Chill & Chili – Schmidt Spiele – 2017

Was tut der geneigte Gärtner im Winter, wenn er seinem liebsten Hobby nicht nachgehen kann? Anstatt wehmütig im gefrorenen Boden herum zu stochern, kann er dank Schmidt Spiele nun mit „Chill & Chili“ dennoch seinen geliebten Pflanzen nahe sein. Dabei muss er sich nicht einmal die Hände schmutzig machen. Aber befriedigt das Spiel auch genügend, um die Sehnsucht zu stillen?
 
Chill & Chili
 


Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlass der Zeit.

(Deutsches Sprichwort)

In „Chill & Chili“ sammeln wir Gemüse in Form von Karten. Haben wir genügend, können wir diese anpflanzen. Aber, damit das Punktekonto so richtig heiß läuft, dürfen wir das Gießen nicht vergessen. Das Ganze bei einem strengen Zeitlimit. Wenn das mal gut geht.

Einen bebilderten Spielablauf findet ihr in dieser Galerie:

Wir spielen eine kleine Partie zu zweit.
Zu Beginn jedes Zuges wird erst mal eines gemacht.
Ein Münz-/Wasserplättchen wird in den Teich geschoben.
Da wir Startspieler sind, werfen wir zuerst einen Blick auf unsere Karten.
Wir entscheiden uns Werkzeug zu kaufen.
2 Münzen kostet die Vogelscheuche, die wir uns ausgesucht haben.
Das nötige Geld werfen wir in den Brunnen.
Die neue Karte nehmen wir auf die Hand.
Unser Gegner ist am Zug und wirft auch zuerst ein Plättchen in den Teich.
Danach spielt er 2 Karotten von der Hand, um sie anzupflanzen.
Wir sind wieder dran. Ein weiteres Plättchen wandert in den Teich.
Wir spielen die gekaufte Vogelscheuche aus.
Nun ist unser Gegner wieder am Zug.
Er nutzt die Gelegenheit, um Tomaten anzupflanzen.
Erneut sind wir an der Reihe.
Zu Beginn unseres Zuges aktiviert sich die Vogelscheuche.
Wir dürfen eine Karte ziehen und müssen danach eine Karte abwerfen.
Wir werfen einen Mais auf den Kompost.
Danach werfen wir 2 Münzen in den Brunnen.
Und kaufen uns eine Schubkarre.
Unser Gegner ist an der Reihe.
Er nimmt sich die Hälfte der Plättchen im Teich.
Diese möchte er zum Bewässern verwenden.
Die Wasserchips werden dabei so gelegt, dass Sonnen auf den einzelnen Gemüsekarten abgedeckt werden.
In unserem Zug spielen wir die Schubkarre aus.
Unser Gegner wirft 3 Münzen in den Brunnen.
Dafür kauft er sich eine Karotte vom Markt.
Die Lücke wird danach sofort geschlossen.
Wir pflanzen in unserem Zug Blumenkohl an. Dadurch aktiviert sich unsere Schubkarre.
Wir dürfen uns zwei Plättchen aus dem Brunne nehmen.
Mit diesen beginnen wir sogleich die Bewässerung des Gemüses.
Das Spiel endet, wenn keine Münz-/Wasserplättchen mehr im Vorrat sind. Es gibt nun Punkte je Gemüse. Dabei zählen die komplett bewässerten Pflanzen doppelt. Zusätzlich gibt es Punkte für Handkarten und Münzen im eigenen Vorrat. Wer mehr Punkte hat gewinnt.

Es gibt keinen Garten ohne Unkraut.

(Sprichwort)

„Chill & Chili“ ist ein Familienspiel. Das fordert natürlich bestimmte Voraussetzungen. Einfache Regeln, einen schnellen Einstieg und einen netten Wettbewerbscharakter. All das hat „Chill & Chili“. Das Spiel weiß zu befriedigen, doch gleichzeitig sitzt man am Ende der Partie da und denkt sich, irgendwas fehlt doch. Meines Erachtens sind die Züge an sich zu kurz und die Entscheidungen im Spiel eher irrelevant.

Das bedeutet nicht, dass man blind losspielen sollte. Denn dann wird man im Normalfall verlieren. Aber es gibt einfach zu wenig zu entdecken, zu wenige Wege, die eingeschlagen werden können. Das Einzige, was etwas fordert, ist das strenge Zeitlimit, welches nur zu Tage tritt, weil jede Mini-Aktion auch ein eigener Zug ist. Man hat in jeder Partie eine genau, definierte Anzahl an Zügen (je nach Spielerzahl variieren diese zwischen 20 – 26). Wer genau rechnet, wird feststellen, dass das Spiel zu Dritt hier etwas unfair anmutet. Denn ein Spieler hat genau einen Zug weniger, als seine Gegner.

Dennoch ist „Chill & Chili“ kein schlechtes Spiel. Es weiß zu unterhalten, ist schnell gespielt und verleitet auch mal zum Zocken. Doch die Faszination ist irgendwann verflogen, so dass das Spiel erst einmal wieder ins Regal wandert. Ist dann wieder etwas Zeit ins Land gegangen, nimmt man es aber auch genauso gerne wieder hervor.

Durch die niedrige Einstiegshürde, die die Regeln bieten, kann man dafür beinahe jeden mit ins Spiel einbinden. Dabei bieten die „Spielgegenstände“ wie der Brunnen und der Teich eine schöne Immersion in das Thema.

So bleibt bei uns „Chill & Chili“ eine angenehme Unterhaltung mit leichtem Wettbewerb, dem jedoch etwas mehr Abwechslung gut zu Gesicht gestanden hätte.

 

Chill & chili

Schmidt Spiele 2017


Autor: Lenny Herbert
Dauer: ca. 20 Minuten
Spieler: 2 – 5
Schwierigkeit: Einsteiger

Anmerkungen

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