Push your Luck Spiele. Der schmale Grat zwischen Erfolg und einem durch den Raum geworfenen Spielbrett. Nirgends liegen Neid und Schadenfreude näher beieinander. Iello will mit “High Risk” in genau diese Kerbe schlagen und liefert ein kleines, handliches Spiel, das hoffentlich hervorragende Flugeigenschaften bietet. Oder wenigstens Schmerzen verursacht, wenn man es dem hämisch Grinsenden Mitspieler gegen die Stirn wirft.


Auf den Bergen wohnt die Freiheit, in den Tälern wohnt der Neid.

(Redewendung)

In “High Risk” besteigen wir einen Berg. Gewonnen hat, wer zuerst alle seine Klettermaxe auf die Spitze befördert hat. Bewegt werden diese mit Würfeln. Je mehr Berge die Ergebnisse zeigen, desto weiter kommen wir voran. Dabei dürfen wir beliebig oft weiterwürfeln. Doch Vorsicht, sind nur Blitze sichtbar, stürzt unser führender Bergsteiger ab.

In dieser Galerie findet ihr ein paar Runden als Beispiel zum Ablauf des Spiels:

Zu zweit besteigen wir in "High Risk" den Berg.
Wir beginnen und werfen alle sechs Würfel.
Von diesen müssen wir all diejenigen, die keinen Blitz zeigen, zur Seite legen.
Danach dürfen wir weiter würfeln.
Erneut legen wir alle passenden Symbole weg.
Danach würfeln wir erneut.
Nachdem wir nur noch einen Würfel übrig haben, hören wir freiwillig auf. Wir haben insgesamt vier Berge gesammelt.
Dadurch dürfen wir mit einem Bergsteiger vier Felder ziehen.
Unser Gegner ist an der Reihe und würfelt mehrfach, bis alle Würfel ein Symbol haben. Auch er hat vier Berge.
Er bewegt einen Bergsteiger und landet auf demselben Feld, auf dem wir bereits stehen.
Da Kletterfelder immer nur von einer Figur besetzt sein dürfen, schiebt er uns ein Feld zurück.
Danach darf er erneut alle Würfel werfen, da er mit allen Symbole erwürfelt hatte.
Etwas später im Spiel ist dies der aktuelle Wurf unseres Gegners. Er hat nur Blitze gewürfelt.
Nun stürzt der oberste Bergsteiger ab.
Dieser muss auf das Feld unter den nächsten, eigenen Bergsteiger platziert werden.
Es gewinnt der Spieler, der zuerst alle Figuren auf der Spitze hat.

Lebe wohl, du guter König in dem kühlen Erdenschoß, von dort droben kannst du nicht mehr runter in dein stolzes Schloss!

(König Ludwig Lied)

Christian meint:

“High Risk” ist ein Mikrospiel in zu großer Verpackung. Die Bergsteigerfiguren sind schön anzusehen und die Würfel liegen gut in der Hand. Zusätzlich ist das Spiel mit wenigen Sätzen erklärt, so, dass wir sofort starten können. Nach einer Partie fragt man sich jedoch, ob man irgendetwas übersehen hat. Eine wichtige Regel oder gar ganze Seiten in der Anleitung, die dem Spiel etwas Leben einhauchen. Aber ich kann euch beruhigen. Mehr, als in der Galerie gezeigt, ist nicht drin.

Dabei krankt es bei dem Spiel an ein paar Stellen. Der Push your Luck Aspekt mag hier nicht so richtig zünden. Die Belohnung für ein erfolgreiches Wagnis fühlt sich nicht groß genug an, um sich selbst davon zu überzeugen, dass eine Chance von 50 % erfolgreich zu sein eigentlich richtig gut ist. Auch, wenn Mitspieler an der Reihe sind, ist die Schadenfreude über einen Absturz nicht groß genug, um wirkliche Emotionen zu fördern. Einzig das Verdrängen eines Mitspielers auf dem Weg sorgt für hämische Kommentare und dadurch etwas Witz. Durch die relativ vielen Engstellen passiert das jedoch dann auch zu häufig. Dabei verfliegt nicht nur der Spaß, sondern das Spiel wird gefühlt unnötig in die Länge gezogen. Und das, obwohl eine Partie meist nie länger, als 15 Minuten dauert.

“High Risk” zeigt, warum Würfel-Laufspiele ausgestorben sind, ohne selbst eines zu sein. Alles wirkt zu willkürlich ohne eine richtige emotionale Bindung aufzubauen. Entscheidungen sind keine richtigen vorhanden. Und so ist es einem dann am Ende auch egal, wer gewinnt. Denn so richtig beigetragen hat man dazu nichts.


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High Risk

iello


Autor: Trevor Benjamin, Brett J. Gilbert
Dauer: ca. 10 – 15 Minuten
Spieler: 2 – 4
Schwierigkeit: Einsteiger

Anmerkungen

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