SPIELSTIL Rezension

Kingdom Rush – Lucky Duck Games – Kickstarter-Prototyp

Ein Spiel entwickelt von Helana Hope, Jessey Wright, Sen-Foong Lim
erschienen bei Lucky Duck Games

Tower Defense Spiele gibt es wie Sand am Meer. Das bekannteste von ihnen dürfte „Kingdom Rush“ sein. Begann dieses noch als kostenloses Browserspiel, kamen in den mobilen Umsetzungen für Tablets und Smartphones diverse In-App-Käufe groß in Mode. Diese haben es glücklicherweise nicht ins Brettspiel geschafft. Aber konnte Lucky Duck Games, nach „Jetpack Joyride„, eine weitere gute Umsetzung eines Computerspiels erschaffen?

Ein Pferd! Ein Pferd! Mein Königreich für ein Pferd!

(William Shakespeare)

„Kingdom Rush“ ist ein kooperatives Puzzlespiel. Monsterhorden bewegen sich auf unser Königreich zu. Dabei liegt es an uns, diese aufzuhalten. Hierfür bauen wir Türme, die sofort einen Angriff starten. Mit ihnen platzieren wir Tetris ähnliche Plättchen auf den Monstern. Zusätzlich können wir einzelne Soldaten und Helden losschicken. Türme, die wir in einer Runde nicht verwenden, werden verbessert. Außerdem bringen besiegte Monster Edelsteine, mit denen wir die Helden aufleveln oder neue Türme kaufen können.

Schaffen wir es die erscheinenden Portale zu vernichten, gewinnen wir. Doch kommen die wandernden Monster in unserem Königreich an, verliert dieses Lebenspunkte. Sind alle sieben verschwunden, verlieren wir genauso, wie wenn es ein Portal ins Ziel schafft.

In dieser Galerie zeigen wir euch ein Beispiel zum Spielablauf:

Königreiche lassen sich erben; Länder erfechten; Verdienste kaufen. Aber mein Zutrauen schenk‘ ich nur dem, dem ich es schenken will.

(Ignaz Felner)

Christian meint:

Wir konnten uns intensiv mit einem Prototypen beschäftigen, der die ersten drei Level des fertigen Spiels enthält. Dabei fungierten die ersten zwei Stufen wie eine Art Tutorial. Erst im letzten Szenario spielen wir das komplette Spiel mit allen Regeln. Und auch, wenn es im obigen Bilderbeispiel anders aussah, haben wir alle drei Szenarien mit Bestwertung (alle sieben Lebenspunkte blieben nach dem Sieg über die Monster übrig) bewältigt. Eine Musterlösung hätte euch nur ein Teil des Spiels gezeigt, so, dass wir uns dafür entschieden haben, uns etwas blöd zu stellen.

Da nun die Eckdaten klar sein dürften, gehen wir näher auf das Spiel ein. „Kingdom Rush“ ist ein interessant gestaltetes Puzzlespiel. Während unserer Züge kommt es zu keinerlei Überraschungen, da alle Informationen offen liegen. So kann der geneigte Puzzle-Freund die Lösungen des Problems ganz ohne Zeitdruck in Ruhe besprechen und angehen. Wir haben bis auf die fest zugeordneten Bauplätze keinerlei Zwänge. Dennoch bleiben genügend interessante Entscheidungen, die wir treffen müssen.

Das Regelwerk war, trotz des geringen Umfangs, unser größter Gegner. So manches Detail eröffnete sich erst nach erneutem Studium, nachdem wir die ersten Partien absolviert hatten. Teilweise, stehen wichtige Informationen in einem Nebensatz, den man gerne mal überliest. Solltet euch „Kingdom Rush“ viel zu leicht vorkommen, dann habt ihr wahrscheinlich etwas übersehen. Auch bleibt zu hoffen, dass Lucky Duck Games für die Bauplatzfolien eine bessere Lösung findet. Gerade mit etwas weniger Licht oder einer Farbschwäche, hat man Probleme dabei die Spielerzuordnung zu erkennen.

Das Spiel selbst macht in der uns vorliegenden Fassung einen recht guten und durchdachten Eindruck. Natürlich muss man ein Faible für die Art von Spielen mitbringen. Zumal es das größte Problem kooperativer Spiele voll unterstützt. Alphaspieler fühlen sich befeuert jedem ins Handwerk zu pfuschen. Die Kehrseite der Medaille, wenn jeder Spieler über dieselben Informationen verfügt.

Entgegen der Vorlage kommt „Kingdom Rush“ etwas emotionsarm daher. Natürlich wird es im Spiel Diskussionen geben, was nun die richtige Vorgehensweise ist. Da jedoch kein Druck oder Zufall wie ein Damoklesschwert über einem schwebt, kann man jegliches Für und Wider in Ruhe besprechen und ohne Probleme umsetzen. Das verstärkt natürlich den Eindruck einer reinen, logischen Denksportaufgabe, was mir ab und an gefällt, aber eben nicht Abendfüllend oder als Dauerbrenner, den ich immer und immer wieder spielen muss. Bleibt nur zu hoffen, dass die Designer sich noch weitere Überraschungen für die noch nicht bekannten Szenarien haben einfallen lassen.

So ist „Kingdom Rush“ ein gutes Spiel für Zwischendurch, welches eine schöne Puzzle-Herausforderung und relevante Entscheidungen bietet. Und auch, wenn es sie durch die süße Comic-Optik und thematisch eher nicht ansprechen dürfte, ist es ein Spiel für Optimierer, die einmal keine Rohstoffe sammeln und verbessern möchten.

Kingdom Rush – Lucky Duck Games – Kickstarter-Prototyp von Helana Hope, Jessey Wright, Sen-Foong Lim

Ein Mathe-Rätsel in hübscher Optik lädt zum gemeinsamen Lösen ein. Die Anleitung stellt einen jedoch vor Hürden, die es nicht gebraucht hätte.

  • Erscheint bei Lucky Duck Games
  • Für 2 – 4 Spielende und dauert 45 – 90 Minuten.
  • Am besten geeignet für Familie

Spielstil – Wertung

7/10
Das gefiel uns
  • Der Look des digitalen Spiels ist gut eingefangen.
  • Die Level bieten eine schöne Herausforderung.
  • Alle Informationen sind offen…
Das nicht so
  • … was jedoch Alpha-Spieler noch weiter befeuert.
  • Das Regelwerk mussa unbedingt überarbeitet werden.

Hinweis:
Wir haben das Rezensionsexemplar ohne Auflagen gratis vom Verlag bekommen.

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Christian Renkel

Christian liebt Brett- und Videospiele mehr, als ausreichenden Schlaf. Dabei ist ihm am wichtigsten, dass er in der jeweiligen Welt versinken kann. Egal, ob es die geschickte Mechanik oder die überkochende Emotion ist.

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