SPIELSTIL Rezension

Bellum Magica

Ein Spiel entwickelt von Frédéric Guérard
erschienen bei Asmodee, Blue Orange

Es könnte alles so schön sein. Man gilt als der persönliche Ultrabösewicht, hat seine Ländereien und Monster, die einem aufs Wort folgen. Alles ist gut und man genießt die Früchte der Arbeit der Untertanen. Und dann macht sich eine weitere Persönlichkeit breit, die meint, beweisen zu müssen, dass sie die Menschen noch besser unterjochen kann als man selbst. Das kann man natürlich nicht auf sich beruhen lassen. Schließlich ist nur Platz für eine Monstrosität, die Angst und Schrecken verbreitet!

Begleitet uns also in Bellum Magica. Den spaßigen Wettstreit der Bösewichter im Kampf um das Einzige, was wirklich zählt. Siegpunkte!

Die Zeit ist wie Magie, sie ist mit dem bloßen Auge nicht erkennbar und doch schwindet sie!

(Sabine Rausch)

Der Ablauf von Bellum Magica ist relativ einfach. Der Würfelmeister wirft den Würfel. Die anderen können ihn durch Abgabe von Bier zwingen, den Wurf zu wiederholen, er selbst durch Magie. Möchte niemand mehr etwas am Ergebnis ändern, erhalten alle die Rohstoffe, die laut ihrer Zentrale zum Würfelergebnis passen. Dazu zählen Fleisch und magische Steine. Zusätzlich darf sich an den Schatztruhen bedienen, wer die meisten Schriftrollen vorweisen kann.

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Mit der gewürfelten vier bekommen wir aktuell 2 Fleisch und 1 Schriftrolle. Zusätzlich dürfen wir mit 2 Schwertern angreifen.

Danach geht es in den Angriff über. Erneut zeigt die Kombination aus Würfelergebnis und eigenem Ausbau an, wie stark dieser erfolgt. Dabei greifen die Monster nicht nur die menschlichen Siedlungen an, sondern dürfen sich auch bei den Mitspielenden bedienen. Zumindest dann, wenn sie stark genug sind und im Ergebnis eine Maske liegen haben.

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Wir können die Menschen direkt angreifen. Die Schilde geben an, wie viele Schweretr man braucht. Ist das Schild pink, benötigt man magische Schwerter.

Im Anschluss darf man ein neues Monster rekrutieren, das man in seine Auslage einbaut. Dabei muss man sich entscheiden, ob man es links für mehr mögliche Rohstoffe oder rechts für einen verbesserten Angriff anlegt. Danach beginnt alles von vorn.

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Kleine Monster sind natürlich günstiger, als große.

Das Spiel endet, sobald jemand nach der Angriffsphase über 10 oder mehr Truhen verfügt. Diese werden dann umgedreht und die darauf notierten Siegpunkte zusammengezählt. Wer die meisten hat, gewinnt.

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Es gibt 3 Arten von Truhen, die unterschiedlich wertvoll sind.

Ärgernis wird öfter genommen als gegeben.

(Alois Essigmann)

Christian meint:

Bellum Magica gehört zu den Spielen, die einen sehr einfachen Einstieg haben. Heißt sind neue Mitspielende anwesend, wird einfach aufgebaut und losgespielt. Die paar Regeln erklärt man während der ersten Runde. Danach ist eigentlich alles klar. Mehr versteckt sich nicht im Spiel.

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Eine illustre Runde an Ultraschurken.

Das sorgt natürlich dann auch dafür, dass Bellum Magica nicht allzu tiefgründig ist. Möchte es aber auch nicht sein. Schließlich gilt es nur die entscheidende Nasenlänge voraus zu sein. Wobei man gleichzeitig auch sagen muss, dass das Spiel sehr glückslastig ist. Möchte der Würfel nicht richtig fallen oder hat man Pech mit der Monsterauslage, kommt man nur schwer auf einen grünen Zweig. Und während glücklichere Gesellen dann eben vorauspreschen, quält man sich selbst immer noch in der Taverne ab, weil einem keine anderen Möglichkeiten bleiben. Wem das nicht schmeckt, der sollte einen Bogen um Bellum Magica machen. Mich stört es nur ein wenig, weil das Spiel eben nicht dadurch auftrumpfen möchte besonders gewiefte Entscheidungen (davon gibt es eigentlich fast 0) zu treffen, sondern sich fröhlich gegenseitig zu blockieren, zu ärgern und zu beklauen. Aber etwas mehr Aktionsmöglichkeiten hätten dem Spiel auch nicht geschadet.

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Man wächst immer weiter.

So läuft eine Partie Bellum Magica immer recht geradlinig, aber eben auch schnell ab. Es gibt keine Downtime, sondern eigentlich immer Spiel. Und das ist durch seine direkten Konfrontationen mit anderen Mitspielenden auch spaßig. Dabei kann es aber auch recht destruktiv sein. Nicht, weil man anderen etwas zerstört, was sie sich aufgebaut haben, sondern weil man eben direkt Siegpunkte klaut. Wenn man dann eh schon abgeschlagen ist, kommt es nicht selten vor, dass sich mehrere Gegner an den eigenen Schätzen bedienen, was einen noch weiter in den Dreck drückt. Das muss man halt abkönnen.

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Dieses neue Monster schieben wir von links rein, damit wir unsere Rohstoffzufuhr verbessern.

Stellt sich nur die Frage, mag ich Bellum Magica? Ja und nein. Mir gefällt die tolle Optik, das schnelle und direkte Spielsowie die Möglichkeit sich untereinander zu ärgern. Was ich nicht so mag, ist, dass man keine große Möglichkeit hat aufzuholen, wenn man ins Hintertreffen geraten ist. Dann könnte man genauso gut aus der Partie aussteigen, da man gefühlt einfach unbedeutend für den weiteren Verlauf der Geschichte geworden ist. Zwar muss man sich nicht zu lange quälen, aber unschön ist es dennoch.

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Einfach tolles Material.

Bellum Magica von Frédéric Guérard

Bellum Magica - Cover

Ein spaßiges Spiel, das einen schnellen und einfachen Einstieg bereithält. Perfekt für die Familie, die sich gerne gegenseitig ärgern und darüber lachen können. Leider etwas zu unausgeglichen und arg glückslastig.

Spielstil – Wertung

6/10
Das gefiel uns
  • Schnell zu lernen.
  • Jeder kann sofort mitspielen.
  • Wunderschönes Material.
  • Bitteböse.
Das nicht so
  • Zu Glückslastig.
  • Wer am Boden liegt, wird immer weiter getreten.
  • Dürfte ein klein wenig gehaltvoller sein.
Hier bekommt ihr „Bellum Magica“

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Hinweis:
Wir haben das Rezensionsexemplar ohne Auflagen gratis vom Verlag bekommen.

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Christian Renkel

Christian liebt Brett- und Videospiele mehr, als ausreichenden Schlaf. Dabei ist ihm am wichtigsten, dass er in der jeweiligen Welt versinken kann. Egal, ob es die geschickte Mechanik oder die überkochende Emotion ist.

So erreicht ihr ihn:

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