Epic Spell Wars – Cryptozoic – 2012

 

Bevor es zu Beschwerden kommt gestehe ich, dass das Spiel eigentlich „Epic Spell Wars of the Battle Wizards: Duel at mount Skullzfyre“ heißt. Aber das hätte nicht in die Titelzeile gepasst. Und wer das schnell dreimal hintereinander sagen kann ohne einen Knoten in der Zunge zu bekommen, der ist bestens gerüstet für dieses Spiel.

Wir sind Zauberer in einer Welt, in der es an der Tagesordnung steht sich in einem Wettstreit gegenseitig die Köpfe von den Schultern zu blasen. Natürlich mit der mächtigsten Magie, die das Land je gesehen hat. Zum Glück sind wir alle unsterblich, wie es mit den Schmerzen steht lässt das Regelbuch offen, und können immer wieder an den Wettbewerben teilnehmen.

Wie ihr seht nimmt sich das Spiel mit der Thematik oder mit dem Cover schon selbst nicht allzu ernst. Aber ob das gut gehen kann?

 

 


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Wir haben uns zu einem gemütlichen Gemetzel mit 4 Magiern eingetroffen. Jeder legt 3 der Handkarten vor sich hin, um einen Zauberspruch zu formen. Dieser besteht immer aus den Komponenten Source (= Quelle), Quality (= Qualität) und Delivery (=Auslieferung). Sollte man keinen ganzen Zauberspruch formen können legt man dennoch 3 Karten, um den Mitspielern das zu verheimlichen.

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Im Anschluss wird die Initiative ermittelt. Es beginnen die Spieler, die nur eine Komponente des Zauberspruchs gespielt haben. In unserem Fall ist es „Princess Holiday“.

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Sie deckt ihren Spruch auf und liest ihn möglichst magisch klingend vor.

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Danach wird er von links nach rechts abgehandelt. In unserem Beispiel haben wir nur eine Source, die besagt, dass wir 4 Karten vom Zugstapel aufdecken und jede darin enthaltende Source zu unserem Spruch hinzufügen sollen. Wir tun dies und erhalten 2 passende Karten.

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Diese fügen wir zu unserem Spruch hinzu und führen diese nacheinander aus.

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Wir beginnen mit „Rose Bottom’s“ Heilzauber. Für jede unterschiedliche Glyphe (unten links auf den Spruchkarten) heilen wir einen Lebenspunkt.

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Im Anschluss führen wir „Ben Voodoo’s“ aus. Jeder Gegner erhält 1W6 Schaden und wir müssten einen Schatz zerstören, wenn wir einen hätten.

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Reihum wird nun gewürfelt und das Ergebnis von den Lebenspunkten abgezogen.

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Princess Holiday selbst genießt die wüsten Flüche und Beschimpfungen, die ihre Gegner ausstoßen.

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Als nächstes ist Fey Ticklebottom an der Reihe, dessen Spruch aus 2 Komponenten besteht.

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Beard’o Blasty’s erlaubt uns den Text einer Delivery zu kopieren.

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Somit führen wir den Power Vortex theoretisch zweimal aus. Im ersten Schritt werfen wir für jede übereinstimmende Glyphe von Beard’o Blasty’s einen Würfel und vergleichen das Ergebnis mit der unten aufgeführten Tabelle. 2 = Wir werfen eine Karte ab.

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 Im Anschluss machen wir dasselbe für den Power Vortex. Jeder Gegner erhält 2 Schaden und wir werfen 2 Karten ab. Da wir am Anfang des Zuges wieder alle auf 8 Handkarten auffüllen kann es von Vorteil sein Karten, die man nicht braucht zu entsorgen.

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Nun kommen die Sprüche mit 3 Komponenten an die Reihe. Haben mehrere Zauberer dieselbe Anzahl an Komponenten wird die Initiative der Delivery verglichen. Der Magier mit dem höchsten Wert beginnt.

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Zanzabart ist an der Reihe. Er deckt seinen Spruch auf, in dem sich eine Wild Magic Karte befindet.

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Das bedeutet, dass der Spieler nun so lange Karten vom Nachziehstapel aufdeckt, bis er eine passende Karte (in unserem Fall Qualtity) findet und die Wild Magic Karte damit austauschen kann.

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Nachdem der Zauber nun vollständig ist, müssen wir diesen natürlich auch mit unserer eindrucksvollsten Magierstimme vortragen: „Professor Presto’s ballsy bedazzlement!!“

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Wir beginnen auch hier mit der Source des Spruchs. Mit dem Würfel bestimmen wir einen zufälligen Gegner, der 3 Schaden erhält.

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Außerdem erhalten wir einen Schatz, weil wir eine Wild Magic Karte im Spruch eingebaut hatten.

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Die gezogene Quality bringt uns leider nichts, da keiner unserer Gegner links und rechts von uns einen Schatz hat. Also kommen wir gleich zur Delivery.

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Erneut werfen wir für jede passende Glyphe einen Würfel. 6 = 1 Schaden für einen Gegner unserer Wahl und wir dürfen eine zufällige Karte von unserer Hand zum Spruch hinzufügen.

