SPIELSTIL Ratgeber

Sherlock – Löse Fälle wie ein Profi

- 28.Mrz.2022

Arthur Conan Doyles Figur Sherlock Holmes ist wohl eine der bekanntesten fiktionalen Figuren, die es gibt. Endlos viele Romane sind nicht nur aus der Feder des Erfinders, Verfilmungen und natürlich auch Spiele gibt es. Trotz der medialen Ausschlachtung hat Sherlock wenig an seiner Faszination verloren. Jedes Mal, wenn er einen Fall auf grandiose Art löst, macht man eine mentale Verbeugung vor so viel Genie.Abacus bringt uns mit seiner Sherlock Reihe in die Position des Meisterdetektivs. Stand Q1 / 2022 gibt es 18 Fälle. Wir werden sie nach und nach spielen und diesen Artikel mit unserer Meinung aktualisieren.
It's what's in yourself that makes you happy or unhappy.

(Miss Marple ― Agatha Christie)

Wie bei den meisten Detektiv- und Rätselspielen sind die Regeln auch bei Sherlock einfach. Der Anspruch liegt ganz klar im Lösen der Fälle. Jeder besteht aus einem Stapel Karten, die gemischt und ausgeteilt werden. Man bekommt 3 davon bzw. 2 bei 6 oder mehr Spielenden. Was den Inhalt der Karten angeht, gilt eingeschränkte Kommunikation. So darf man bei Texten nur die unterstrichenen Wörter, bei Bildern nur die Unterschriften mit den anderen teilen.Wer am Zug ist, spielt eine Karte offen aus oder legt sie auf den Ablagestapel. Wurden alle Karten gespielt, ist die erste Phase in Sherlock vorbei. Jetzt muss der Ablagestapel mindesten 6 Karten umfassen, ansonsten ist der Fall verloren.
Hat man diese Hürde genommen, gilt es aus den ausgespielten Karten den Hergang des Falles zu rekonstruieren. Die abgelegten Karten dürfen zwar nicht angesehen werden, wer sich jedoch erinnert, darf deren Inhalt mit in die Betrachtung einbeziehen. Danach bekommt man in Sherlock Punkte für korrekt beantwortete Fragen zum Fall und Abzüge für ausgespielte Karten, die nicht zwingend nötig waren.
It is the brain, the little gray cells on which one must rely. One must seek the truth within--not without.

(Poirot ― Agatha Christie)

Robert meint:

Beginnt man ein Sherlock Spiel, so steht man mit wenig Information beziehungsweise wie der sprichwörtliche Ochs vor dem Berg da. Es gibt eine kurze Geschichte, die in den Fall einleitet und die ersten drei Karten auf der Hand. Von Anfang an ist es bei Sherlock wichtig, die Spreu vom Weizen zu trennen, also welche der Karten relevant oder ein “red herring” ist. Das gestaltet sich unterschiedlich schwer, zum einen haben die Fälle verschiedene Schwierigkeitsstufen (insgesamt 3) und es sind zufällig gezogene Karten. Die Verteilung der Karten in den Sherlock-Fällen war bisher so, dass man bald merkte, in welche Richtung der Hase ungefähr läuft.
Sind mehrere Sherlocks am Tisch, sollte man bereits mit den ersten Karten gemeinsam versuchen, eine Geschichte aus den liegenden Karten zu formen. Wobei es extrem wichtig ist, sich nicht gleich auf die erstbeste Theorie zu stürzen und als gegeben anzunehmen. Jedes Indiz sollte immer wieder geprüft und vielleicht sogar aussortiert werden. Liegen alle Karten auf dem Tisch und der Nachziehstapel ist leer, ging für uns der Spaß erst richtig los und die Hirnwindungen laufen auf Maximum. Wir müssen die klassischen drei Fragen, die jeder Hobbykriminologe kennt, als Sherlock klären. Wer ist der Täter? Was ist das Motiv? Wann hatte er die Gelegenheit? Nicht ganz uninteressant ist logischerweise womit?
Hat man diese Fragen gelöst, sollte man als Team Sherlock eine konsistente Geschichte auf Lager haben. Dabei ist es extrem wichtig, alle Karten, die man als relevant einstuft, in die Geschichte einzubauen. Im ersten Fall waren wir da zu nachlässig, haben die falschen Schlüsse gezogen und es richtig versemmelt. So bestand der Reiz der Sherlock-Fälle für uns aus der Lust am Knobeln und der gemeinsamen Diskussion. Erst später versuchten wir die erreichten Punkte zu optimieren. Wer zu viele Karten ausliegen hat, die nicht zu Fall beitragen, bekommt Punkte am Ende abgezogen. So kann es sein, dass man trotz der richtigen Lösung mit nur wenigen Punkten da steht. Diese Abzüge fühlen sie manchmal etwas willkürlich an, dem Spielspaß hingeben, tut dies keinen Abbruch.

