friese ein Herz für mich. Anders kann ich mir eine Spielidee wie Terra nicht vorstellen. Denn hier gewinnt nicht nur derjenige, der etwas weiß, sondern einfach auch gut darin ist zu schätzen. Oder einfach auch mal unglaublichen Dusel hat.

Dabei kann man Terra schon eine gewisse Langlebigkeit bescheinigen. Denn dies ist eine Neuauflage des Titels von 2014, welches auf dem Mechanismus des 2008 erschienenen Fauna basiert.

Wer den Himmel auf Erden sucht, hat im Erdkundeunterricht geschlafen.

(Stanislaw Jerzy Lec)

Die Fragekarten stecken in einer Box, sodass nur der obere Teil zu sehen ist. Dieser besteht aus einer Kategorie und drei Fragen, auf die es zu Antworten gilt. So könnte das zum Beispiel die Chinesische Mauer als Kategorie sein. Abgefragt wird nun, wo sie steht, wie alt und wie lang sie ist. Reihum dürfen die Spieler nun Tipp-Steine einsetzen. Eben auf der Landkarte oder einer der zugehörigen Leisten.

Sind alle fertig, wird ausgewertet. Da gibt es dann für einen genauen Treffer 7 Punkte und für jedes benachbarte Feld 3. Komplett falsch gesetzte Steine werden aus dem Spiel entfernt (zum Glück erhalten wir jede Runde einen zurück, sonst wären wir ziemlich schnell blank).

Wo waren denn die Azteken beheimatet?

Nach einer von der Spielerzahl abhängigen Anzahl fragen, gewinnt der Spieler, der am weitesten vorn liegt.

Es ist ein wesentlicher Unterschied, etwas nur zu wissen oder, etwas zu wissen und sich dessen auch wirklich bewusst zu sein.

(Michael Johanni)

Christian meint:

Terra ist der Hammer! Es macht immer wieder Spaß, sein Wissen bestätigt zu sehen oder seinen Mitspielern gegenüber einfach so zu tun als ob. Dabei lassen sich auch Kinder perfekt integrieren. Diese haben bald heraus, wie man erfolgreich punktet. Denn es kann interessanter sein, sich auf angrenzenden Flächen zu positionieren, um die Chancen zu erhöhen, anstatt zu versuchen, mit verschiedenen Tipps die passende Antwort zu finden. Außerdem passiert es häufig genug, dass sie einfach nur Glück haben.

Das Nordpolarmeer grenzt an viele Gebiete.

Das Glück herauszufordern ist dabei genauso spannend. Das ständige Abwägen, ob man nun doch versucht zu Punkten oder doch auf Sicherheit spielt und seine Würfel für eine bessere Gelegenheit aufbewahrt, bringt eine schöne Würze ins Spiel.

Die Windrose gibt uns einen Tipp.

Leider sind nicht alle abgefragten Daten sonderlich gut gewählt. Manches bringt einen schon aufgrund der fehlenden Vergleiche dazu, wild zu raten. Wie viel Wasser fließt zum Beispiel jede Sekunde durch den größten Abfluss? Ja, keine Ahnung, schließlich kann ich nicht mal sagen, wie viel das bei einem kleinen Abfluss ist, sodass ich meinen Tipp-Stein auch einfach aufs Spielbrett werfen könnte.

Toll wiederum sind die weiteren Informationen, die man zu jeder Karte findet. Klar kann man sich dabei nicht alles merken, aber es zeigt einem immer wieder, welch schrulligen, liebenswerten und einfach interessanten Dinge auf der Erde so existieren.

Terra ist das Erdkunde-Quiz für alle, die nicht auf den Meter genau wissen, wo sich etwas befindet. Trotzdem ist es interessant und anspruchsvoll genug, um einen zu fordern. Dabei lässt sich die komplette Familie perfekt an den Tisch bringen. Denn obwohl es Wissen abfragt und vermittelt, ist Terra alles andere als trocken und langweilig. Bei uns ist das Spiel aktuell der absolute Dauerbrenner und es ist hier auch kein Ende in Sicht. Es wandert immer noch täglich mehrfach auf den Tisch.

Dir hat die Rezension gefallen? Du denkst wir liegen völlig daneben? Lass uns wissen was du denkst.

Terra von Friedemann Friese

Terra Cover

Ein einfach unterhaltsames Quizspiel, bei dem man auch mit Halbwissen punkten kann. Es macht einfach Spaß, auch, wenn nicht jede Kategorie gelungen ist.

  • Erscheint bei Huch!
  • Für 2 – 6 Spielende und dauert 45 – 60 Minuten
  • Am besten geeignet für Einsteiger

Spielstil – Wertung

Christian:

9/10
Das gefiel uns
  • Jeder kann erfolgreich mitspielen.
  • Wissen ist dennoch von Vorteil.
  • Abwechslungsreiche Details zur Erde.
Das nicht so
  • Manche Kategorien sind zu abstrakt.
Hier bekommt ihr „Terra“

Amazon

Hinweis:
Wir haben das Rezensionsexemplar ohne Auflagen gratis vom Verlag bekommen.

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Christian Renkel

Christian liebt Brett- und Videospiele mehr, als ausreichenden Schlaf. Dabei ist ihm am wichtigsten, dass er in der jeweiligen Welt versinken kann. Egal, ob es die geschickte Mechanik oder die überkochende Emotion ist.

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