Imperial 2030 – PD-Verlag – 2009

 

„Mein Gott, die Spiele werden ja immer älter.“, wird der eine oder andere regelmäßige Leser denken. Aber, ist das überhaupt schlecht? Schließlich ist Imperial 2030 auch nach 7 Jahren (ich spreche es aus SIEBEN) immer noch erhältlich. Außerdem zählt es zu den richtigen Klassikern, die man gespielt haben muss. Ja, ich lehne mich aus dem Fenster. Man muss es gespielt haben. Es ist faszinierend und spannend. Und das mit wirklich wenigen Regeln. Klar macht das Regelheft zu Beginn den Eindruck, dass wir ein hochkomplexes Spiel vor uns haben. Aber dem ist nicht so. Und es ist wirklich erstaunlich, mit wie wenig Regeln man eine derartige Spieltiefe erschaffen kann.

Gut, ich komme besser zurück in die richtige Reihenfolge. Das Fazit gehört eigentlich an den Schluss, aber zumindest dieser Teil passt ganz gut an den Anfang, erklärt es doch, warum ich euch das Spiel vorstelle.

Für diejenigen, die es noch nicht wissen. Wir spielen in Imperial 2030 Finanzinvestoren. Wir geben Ländern Kredite und versuchen diese zu stärken, um zum Schluss mit dem meisten Geld da zu stehen. Wer das meiste Geld investiert hat übernimmt die Geschicke des Landes. Einen Punkt, den man neuen Spieler nicht häufig genug sagen kann. Schließlich hat man hier keine Farbe und kein Land, die man sein eigen nennt, es geht allein darum Geld zu verdienen. Aber bevor ich weiter aushole sehen wir uns lieber das Spiel an sich an, damit ihr versteht, wovon ich rede.

 


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Während des Spielaufbaus werden bereits die ersten Kredite vergeben. Wir spielen mit zwei Spielern. Einer hat die Kontrolle über Russland, Indien und den USA. Der andere steuert die Geschicke von China, Brasilien und Europa. Wichtig hierbei ist noch, dass jeder Staat seine eigene Finanzreserve hat, die nie mit dem Spielervermögen vermischt werden darf.

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Russland beginnt damit eine Fabrik zu bauen. Zu Spielbeginn darf jeder auf einem beliebigen Fleck des Rondells starten.

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Aus der Russischen Staatskasse werden 5 Millionen bezahlt, wodurch noch 6 Millionen vom Startkapital übrig bleiben.

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Und eine neue Fabrik wird platziert. Russland entscheidet sich dafür in Nowosibirsk eine Waffenfabrik zu bauen.

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Im Anschluss ist China an der Reihe und entscheidet sich gleich zu Beginn zu produzieren.

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Es werden also auf alle Felder mit Fabriken eine Einheit zu setzen. Auf Waffenfabriken (Beijing) werden Panzer, auf Werften (Shanghai) Schiffe platziert.

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Indien entscheidet sich für einen Import. Er darf für jeweils 1 Millionen aus der Staatskasse bis zu 3 beliebige Einheiten einkaufen.

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Aus der Staatskasse wandern dann auch 3 Millionen in die Bank.

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Dafür werden 3 Panzer platziert. Gandhi wäre stolz auf ihn. (Für den Satz hassen mich meine Mitspieler inzwischen…)

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Da sich zu Beginn alle zuerst einmal um die eigenen Länden kümmern springen wir gleich zur nächsten Runde. Dort kann ich euch zeigen, was es mit dem Rondell auf sich hat. Russland ist wieder am Zug. Er darf nun kostenfrei 1 – 3 Felder im Uhrzeigersinn auf dem Rondell weiterziehen, um seine nächste Aktion auszulösen. Will er weitergehen muss er dafür bezahlen.

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Aber da die Fabriken nun auch ausgenutzt werden wollen bewegt er sich lediglich um 1 Feld weiter auf Produktion.

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Und stellt eine Einheit auf jede Fabrik.

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China will nun ein Manöver durchführen.

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Zuerst dürfen alle Schiffe bewegt werden. Also, in unserem Fall fährt das Schiff von Shanghai ins Chinesische Meer.

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Im Anschluss sind die Panzer an der Reihe. Hier zieht China in die Mongolei und platziert gleich mal eine eigene Flagge. Kämpfe finden keine statt, da keine gegnerische Einheit im Weg steht.

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Wir überspringen wieder ein paar Züge. Bis Indien beschließt Steuern einzutreiben. Auch das wird wieder über ein paar Einzelschritte abgehandelt.

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Zuerst rechnet man für jede Flagge 1 Million und für jede Fabrik 2 Millionen.

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Daraus ergibt sich, dass Indien aktuell Steuereinnahme von 7 Millionen hat.

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Im zweiten Schritt muss man für jede Militäreinheit aus dem Staatsschatz 1 Million an Wartungskosten bezahlen.

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Als nächstes erhält der aktuelle Leiter des Landes einen Bonus aus der Staatskasse bezahlt. Hierzu vergleichen wir die Tabelle mit den Einnahmen. Wir haben mindestens 6 Millionen eingenommen.

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Also erhalten wir 1 Million als Bonus ausbezahlt.

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Und zuletzt steigt die Macht von Indien noch um 1 Punkt (auch nach obiger Tabelle).

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Nachdem sich Europa die letzten Runden darauf vorbereitet hat startet auch dieses ein Manöver.

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Auch hier gilt, dass die Schiffe zuerst gefahren werden müssen. So wird das Schiff von London im Nordatlantik und das aus Rom im Mittelmeer platziert.