Die Fälle

Die Beschreibungen der Sherlock – Fälle sind weitestgehend spoilerfrei und beschränken sich auf das was man auch so über den Fall erfahren würde. Sollte es mehr geben ist das klar zu sehen. Die Fälle sind so sortiert, wie wir sie uns angesehen haben, also neueste Reviews ganz oben. Das ist aber nicht immer das was man sehen will, daher könnt ihr die Fälle nach Aspekten sortieren, nutzt dazu die Buttons unten.

Sortiere die Fälle

Sherlock - Tod am 4. Juli

Ein rauschendes Fest auf einem Gutshaus in den USA. Es ist der Tag der Unabhängigkeit und es soll festlich begangen, doch das Böse ist immer und überall. Eine Leiche wird gefunden und wir sollen die Hintergründe herausfinden.Diese Fall kommt mit Schwierigkeit 3 daher und wir lagen so völlig daneben. Bei den Fragen haben wir schon ziemlich geeiert, haben dann aus den Indizien eine konsistente Geschichte gebaut, die naheliegend war und auch Sinn ergab. Manches hatten wir nicht vollständig aufgeklärt und so war uns schon klar, dass wir nicht so richtig Klasse abschneiden würden. Aber wir dann aber die Lösung vorlasen, hätten wir nicht weiter davon entfernt sein können.Wir haben die Karten nochmals angesehen und fanden kaum wirkliche Hinweise auf den Tathergang. Das war zumindest für uns eindeutig zu wenig. Die Knobelei hat Spass gemacht, aber es fühlt sich so an, als wäre dieser Fall handwerklich nicht so richtig gelungen.
  • Schwierigkeit: 3
  • Erscheinungsjahr: 2019
  • Szenario: Gegenwart
Wertung:
5/10

Sherlock - Der Pate

Ein wichtiger Geschäftsmann aus Miami ist im Krankenhaus verstorben. War es Mord? Hat es mit den aktuellen Entwicklungen rund um die Geschäfte des Toten zu tun?Der Pate ist einer der wenigen Fälle mit Schwierigkeit 1. Wir finden, dass er perfekt für den Einstieg in die Sherlock Reihe geeignet ist. Es ist einfacher Fall, mit einer schönen falschen Fährte. Doch gibt es trotzdem genug zu knobeln. Die Hinweise sind stark aber nicht so eindeutig, dass man mit der Nase darauf gestoßen wird.
  • Schwierigkeit: 1
  • Erscheinungsjahr: 2019
  • Szenario: Gegenwart
Wertung:
7/10

Sherlock - Mord im Nachtzug

Der Zug, nicht der berühmte Orientexpress, ist die Nacht durchgefahren und inzwischen in Karachi angekommen. Der Schaffner geht durch die Wagons, um die Passagiere zu wecken. In einem Abteil gibt es Schwierigkeiten, ein Passagier ignoriert den Weckruf völlig. Er ist tot.Die grobe Geschichte zu enthüllen, kam uns gar nicht so schwierig vor. Es gibt einige sehr starke Hinweise, mit etwas Glück zieht man diese frühzeitig. Den genauen Hergang der Geschehnisse zu rekonstruieren, ist dann nochmal eine andere Geschichte. Hier muss man genauer hinsehen. Damit ist der Fall für uns gut entworfen gewesen. Wir hatten eine Ahnung wie es ungefähr gewesen sein muss und konnten dann die weiteren Erkenntnisse in die bestehende Geschichte gut einhängen. Ein schöner Fall, bei dem man unter Umständen von etwas Gefühl für Physik profitieren kann.
  • Schwierigkeit: 2
  • Erscheinungsjahr: 2019
  • Szenario: Gegenwart
Wertung:
9/10

Sherlock - Der Pakt mit dem Teufel

Sherlock - Der Pakt mit dem Teufel

In Tornado Town, New Mexico, im Jahr 1889, es wurden Gräber geschändet. Wer war es und warum? Die härteste Nuss bisher. Der Fall hat die Schwierigkeit 3 nicht umsonst. Gerade anfangs tappten wir völlig im Dunkeln. Es gib ziemlich viel nicht relevantes, das schwierigste liegt darin die Nebelkerzen zu erkennen und abzuwerfen. Gerade anfangs ist das nicht einfach. Es liegen sehr schnell viele Karten, die man nicht braucht. Der Fall selbst ist dann gar nicht so kompliziert. Die Geschichte kam sie uns leider etwas uninspiriert vor..
  • Schwierigkeit: 3
  • Erscheinungsjahr: 2020
  • Szenario: Far West
Wertung:
6/10