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Wir ziehen Devilicious und der Würfel sagt uns, dass ein Gegner unserer Wahl 4 und wir 1 Schaden erhalten.

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Das ganze geht nun so lange weiter, bis nur noch ein Zauberer übrig ist. Dieser erhält den Last Wizard Standing Token. Hat einer zwei Token gesammelt hat er das Spiel gewonnen.

Tote Zauberer erhalten für die nächste Runde einen Bonus in Form einer Dead Wizard Karte, somit haben sie einen kleinen Vorteil gegenüber dem Sieger aus der Vorrunde.

 


 

Fazit

Epic Spell Wars of the Battle Wizards: Duel at mount Skullzfyre ist, wie ihr schon richtig vermutet, ein reines Spaßspiel. Spieler, die taktisch vorgehen und alles durchplanen möchten sind hier genau an der falschen Adresse. Aber daraus mach Epic Spell Wars auch keinerlei Hehl. Es trägt offen mit geschwollener Brust das Abstruse als eine Art Orden vor sich her. Das kann man mögen oder nicht. Mir hat das Spiel bisher recht gut gefallen. Sind alle Spieler im Tisch des englischen mächtig und endlich mal davon überzeugt, dass Planung nur bis zu einem gewissen Punkt etwas bringt (nämlich im Normalfall in der Wahl der Glyphen) spielt es sich recht flott. Es sind auch für nicht Muttersprachler einige Witze dabei. Das volle Spektrum erschließt sich einem natürlich nur, wenn man eine gewisse Vorkenntnis des englischen hat.

Wo wir schon bei der Sprache sind, das englisch ist sehr gut verständlich und bis auf ein paar wenige, nicht aus der Schule geläufigen Vokabeln sehr gut zu meistern. Bisher musste zumindest niemand mit einem Wörterbuch da sitzen und die Karten Schritt für Schritt übersetzen. Somit ist auch diese Hürde schön gering. Doch diese muss wohl genommen werden. Ich glaube nicht, dass sich ein deutscher Verlag das Spiel ins Programm nehmen wird. Dafür ist der Humor von Epic Spell Wars zu pechschwarz und die Bilder… naja… sagen wir mal zu wenig delikat.

Natürlich ist alles in einem skurrilen Comic-Stil gehalten, aber man darf eben kein Problem mit herumfliegenden Gedärmen haben, ansonsten ist man hier vollkommen falsch aufgehoben. Die Bilder an sich kann man mögen. Ich persönlich bin nicht so ganz überzeugt. Klar ist die Lösung durch die Gewaltdarstellung verständlich, aber dennoch würde ich die Bilder nun nicht wirklich schön nennen. Sie sprechen mich nicht sonderlich an, aber sie stoßen mich im Gegenzug auch nicht wirklich ab. Und wie bei so ziemlich allen Spielen sind manche Grafiken einfach besser getroffen, als andere.

Die Spielanleitung ist leicht verständlich, aber dennoch zum Lesen ein Graus. Wer das verbrochen hat gehört bestraft. Auf einer Seite befinden sich gefühlt 200 unterschiedliche Schriftarten und -größen, was es schwer macht das Ganze zu lesen. Klar, soll das schon auf einen gewissen Wahnsinn einstimmen, aber hier wäre weniger definitiv mehr gewesen.

Aber kommen wir zum Spiel selbst. Es ist spaßig und das trotz dem hohen Glücksfaktor. Beziehungsweise wahrscheinlich eher wegen des Glücksfaktors. Epic Spell Wars besteht einfach aus heillosem Chaos. Einem Wahnwitz, der aus jeder Pore trieft. Und das muss auch so sein, denn nur so kann man mit seinem Mitspielern auch wirklich Spaß haben. Zumindest mit denjenigen, die sich darauf einlassen. Mit Spaßbremsen ist Epic Spell Wars ein totaler graus, der jedem den Spielspaß verdirbt. Ist die Gruppe entsprechend locker wird man mit einigen Lachern und einem durch mehr Glück als Taktik bestimmten Sieger belohnt. Dennoch hat man das Gefühl ein schönes Spiel miteinander gespielt zu haben.

An der Stelle muss ich natürlich ehrlich sein. Der Humor und die Schadenfreude trägt einen Großteil von Epic Spell Wars. Ich kann noch nicht abschätzen, wie sich das entwickelt. Bisher zündet das Spiel immer noch. Aber ich denke auch, dass sich das ganze irgendwann mal abnutzen wird, wenn man das Spiel zu häufig auf den Tisch bringt. Dennoch, wenn alle Spieler zügig spielen, ist es je nach Teilnehmerzahl ein kurzer bis mittlerer Absacker oder Aufheizer in einen Spieleabend, welcher innerhalb von 5 Minuten aufgebaut und erklärt ist.

 

Epic Spell Wars

Cryptozoic 2011


Autor: Rob Heinsoo, Cory Jones
Dauer: ca. 10 je Spieler
Spieler: 2-6
Schwierigkeit: Einfach

Anmerkungen

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