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Im Anschluss daran nutzt der Panzer in Paris die Seebrücke im Mittelmeer dazu, um nach Nord-Afrika zu gelangen.

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Ihr merkt, eine einzelne Aktion fehlt uns noch, der Investor. Was es damit auf sich hat zeigt euch Russland.

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Der aktuelle russische Spieler zieht mit seinem Marker auf Produktion.

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Dabei hat er das Feld Investor übersprungen. Bleibt man darauf stehen werden aus der Staatskasse allen Kreditgebern die zugehörigen Zinsen bezahlt. Reicht das Geld nicht aus, zahlt derjenige, der das Land aktuell steuert aus seiner eigenen Kasse.

Aber auch beim Überspringen passiert etwas. Der aktuelle Investor erhält 2 Millionen aus der Bank.

 

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Und darf einen neuen Kredit kaufen. Dazu legt er das nötige Geld in die entsprechende Staatskasse und nimmt sich den passenden Kredit. Ist er nun derjenige, der dem Land am meisten Geld geliehen hat übernimmt er darüber die Kontrolle. Danach wandert der Investor zum nächsten Spieler.

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Als letztes zeige ich euch noch das „Kampfsystem“, wenn man es so nennen mag. Russland hat unser Beispiel begonnen, also enden wir auch damit. Der Spieler hat Manöver ausgewählt, um Einheiten zu bewegen.

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Als die Panzer an der Reihe sind zieht er die aus seiner Region in die Mongolei. Das geht, da in der Heimat ein Eisenbahnnetz existiert, das alle Einheiten zuerst an einen beliebigen Punkt innerhalb der Heimat transportieren kann, bevor sich diese bewegen.

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Im Anschluss bekundet Russland feindliche Absichten. Dadurch werden dann Einheiten 1 zu 1 entfernt. Heißt in unserem Fall. China und Russland verlieren beiden einen Panzer. Russland ist dann noch als einziges im Land und übernimmt die Kontrolle über die Mongolei.

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Das Spiel selbst geht nun noch so lange weiter, bis ein Land 25 Machtpunkte gesammelt hat. Im Anschluss werden die Zinsen der Kredite im eigenen Besitz mit dem Faktor über dem aktuellen Machtwert multipliziert. Das Barvermögen wird zu dem Wert addiert. Wer nun am meisten gescheffelt hat, hat gewonnen.


Fazit

Ja, ich weiß, ich habe bereits durchläuten lassen, dass ich Imperial 2030 genial finde. Neben dem leichten Einstieg und der dennoch hochkomplexen Angelegenheit zählt für mich persönlich natürlich auch das Miteinander mit anderen Spielern dazu. Kann ich mit einem Nachbarn Frieden schließen ist das im Normalfall immer besser, als Krieg gegen ihn zu führen. Denn letzterer ist sehr teuer. Das ist ein Punkt, den man erst mit der Zeit lernt. Krieg verschlingt einen Haufen Geld. Da wir aber Geld verdienen wollen ist er im Normalfall eher gegen unser Ziel. Falls es euch wichtig ist, dass ihr keine Kriegsspiele spielen wollt, weil euch das pädagogisch nicht wertvoll erscheint, hier ist euer Spiel.

Außerdem ist es, wenn man einen aggressiven Nachbar hat, doch interessanter so viel Geld in dessen Land zu investieren, bis man die Kontrolle darüber übernimmt. Die Länder werden häufiger den Besitzer wechseln, als einem lieb ist. Aber dennoch ist noch nicht alles verloren. Schließlich hat man auch Vorteile, dass einzelne Regierungen, in die man investiert hat, erfolgreich sind. Selbst, wenn der Gegner sie steuert. Und, wenn man mal kein Land hat, dann übernimmt man die Schweizer Bank. Diese ist für mich der einzige Negativpunkt. Sie ist zwar recht mächtig, aber relativ langweilig zu spielen. Man sieht den anderen eigentlich bei ihren Zügen zu. Das Einzige, was man noch tun darf ist sie zu zwingen auf dem Investorfeld stehen zu bleiben. Man kassiert hier dann entsprechend Zinsen und darf zusätzlich zum aktuellen Investor neue Kredite vergeben. Heißt, der Geldfluss ist geregelt und man kann sich überall einkaufen. Gut, im Normalfall achten die Mitspieler darauf, dass keiner die Schweizer Bank bekommt, aber hat man diese kann man sich meistens zwischen „durch Langeweile zum Siegertreppchen“ und „schlechtere Chancen, aber mehr Spielspaß“ entscheiden.

Aber, wie gesagt, das ist der einzige Negativpunkt, der mir einfällt. Natürlich kann eine Partie Imperial 2030 auch gern weit über die angegeben 3 Stunden Spielzeit hinausgehen. Die Zeit vergeht dabei jedoch wie im Fluge, da man genügend Spaß und interessante Entscheidungen hat. Imperial 2030 wird also für mich immer in meine persönliche Top 10 gehören. Oder anders gesagt, es befindet sich nun schon so lange darin, dass ich auch denke, dass es die nächsten 7 Jahre immer noch dort bleiben wird. Und jetzt hört auf zu lesen und versucht lieber euer Glück als Investoren. Los! ?

 

Imperial 2030

PD Verlag 2009


Autor: Mac Gerdts
Dauer: ca. 120 -180 Minuten
Spieler: 2-6
Schwierigkeit: Mittel

Anmerkungen

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