Memorinth

Autor: Richard Haarhoff
Verlag: Edition Spielwiese, Pegasus Spiele

Spieler: 2 - 4
Dauer:
15 - 30 Minuten
Zielgruppe: Familie

7
10

Der Wald ist ein Ort voller Magie und lebendig gewordener Märchen. Zumindest, wenn man Memorinth soweit glauben schenken darf. Doch genauso wenig altbacken die Märchenwesen in diesem Spiel daherkommen, präsentiert sich die neuartige Mischung eines Merkspiels mit einem Labyrinth.

Ob wir den Spaziergang im Wald genießen konnten oder am liebsten die Axt ausgepackt hätten, erzähle ich euch hier.

Auf dem Weg zu mir hab ich mich oft verlaufen.

(Bernd Meinunger)


Die Spieler befinden sich in Memorinth im Zentrum eines Wald-Labyrinths. Aus diesem wollen sie natürlich entkommen. Ist man am Zug, darf man eine der ausliegenden Karten umdrehen. Nun prüft man, welches Märchenwesen sich auf dieser befindet. Jedem Wesen wurde eine Richtung zugeordnet, sodass wir nun, wenn möglich, einen Schritt in diese gehen.

Gelb hat im aktuellen Zug die Karte oben rechts im Bild umgedreht. Der dort befindliche Froschkönig liegt unterhalb des Spielfelds, weswegen er einen Schritt in diese Richtung macht.

Damit das Ganze nicht zu leicht wird, gelten hier nur zwei weitere Regeln. Man darf nicht ständig dieselbe Karte verwenden und ein Tag/Nacht-Zyklus gibt vor, auf welche Karten wir überhaupt Zugriff haben.

In unserem Zug erhalten wir die Nachtkarte, weswegen wir ein Nachtfeld umdrehen müssen. Danach drehen wir den Mond auf die Sonnenseite und geben diese an den nächsten Spieler weiter.

Der erste Spieler, der den Wald verlässt, gewinnt das Spiel.

Zusätzlich zum Grundspiel gibt es noch zwei Varianten. In der ersten wird der Wald immer wieder verändert, was den Schwierigkeitsgrad stark erhöht.

Je nach Märchenwesen werde andere Kartenreihen verschoben.

In der zweiten wartet ein Kobold am Wegesrand, den wir mit zuvor gesammelten Goldstücken bezahlen müssen, wenn wir ihn passieren wollen. Außerdem lassen sich nun Märchenwesen und Waldfelder gezielt vertauschen.

Je nach Märchenwesen erhalten wir entweder Gold, Tauschen zwei ausliegende Karten oder dürfen unter ein Feld spicken.

Erst im Wald kam alles zur Ruhe in mir, meine Seele wurde ausgeglichen und voller Macht.

(Knut Hamsun)


Christian meint:

Memorinth zielt ganz klar auf ein jüngeres Publikum ab. Und, obwohl ich die Grundidee des Spiels für genial halte, falle ich komplett aus der Zielgruppe raus. Heißt, dieses Fazit wird eine Mischung aus meiner Meinung und diversen Gedanken, was eine Partie mit jüngeren Kindern betrifft. Nicht, weil ich eine Zielgruppe erfinden möchte - was ich für totalen Unsinn halte - sondern, weil es dem Spiel sonst nicht gerecht werden würde.

Denn ich persönlich halte Memorinth für ein recht uninteressantes, spannungsloses Spiel, das zwar hübsch aussieht, aber dessen Ablauf mich weder fesselt noch fordert. Im Grunde läuft es - auch bei den Varianten - darauf hinaus, dass ich die Züge meiner Mitspieler beobachte, um mir 1 - 2 Gestalten zu merken, die ich verwenden kann, um meinen Weg aus dem Wald zu schlagen. Auf unterschiedlichen Karten natürlich. Und das, obwohl ich die Idee hinter dem Spiel immer noch mag, will es mich einfach nicht packen.

Die Kobolde werden in Variante 2 wichtig.

Aber, wie gesagt, das Spiel ist für jüngere Kinder gemacht. Meines Erachtens sogar jünger, als die angegebenen 8 Jahre. Denn, die Regeln sind sehr einfach und das Spielkonzept kann wahrscheinlich auch im Vorschulalter schon erfasst werden. Und genau in diesem Altersbereich sehe ich die größten Chancen des Spiels. Als Brücke zwischen Obstgarten und Memory zu fortgeschrittenen Spielen.

Denn Memorinth ruht sich nicht nur auf dem namensähnlichen Memory und damit der Merkfähigkeit aus, sondern vereint diese auch mit minimaler Wegplanung und einfacher Schadenfreude, wenn unsere Mitspieler mal wieder in einer Sackgasse gelandet sind. Dabei ist das Spiel dann auch so nett, dass Eltern sich nicht zwingen müssen den Titel dem Kind zu liebe zu spielen, sondern gerne ein paar Partien absolvieren.

Natürlich sollte man die Karten nicht so nahe aneinanderlegen, wie in unserem Beispiel, damit man diese ohne Probleme drehen kann.

Bleibt erneut zu sagen, dass die Wertung sich hier ganz klar an der Zielgruppe orientiert. Diese bekommt ein hübsches Spiel mit einfachem Einstieg, das später durch Ärgerelemente ergänzt werden kann. Alle Familienmitglieder können eingebunden werden und sich in einer harmlosen Schadenfreude austoben. Würde ich es für mich persönlich und unseren aus der Zielgruppe gefallenen Sohn bewerten, landet das Spiel eher im Wertungsbereich einer 4.

Das gefiel uns:

  • Hübsche Aufmachung.
  • Leichter Einstieg.
  • Durch Varianten erweiterbar.

Das nicht so:

  • Ab etwa 10 Jahren wird es immer uninteressanter.

Zusammenfassung

Ein tolles Spiel für jüngere Kinder, das mit zunehmendem Alter an Faszination verliert.
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Christian Renkel
Written by Christian Renkel
Christian liebt Brett- und Videospiele mehr, als ausreichenden Schlaf. Dabei ist ihm am wichtigsten, dass er in der jeweiligen Welt versinken kann. Egal, ob es die geschickte Mechanik oder die überkochende Emotion ist. So erreicht ihr ihn: Christian@Spielstil.net
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