Voodoo Prince – Schmidt Spiele – 2017

Meinen ersten Kontakt mit Voodoo hatte ich als aufstrebender Pirat Guybrush Threepwood. Wenn wir ehrlich sind, war es auch mein einziger. Als ehemaliger Rollenspieler mit einem Hang zu Fantasy- und Cyberpunkthemen kam ich mit anderen Arten Magie in Berührung. Zumindest bis vor kurzem. Bis „Voodoo Prince“ auf unserem Tisch landete. Und so schnappten wir uns unsere Voodoo-Puppen und machten uns daran die Karten zu erkunden.
 
Voodoo Prince
 


Jeglicher Zauber geht verloren, wenn du versuchst, ihn einzufangen.

(Helga Schäferling)

„Voodoo Prince“ ist ein weiteres Stichspiel, nach dem üblichen Schema. Spiel Karten, gib die ausgespielte Farbe an, verwende Trümpfe. Alles schon tausendfach gesehen. Doch einen Clou finden wir hier. Nicht die meisten Stiche gewinnen. Viel wichtiger ist, wann man zuschlägt. Schließlich scheidet man mit zu vielen Stichen aus der laufenden Runde aus. Je später, desto mehr Punkte sammelt man. Außer, man ist letzter, verbleibender Spieler, dann fallen die Punkte wieder ab.

Bebilderte Beispielszüge findet ihr in dieser Galerie:

Wir spielen eine Partie zu Dritt. Lila ist in dieser Runde Trumpf.
Das ist unsere Hand.
Wir beginnen und spielen die schwarze 0.
Der Mitspieler zu unserer Linken bedient mit einer schwarzen 4.
Der nächste mit der schwarzen 2. Die 4 ist die höchste Zahl und sticht.
Der Spieler nimmt sich die Karten.
Und beginnt mit einer lila 2.
Darauf kommt die lila 1.
Wir werfen einen Blick auf unsere Karten.
Da wir nicht drunter können, werfen wir mit der lila 8 gleich die höchste, unserer Karten.
Wir beginnen den nächsten Stich, welcher mit der schwarzen 7 gewonnen wird.
Später beginnt der Spieler uns gegenüber mit einer blauen 0. Wir geben alle an. Auch die blaue 10 fällt. Blöd für die 0, denn dadurch wird diese die höchste Karte und sticht.
Sobald ein Spieler 4 Stiche gesammelt hat, scheidet er aus. Die anderen spielen weiter, bis alle, bis auf einen ausgeschieden sind. Punkte gibt es je nachdem, wann man ausscheidet. Am meisten, wenn man als vorletzter wird.

Jedem Zauber wohnt ein Ende inne.

(Alexander Eilers)

Ja, ich weiß, „Voodoo Prince“ ist ein Spiel, wie viele andere auch. Wenn man es herunterbricht wahrscheinlich wie der größte Teil der Kartenspiele. Warum sollte man also gerade einen Blick darauf werfen? Das Thema? Das ist mit Voodoo dann doch eher kein populäres. Außerdem dient es nur dazu einem eigentlich abstrakten Spiel ein grafisches Gewand zu geben. Der Twist? Genügt dieser, um dem angestaubten Stichspiel neues Leben einzuhauchen?

Ja und nein. Reduzieren wir das Spiel auf die Essenz bietet „Voodoo Prince“ wenig Neues. Schauen wir aber genauer hin bietet die Möglichkeit aus einer Runde auszuscheiden die nötige Würze. Beziehungsweise spürt man immer wieder, wie sich das Gefühl während einer Partie ändert. Zuerst einmal zurückhaltend, um nicht zu früh auszuscheiden, später eher fordernd, um nicht letzter zu werden.

So gibt es immer einen kleinen Tanz um den Vulkan, bei dem man auch mal gerne ungünstig abrutscht. Schließlich bleibt auch das Kartenglück ein Faktor, der eine gewisse Rolle spielt. Ein Faktor, der einen nicht stören darf, der Familienspielen jedoch sehr zuträglich ist. Manchmal wünscht man sich, dass eine einzelne Spielrunde in einer Partei „Voodoo Prince“ länger dauern würde und dadurch etwas mehr Gehalt hat. So ergibt sich jedoch eine nette Leichtigkeit, die zwar nicht immer, aber immer wieder passt.

Stößt „Voodoo Prince“ also andere Stichspiele vom Thron? Nein, aber es ergänzt die Landschaft und bietet eine schöne Variante, die zur rechten Zeit zu unterhalten weiß.

 

Voodoo Prince

Schmidt Spiele 2017


Autor: Reiner Knizia
Dauer: ca. 20 Minuten
Spieler: 2 – 5
Schwierigkeit: Einsteiger

Anmerkungen

Dir gefällt dieser Bericht? Dann könnte dich das hier auch interessieren: