Wir alle kennen Sie. Stichspiele. Neben den großen Klassikern erscheinen regelmäßig Neuinterpretationen mit mal mehr, mal weniger guten Ideen. “Panda” ist eines von ihnen. Gefühlt wurde das Stichspiel in einen Mixer geworfen, zerstückelt und neu zusammengesetzt. Doch genügt das, um Spaß zu haben?


Der Wuxi-Fingergriff.

(Kung Fu Panda)

Bei dem Kartenspiel Panda geht es nicht darum am Ende die meisten Punkte zu haben, sondern die Runde mit möglichst wenigen Punkten zu beenden. Zum Glück wird nur der letzte Stich gewertet. Doch Sonderkarten schütteln alles nochmals so richtig durcheinander. Gewonnen hat wer nach Spielende die wenigsten Punkte erzielt hat.

In dieser Galerie findet ihr einen kurzen Ablauf des Spiels:

Jeder der 3 Spieler hat 8 Karten erhalten. Von diesen legt jeder verdeckt eine vor sich.
Alle werden gleichzeitig umgedreht. Der Spieler mit der höchsten Karte ist Startspieler.
Der Startspieler legt seine erste Karte.
Nun sind wir an der Reihe. Wir müssen eine Karte ausspielen, die höher ist, als die vorherige. Entsprechend der Farbskala an der Oberseite der Karten ist die rote 7 höher als die blaue.
Der letzte Spieler legt die rote 13. Der Stich gehört dadurch ihm.
Im nächsten Stich beginnt er mit der grünen 11. Als nächstes werden die höheren Karte Affe (= blau) und Panda (= rot) gelegt. Wir haben die höchste Karte gespielt und erhalten den Stich.
Gespielt wird bis zum siebten Stich. Nur dieser wird gewertet. In diesem Beispiel ist die höchste gespielt Karte das Krokodil. Er macht also den Stich. Der Wert des Stichs sind 20 Punkte (= höchste Drachenkarte). Das Krokodil bewirkt jedoch, dass alle anderen Spieler die 20 Punkte gutgeschrieben bekommen. 

So verläuft das Spiel entweder über 12 Runden, oder bis ein Spieler 222 Punkte erreicht hat. Wer die wenigsten Punkte hat, gewinnt.


Wir sind Nudelleute. Durch unsere Adern fließt Suppe.

(Kung Fu Panda)

Die Sache mit dem immer eine höhere Karte legen, ist jetzt nicht neu und so findet man sich gut und schnell in das Spiel ein. Die Sonderkarten geben dem Ganzen einen frischen Wind und lassen Spielraum zum Taktieren. Glück mit den gezogenen Karten muss man natürlich auch haben. Leider ist man sehr oft gezwungen die guten Karten schon sehr früh auszuspielen.

Bis zum 7. Stich spielt es sich eigentlich recht schnell, dauert aber über volle 12 Runden dann doch seine Zeit und die finde ich für ein Kartenspiel dieser Art zu lange, gerade wenn Kinder mitspielen. Dafür kommt die Altersempfehlung (ab 8 Jahren) aber ganz gut hin. Meine Tochter, die noch 7 ist, hatte sich bereits nach kurzer Zeit gut eingefunden und konnte gut mitspielen, obwohl man sich die Fähigkeiten der Sonderkarten merken muss. Das kann aber auch daran liegen, dass meine Tochter generell sehr gerne Kartenspiele mag. Das Rechnen am Ende bleibt jedoch uns Großen überlassen, denn die Summen übersteigen dann doch das bisher Erlernte meine Erstklässlerin.

Ich bin geteilter Meinung. Auf der einen Seite finde ich Panda sehr abwechslungsreich und wir hatten einige lustige und tolle Spielrunden. Auf der anderen Seite stört mich dann doch die Länge. Panda eignet sich nicht für eine schnelle Runde. Gerade wenn die Spielerzahl voll ausgeschöpft wird (6 Spieler), ziehen sich die 12 Runden. Auch 222 Punkte sind nicht so schnell erreicht. Meiner Meinung nach reicht die Hälfte der Runden vollkommen aus (haben wir dann irgendwann auch so gespielt). Insgesamt empfehle ich Panda aber weiter. Die Regeln sind schnell erklärt, gut umsetzbar und mit den Sonderkarten wird jede Runde zur guten oder bösen Überraschung.

Panda

Piatnik 2018


Autor: Peter Szollosi
Dauer: ca. 45 Minuten
Spieler: 3 – 6
Schwierigkeit: Einsteiger

Anmerkungen