Sherlock - Der Butler

Sherlock - Der Butler

Der Butler ist tot! Eine schöne Wendung, normalerweise ist der Butler gerne mal der Mörder. Hier nicht, aber warum? Selbstmord? Mord?
Mit diesem Fall hatten wir wirklich Spaß. Die Geschichte hat einiges zu bieten. Wenn man nicht aufpasst geht einem schnell etwas durch die Lappen. Das ist uns so ergangen. Es gilt auch hier wieder, alles was man als Indiz identifiziert hat, gehört dann auch in die Geschichte. Man kann daher auch daneben liegen, obwohl (fast) alles in Betracht gezogen wurde. Ist uns so passiert. Auf jeden Fall ansehen.
  • Schwierigkeit: 2
  • Erscheinungsjahr: 2020
Wertung:
9/10

Sherlock - Die holde Maid

Sherlock - Die holde Maid

Die junge Maid Valeria wurde tot in ihrer Kammer aufgefunden. Wir sind Sherlock im Mittelalter, die Aufgabe: Wie ist Valeria gestorben und warum?
Der Fall liegt genauso wie die Schwierigkeit im guten Mittelmaß. Die Geschichte ist recht klassisch, mit wenigen Überraschungen. Aus dem Grund gelang es uns, schon während wir die Karten legten, den Fall ein gutes Stück voranzubringen. Für den Einstieg durchaus geeignet.
  • Schwierigkeit: 2
  • Erscheinungsjahr: 2021
  • Szenario: Mittelalter
Wertung:
7/10

Sherlock - Grabesstille

Wir klären das Verschwinden von Adam Lockwood auf. Er ist der Angestellte von Michael Williams, dem Besitzer eines Bestattungsinstituts. Es wird schön morbide, wir ermitteln auf dem Friedhof.
Ein interessanter Fall, der eine verbreitete Angst aufnimmt, die im vorletzten Jahrhundert tatsächlich existierte. Unser erster Fall, den wir grandios vergurkten, weil wir nicht alles in Betracht zogen, was wirklich relevant war. Eine gute Geschichte, mit gar nicht so vielen falschen Fährten.
  • Schwierigkeit: 2
  • Erscheinungsjahr: 2020
Wertung:
7/10

Sherlock - Die Fälschung - Cover

Sherlock - Die Fälschung

Ein wertvolles Gemälde soll bei Sotheby’s versteigert werden. Kaum wurde das Startgebot verkündet unterbricht der Sachverständige und tritt an das Bild….
Zur Abwechslung mal kein Mord, sondern ein Fall in dem es um Kunst, Geld und Zeit geht. Auch wenn die Schwierigkeit nur bei eins liegt, haben wir eine ganze Weile gebraucht, den richtigen Faden zu finden und die Ereignisse vernünftig zu sortieren. Wir konnten die Geschichte im Wesentlichen lösen, die Begeisterung hielt sich in Grenzen, für uns einer der schwächeren Fälle bisher.
  • Schwierigkeit: 1
  • Erscheinungsjahr: 2021
Wertung:
6/10

Sherlock - Letzter Aufruf

Ein Mann stirbt während eines Fluges. Was ist passiert? Und warum ist er jetzt tot?
„Letzer Aufruf“ ist einer der Fälle mit der die Reihe bekannt wurde. Zurecht.
Der Fall ist voller Menschen, die ein Motiv haben könnten. Mögliche Tatwaffen gibt es ebenfalls zuhauf. Damit haben wir ein Becken voller roter Heringe, die es auszusortieren gilt. Wir hatten richtig viel Spaß dabei, die Nadel im Heuhaufen zu suchen und zu finden. Unser zweiter Fall. Wir haben unseren Plan in die Tat umgesetzt, alles wichtige in unser Geschichte einzubauen. Was gut gelang. Trotzdem gingen wir als Lestrade, der schlechtesten Bewertung, aus dem Fall hervor. Wir hatten zu viele Karten gespielt.
  • Schwierigkeit: 2
  • Erscheinungsjahr: 2019
Wertung:
8/10

Sherlock - Séance mit einem Toten

John Marlowe ist tot. Ein Anwalt, der sich für die Arbeiterklasse einsetzt. Aber was hat das mit der titelgebenden Séance zu tun?
Der Fall nimmt das Thema Okkultes und Spiritismus auf und bringt eine historische Person mit in die Geschichte. Die zeitliche und örtliche Einordnung der Dame hinter der Kristallkugel mag korrekt sein. Doch sind wir über einen zentralen Umstand gestolpert, der unseres Erachtens gesellschaftlich in dieser Zeit so nie stattgefunden hätte. Also nicht zu stark in diesen Kategorien denken!
Der Fall ist knackig. Den höchsten Schwierigkeitsgrad können wir bestätigen. Man sollte sich also mit anderen Fällen warm gespielt haben, bevor man hier zugreift..
  • Schwierigkeit: 3
  • Erscheinungsjahr: 2021
Wertung:
7/10
Robert
Written by Robert Alstetter
Brettspieler und auch Sammler mit Hang zum Minimalismus - Rollenspieler D&D 5e - Hobbykoch und ProfiEsser - softwarebegeistert - Sportlaie auf dem Mountainbike - Musikkonsument

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