Mandala

  • Spieler: 2
  • Dauer: 20 Minuten
  • Zielgruppe: Familie

 Für Familien - Kurzes Spiel - Zu zweit spielbar

- 13.Jul.2020

Ein Bügeleisen, wirklich? Ja, wirklich, dies ist die erste Rezension, für die ich ein Bügeleisen benötigte. Warum? Ich glaube das wird in diesem Spiel, um das Kommen und Gehen von Mandalas, gleich klar.

"Das Mandala [...]ist ein figurales oder in der Form des Yantra geometrisches Schaubild, das im Hinduismus und Buddhismus in der Kultpraxis eine magische oder religiöse Bedeutung besitzt. Ein Mandala ist meist quadratisch oder kreisrund und stets auf einen Mittelpunkt orientiert. [...]Es dient als visuelles Hilfsmittel, um durch die Darstellung von Göttern, Landschaften oder Zeichen komplexe religiöse Zusammenhänge verinnerlichen zu können.."

(Wikipedia - angepasst)


Nach der Bügelsession für das Spielfeld. Reine Baumwolle, waschbar bei 60°C.

In Mandala kreieren wir zu zweit gemeinsam Mandalas, auf einem Spielfeld, das auch ein Küchentuch sein könnte.

Wenn ein Spieler am Zug ist, hat er drei Möglichkeiten. Er kann entweder eine Karte einer Farbe in den mittleren Bereich (das Zentrum) legen. Beliebig viele Karten einer Farbe in seinen eigenen Bereich (das Feld) legen. Wenn Karten gelegt werden entscheidet man sich immer für eines der beiden Mandalas. Als dritte Möglichkeit kann man noch beliebig viele Karten einer Farbe ablegen und die gleiche Anzahl nachziehen.

Die verschiedenen Bereiche des Spielfelds.

Ein Mandala ist vollständig, wenn Karten aller 6 Farben liegen, dann wird es aufgelöst. Der Spieler mit den meisten Karten in seinem Feld nimmt zuerst alle Karten einer Farbe aus dem Zentrum. Danach wird solange im Wechsel genommen, bis das Zentrum leer ist. Zieht ein Spieler eine Farbe, die er noch nicht hat, kommt die erste Karte in seinen Fluss, die restlichen in den Kelch.

Die sechs verschiednen Farben, bzw. Kartenarten.

Dann wird dieses Mandala leer geräumt und ein neues begonnen.

Das Spiel ist zu Ende, wenn ein Spieler zumindest eine Karte der 6 Farben gesammelt hat oder wenn mit dem abgeräumten und neu gemischten Nachziehstapel ein Mandala fertiggestellt wurde.

Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt die Partie


"Wisst ihr, dass er ein Mandala besitzt und nicht einmal ahnt wozu man es benutzt?"

(M.V. Carey - Die drei ??? und der Karpatenhund)


Robert meint:

Der erste Eindruck von Mandala ist so flüchtig wie das titelgebende Schaubild selbst. Die Aufmachung verleitet zu glauben, dass alles nur Friede, Freude, Eierkuchen ist. Doch schon während der ersten Partie zeigt sich, dass dem nicht so ist. Es geht eher darum, zur rechten Zeit, die richtigen Karten zu spielen, später auch zu nehmen, um am Ende knallhart mehr Punkte zu machen als der andere. Eine Partie Mandala schwingt oft zwischen Belauern des Mitspielers und einem Wettrennen gegen ihn. Dabei tendiert man leicht zum Schielen, denn es ist ein grosser Fehler, sich nur auf ein Mandala zu konzentrieren. Man sollte also immer beide im Auge haben.

Das erste Mandala. Der "hintere" Spieler hat 6 Karten in seinem Feld und darf als erstes aus dem Zentrum nehmen. Der "vordere" hat 4 und zieht als zweiter.

Die einzelnen Züge gehen flott und sind spannend. Wie es sich für ein Zweierspiel gehört, ist es für mich extrem wichtig, was der andere macht. Jeder Zug ändert die Situation und ich muss darauf reagieren. Wenn man an der Reihe ist, steht man fast immer vor einem Dilemma. Lege ich in mein Feld oder in das Zentrum? Oder anders gesagt, will ich noch mehr Karten abräumen können oder will ich die Mehrheit bei diesem Mandala, um beim Auflösen zuerst wählen zu dürfen. Das kann unter Umständen vorzüglich knifflig sein. Tatsächlich ist es kein Trilemma, denn in unseren Runden haben wir die dritte mögliche Aktion Karten abwerfen und nachziehen fast nie verwendet.

Welche Farbe man spielt, hat noch eine zusätzliche interessante Ebene. Vollende ich das Mandala und lege die sechste Farbe oder spiele ich auf Zeit, um mehr Punkte oder Einfluss zu bekommen? Ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass man nicht zu gierig sein sollte. Manchmal ist der Spatz in der Hand die besser Wahl. Sollte es mal nicht geklappt haben, ist das Schöne dabei, dass es meistens noch ein nächstes oder auch noch ein übernächstes Mandala gibt, bei dem man Karten einheimsen kann. Sogar das Auflösen des Mandalas ist relevant. Der Spieler mit den meisten Karten nimmt zuerst aus dem Zentrum. Aber welche? Da lohnt ein Blick auf den eigenen Fluss als auch auf den des Mitspielers. Da man abwechselnd nimmt, kann man durch unüberlegtes Nehmen, dem anderen wertvolle Punkte zuspielen.

Während einer Partie, weiß man oft nicht, wer gerade vorne liegt, da die meisten eingesammelten Karten verdeckt liegen. Außer natürlich, man hat die Fähigkeit, die Karten währenddessen mitzuzählen und ist im Kopfrechnen nicht allzu schlecht. Daher ist es öfter mal eine Überraschung, wer als Gewinner aus der Partie hervorgeht.

Eine Abrechnung. Der Platz der Karte im Fluss ist der Multiplikator der Farbe. Die Karte im Fluss zählt nicht dazu.

Uns hat Mandala in allen Runden wirklich gut gefallen. Es hat eine schöne taktische Tiefe, interessante Entscheidungen und hinterlässt immer wieder den Wunsch nach einer neuen Partie. Es ist bei unseren Spielen für zwei aktuell weit oben auf dem Stapel. Ich kann es rundherum empfehlen.

Das gefiel uns:

  • Man arbeitet zusammen und doch gegeneinander
  • Fühlt sich wie ein Wettrennen an, ist spannend
  • Wenn man es nicht mehr mag hat man immer noch ein schönes Küchentuch 🙂

Das nicht so:

  • Eigentlich nichts 🙂

Zusammenfassung

Ein schnelles, sehr taktisches Kartenspiel, das gar nicht so nett und lieb ist wie es die Verpackung glauben macht.

Spielstil Wertung

8
10
Hinweis:
Wir haben das Rezensionsexemplar ohne Auflagen gratis vom Verlag bekommen.
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Written by Robert Alstetter
Brettspieler und auch Sammler mit Hang zum Minimalismus - Rollenspieler D&D 5e - Hobbykoch und ProfiEsser - softwarebegeistert - Sportlaie auf dem Mountainbike - Musikkonsument So erreicht ihr ihn: Robert@Spielstil.net

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