Hero Realms – ADC Blackfire – 2018

Star Realms” hatte bei uns eingeschlagen, wie eine Bombe. Es verging fast kein Tag, an dem wir nicht mindestens vier bis fünf Partien absolviert hatten. So mussten dann natürlich auch die ganzen Erweiterungen her. Wir haben das Spiel hoch und runter gespielt. Dann kam “Hero Realms”. Ob das Spiel den Schwung der Sci-Fi-Ausgabe verwandeln und uns ebenso mitreißen konnte, erfahrt ihr hier.


Der wahre Heldenmut besteht darin, über das Elend des Lebens erhaben zu sein.

(Napoleon I. Bonaparte)

Wir können eines sagen. “Hero Realms” ist “Star Realms”. Es funktioniert 1:1 wie sein Vorbild. Wir kämpfen gegen unsere Gegner. Wer zuerst keine Lebenspunkte mehr hat verliert. Gespielte Karten bringen Geld, Kampfpunkte oder interessante Aktionen mit sich. Am Ende des Zugs wandern alle Karten auf den Ablagestapel und wir ziehen fünf neue. Durch Käufe bauen wir unser persönliches Deck weitere aus. Champions bleiben dabei im Spiel und unterstützen uns. Zumindest so lange, bis sie besiegt wurden.

Einen kleinen Überblick könnt ihr in dieser Galerie sehen.

Wir spielen zu zweit eine kleine Partie "Hero Realms".
Unser Gegner beginnt mit drei Handkarten und spielt ein Gold.
Für dieses kauft er die Karte "Funke" aus der Handelsreihe.
Die neu erworbene Karte wandert auf seinen Ablagestapel.
Der leere Platz in der Handelsreihe wird sofort aufgefüllt.
Danach spielt er ein "Kurzschwert".
Wir verlieren dadurch zwei Lebenspunkte.
Der Zug unseres Gegners endet. Er legt alle Karten auf den Ablagestapel und zieht fünf neue.
Wir sind an der Reihe und spielen drei Gold und einen Rubin aus. Insgesamt haben wir so fünf Geldeinheiten zum Einkaufen.
Wir nehmen uns "die Fäulnis".
Und ein "Feuerjuwel".
Zum Abschluss spielen wir noch einen "Dolch".
Unser Gegner erhält einen Schadenspunkt. Damit endet unser Zug. Alle Karten wandern auf den Ablagestapel und wir ziehen fünf neue.
Etwas später spielen wir "die Fäulnis" aus.
Als Effekt zerstören wir einen Dolch von unserer Hand.
Danach sorgen wir für fünf Gold zum Einkaufen.
Wir kaufen dafür Cristov.
Zum Abschluss des Zuges zerstören wir noch das "Feuerjuwel", wodurch unser Gegner drei Punkte Schaden erhält.
Wieder etwas später spielen wir diese Karten aus.
Unseren Champion müssen wir aktivieren. In diesem Fall können wir uns entscheiden, ob wir ein Gold erhalten oder einen Schaden austeilen möchten.
Am Rundenende, wenn alle Karten weggeräumt werden, bleiben Champions liegen.
Jeder Champion wird noch reaktiviert. Champions bleiben im Spiel, bis sie besiegt werden. Gegner können Champions direkt angreifen. Hat ein Champion das Merkmal "Wächter" muss der Gegner ihn zuerst besiegen, bevor er uns oder einen anderen unserer Champions angreifen darf.
So sammeln wir immer mehr Champions auf unserer Seite, die uns im Kampf zu Seite stehen.
Zuletzt gibt es noch Fraktionsfähigkeiten. Haben wir Karten im Spiel, deren Fraktionssymbol mit einer Aktion übereinstimmt, dürfen wir die Aktion ausführen. In diesem Fall macht die Todesberührung zwei weitere Schaden durch das passende Symbol der Karte "Einfluss".

Der erste Spieler, der keine Lebenspunkte mehr hat, verliert.
Weitere Varianz kommt durch die Charakter Erweiterungen.
Die Charaktere starten mit unterschiedlichen Lebenspunkten.
Außerdem bringt jeder sein eigenes Startdeck mit.
Zuletzt hat jeder noch spezielle Fähigkeiten, die er im Spiel einsetzen kann.

Die Deutschen mögen Helden nicht. Die wollen einen abstürzen sehen.

(Götz George)

Wie ich oben bereits sagte ist “Hero Realms” fast schon eine direkte Kopie von “Star Realms”. Champions entsprechen den Basen, alle anderen Karten den Raumschiffen. Selbst die Fraktionen mit ihren zusätzlichen Aktionen haben ihren Weg ins Spiel gefunden. Dennoch gefällt mir “Star Realms” eine Spur besser.

Wobei beide Spiele definitiv Spaß machen. Nur sind die Karten in “Hero Realms” im allgemeinen mächtiger und/oder billiger. Heißt, mein Deck wird zu schnell zu mächtig und fliegt dem Gegner um die Ohren. Ich habe das Gefühl, dass ich mich hier bei “Star Realms” etwas mehr anstrengen muss. Hier muss ich arbeiten, um passende Combos zu finden und gezielt auszulösen. Das geschieht bei “Hero Realms” fast automatisch. Dadurch kommt das Spiel deutlich Actionreicher und epischer rüber.

Das Setting ist dabei genau mein Ding. Schöne, fantastische Bilder zieren die Karten und tragen dabei erheblich zur Stimmung bei.

Das Spiel ist schnell erlernt und durch den flotten Ablauf hängt sich auch hier Partie an Partie. Nur hätte ich mir etwas mehr Individualität gewünscht. So schmeckt es eben wie derselbe Wein in anderen Schläuchen. Ein wenig Varianz erhält man durch die separat erhältlichen Charakter-Erweiterungen. Aber auch eher im homöopathischem Rahmen. Keiner der Charaktere zwingt einen das eigene Spiel anzupassen, sondern bringt kleinere Eigenheiten mit sich, um den Gegner auf eigene Art zu ärgern.

Alles in allem fühle ich mich von “Hero Realms” sehr gut unterhalten. Auch hier reiht sich Partie an Partie und ruck zuck ist wieder eine kurzweilige Stunde vorbei, obwohl man nur mal kurz spielen wollte. Der Aufforderungscharakter ist zu hoch, als dass man die Karten einfach liegen lassen könnte. Wenn das Spiel nun nur noch etwas mehr Anspruch hätte und eigenständiger wäre.

Hero Realms

ADC Blackfire Entertainment


Autoren: Robert Dougherty, Darwin Kastle
Dauer: 15 – 20 Minuten
Spieler: 2 – 4
Schwierigkeit: Einsteiger

Anmerkungen