Hadara

Wir kennen alle das Problem. Wir haben Lust darauf, eine Zivilisation aufzubauen, aber nur mal eben kurz eine Stunde Zeit. Bisher mussten wir immer auf blöde digitale Spiele zurückgreifen. Aber diese dunklen Zeiten gehören der Vergangenheit an! “Hadara” und Hans im Glück sei Dank!

Ob wir glorreiche Völker zum Sieg führten oder undankbare Wichte gleich wieder vernichten mussten, erfahrt ihr hier.



Die Welt scheint mir ein Kreisel, bewohnt von einem schwindeligen Volke.

(Joseph Joubert)

In "Hadara" bauen wir Stück für Stück mit Karten unser Volk auf. Dabei haben wir viele kleine Entscheidungen zu treffen, die uns immer weiter voranbringen. Ob wir uns auf Geld, Krieg, Kunst oder Nahrung konzentrieren liegt dabei an uns selbst. Nach drei Runden ist das Spiel vorbei und es gewinnt, wer am meisten Punkte sammeln konnte.


In dieser Galerie findet ihr bebilderte Beispiele zum Ablauf:
Zu zweit wagen wir uns an "Hadara".
Wir haben die niedrigste Initiative und sind in Runde eins Startspieler. Wichtig, unser Wappen ist der Drache.
Als Startspieler bestimmen wir, wie wir das Rädchen in der Mitte drehen und somit, welcher Spieler Zugriff auf welche Karten hat.
Unser Wappen ist bei den roten, von denen wir uns die oberen zwei nehmen.
Eine davon legen wir offen auf den zugehörigen Ablagestapel.
Die andere kaufen wir für zwei Geldstücke. Dadurch erhöht sich unser Kampfwert um drei Punkte.
Diese fahren wir auf der entsprechenden Leiste sofort hoch.
Das Wappen unseres Gegners war beim blauen Kunststapel, so dass er dieselben Schritte mit den blauen Karten vollzieht.
Danach drehen wir das Rad weiter, wodurch jeder auf den nächsten Stapel zugreifen kann.
Benötigen wir mal eine Karte nicht oder (was häufig vorkommt) brauchen wir Geld, können wir eine gezogene Karte zum aufgedruckten Wert verkaufen.
Nachdem jeder einmal auf jeden Stapel zugegriffen hat, gibt es Einkommen. Das entspricht dem aktuellen Stand auf der gelben Leiste.
Danach dürfen wir erobern. Wir prüfen welche Landschaften wir wählen dürfen. Entscheidend ist unsere militärische Stärke. Nun stehen wir vor der Entscheidung, ob wir das Land ausbeuten wollen. Dann würden wir hier drei Geldstücke erhalten.
Wir entscheiden uns jedoch das eine Geldstück zu bezahlen und damit ein Bündnis einzugehen.
Das Plättchen wird umgedreht und gibt uns einen festen Bonus für das Spiel.
Zuletzt dürfen Büsten geschlagen werden. Reicht unser aktueller Kunstwert aus, dürfen wir eine Büste anfertigen. Wir entscheiden uns für eine gelbe und ziehen den Geldmarker, wie angegeben, um zwei Felder weiter.
Danach werden vom Startspieler ausgehend, die nun offenen Karten verteilt. Dabei darf man frei unter den sichtbaren Karten wählen.
Diese darf man natürlich wieder verkaufen oder kaufen. Dabei werden Karten dadurch billiger, dass wir gleichfarbige in unserer Auslage haben. Diese neue, blaue Karte würde zwei Geld kosten. Da jedoch bereits zwei blaue Karten ausliegen, kostet sie uns nichts. Sozusagen ein guter Deal.
Nachdem alle Karten verteilt sind, kommt es erneut zu Einkommen, Eroberung und Büstenproduktion. Danach müssen wir prüfen, ob wir unser Volk ernähren können. Haben wir weniger Essen (die grüne Leiste), als Karten, müssen wir diese wieder abgeben.
Als letzte Aktion der Runde, kauft unser Gegner ein goldenes Siegel. Dieses ist am Spielende sieben Punkte je fünf Karten unterschiedlicher Farbe wert.
Wir entscheiden uns für ein silbernes Siegel in Gelb. Am Spielende erhalten wir nun Siegpunkte in der Hälfte unseres Wertes auf der gelben Leiste.
Nach drei Runden ist das Spiel vorbei.
Nun werden alle Punkte addiert und es gewinnt der Spieler mit den meisten davon.

Der Charakter eines Volkes ist das Ergebnis seiner Schicksale.

(Oswald Spengler)


Christian meint:

Bei uns hat "Hadara" genau die richtigen Schalter umgelegt. Runde um Runde, Partie um Partie haben wir eine Zivilisation nach der nächsten hervorgebracht. Dabei waren es die vielen kleinen Entscheidungen, zwischen Pest und Cholera, die die Partien so interessant machten. Zusätzlich entwickelt sich jedes Spiel in eine andere Richtung - und seien es nur Nuancen - und stellen einen dabei vor weitere Probleme. Und das, obwohl das Spiel eine reine Leistenschieberei ist.

Etwas komisch wirkte auf mich nur das Zahnrad, welches bestimmt, wer von welchem Stapel zieht. Eine Entscheidung, die uns Wichtigkeit vorgaukelt, aber eigentlich vollkommen egal ist. Gut, vielleicht nicht vollkommen, wenn ich noch etwas Geld brauche, bevor ich bei den roten Karten ankomme, habe ich etwas Einfluss. Aber durch die fehlenden Informationen, was mich zu welchem Zeitpunkt im Stapel erwartet, einfach nicht wichtig genug. So ist für mich das Zahnrad, wie die Gimmicks in den "Yps" Heften. Nett anzuschauen, aber eigentlich vollkommen nutzlos.

Macht aber nichts, denn dafür weiß "Hadara" gut zu unterhalten und kann dabei auch Spieler integrieren, die einfach nur spielen möchten, ohne von Regeln erschlagen zu werden. Der Ablauf ist so aufgebaut, dass er nach kurzer Zeit voll ins Blut übergeht.

Und obwohl es in "Hadara" keine richtige Interaktion gibt, spielen wir es dennoch gerne. Dabei freuen wir uns jedes Mal, wenn der Gegner aufs Neue jammert, weil das Geld fehlt und fragen uns immer wieder, ob wir uns eine Karte oder ein Siegel nun tatsächlich leisten können. 

So bietet "Hadara" in kurzer Zeit ein emotionales Erlebnis, voller Entscheidungen, die sich einfach nur wichtig anfühlen. Super!

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