Escape Tales - Low Memory - Cover

SPIELSTIL Rezension

Escape Tales Low Memory

Lesezeit: 4 Minuten

Ein Spiel entwickelt von Bartosz Idzikowski, Jakub Caban
erschienen bei Kosmos

Was haben wir uns auf Escape Tales Low Memory gefreut. Kein Wunder, denn der erste Teil hatte damals alles, um uns ein Wochenende lang sehr gut zu unterhalten. Über ein Jahr mussten wir jedoch warten, bis der Nachfolger endlich in deutsch auf den Tisch kam. Zumindest der geistige Nachfolger. Denn mit dem Vorgänger hat es überhaupt nichts zu tun. Während wir uns im ersten Escape Tales noch mit dem okkulten auseinandersetzten, bekommen wir nun eine Zukunftsvision aufgetischt, in der technisch einiges möglich ist.

Doch kann auch das neue Szenario überzeugen? Sind die Rätsel wieder so gestaltet, dass man seinen Spaß damit haben kann? Wir haben uns in das Abenteuer gestürzt und können euch sagen, was das Spiel richtig und was es unglaublich falsch macht.

Das Spiel ist in drei Kapitel plus einem kleinen Tutorial unterteilt. Wir lesen im zugehörigen Begleitheft die jeweiligen Geschichten, um dann über Karten die Räume und Rätsel gestellt zu bekommen. Meistens muss man hierzu logische Zusammenhänge erfassen und zu einem Code verarbeiten, den man über eine Browser-App prüft. Liegt man richtig, geht es weiter.

Escape Tales Low Memory - Spielsituation

Der aktuelle Raum, den wir untersuchen dürfen. Aktuell haben wir noch fünf Versuche.

Das Besondere, wir arbeiten ohne Zeitdruck und auch falsche Antworten ziehen keine Bestrafung nach sich. Wir können also auch mal aus Versehen eine falsche Antwort eintragen, ohne dass wir uns wie Idioten fühlen müssen.

Escape Tales Low Memory - Spielsituation 4

Eine der leichteren Entscheidungen aus dem Tutorial.

Zwischendurch gibt es ab und an Entscheidungen zu treffen, wobei die größte am Ende des Spiels lauert. Diese ist dann maßgeblich dafür verantwortlich, welches der Enden wir präsentiert bekommen.

Christian meint:

Viele Rätsel warten in der Schachtel auf uns und bereits das Tutorial stimmt uns darauf ein, was uns erwartet. Rätsel, die mal leicht, mal schwer, aber immer logisch lösbar sind. Dabei wird man in einem Durchgang jedoch nicht alle der 41 Rätsel lösen. Denn, wie schon erwähnt, treffen wir im Verlauf der Geschichte Entscheidungen, welche unseren Weg beeinflussen. Aber keine Angst, wir verpassen dadurch nicht das halbe Spiel. Lediglich 8 Rätsel fehlten uns in unserem Test, nachdem wir das Spiel einmal gelöst hatten. Perfektionisten werden natürlich einen zweiten Durchgang anstreben. Jedoch würde ich hier empfehlen, alle Lösungen zu notieren, damit man nicht mehr Zeit damit verbringt, als man sollte.

Escape Tales Low Memory - Spielsituation 2

Manchmal müssen wir erst mehrere Rätsel lösen, bevor es weiter geht.

Denn wir kommen hierdurch gleich auf den großen negativen Punkt der Escape Tales Low Memory. Die Story. Ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen, werden in den ersten zwei Kapiteln Fragen aufgeworfen und eine Mysterium aufgebaut, welches sich im letzten Kapitel einfach in Luft auflöst. Zwar bastelt man sich im Endrätsel aus allen entdeckten Details eine für sich selbst plausible Geschichte zusammen, aber enttäuschend ist, dass diese im Epilog keinerlei Beachtung findet. Und das hat mich richtig geärgert. Klar könnte man nun diskutieren, ob das und die Widersprüche in der erlebten Geschichte selbst eine Art Meta-Erzählung sind, die eines der zentralen Themen – Technologie zur Erinnerungslöschung/-beeinflussung – aufgreift, aber ich fühlte mich nach Abschluss höchst unbefriedigt. Vor allem, da man zwischendurch froh war weitere Geschichtsfragmente zu sammeln und zu behalten.

Escape Tales Low Memory - Spielsituation 3

Ab und an müssen wir erst einmal einen Gegenstand finden, bevor wir weiter machen dürfen.

Auch möchte sich mir nicht erschließen, warum die erzählte Geschichte ab 18 Jahren sein soll. Ganz ehrlich, da passiert in manch USK 12 Film mehr als hier. Und, wenn ein Spiel ein 18er Siegel verdient hätte dann die Leopold Trilogie.

Die Browser App ist einfach zu bedienen und nimmt keine allzu zentrale Stelle ein. Sie dient wirklich nur dazu zu prüfen, ob wir richtig liegen. Oder, um uns Hinweise geben zu lassen. Diese sind grundsätzlich in mehrere Stufen unterteilt, da manchmal auch ein einfacher Denkanstoß genügt, um einen in die richtige Richtung zu lenken.

Wir fühlten wir uns in allen drei Kapiteln sehr gut unterhalten. Zumindest, was den Rätsel-Teil anging. Neben Altbekanntem waren auch wieder coole Ideen dabei, die einem unterschiedlichste Fähigkeiten abverlangten. Diesmal war für uns keines dabei, welches uns vor eine unlösbare Herausforderung stellte. Schade, dass ein erzählerisch schwaches Ende seinen dunklen Schatten über den eigentlich gesamten, positiven Eindruck wirft.

Dir hat die Rezension gefallen? Du denkst wir liegen völlig daneben? Lass uns wissen was du denkst.

Escape Tales Low Memory von Bartosz Idzikowski, Jakub Caban

Escape Tales - Low Memory - Cover

Eigentlich ein richtig tolles Escape Abenteuer, das auch mal Wert auf die Story legt. Leider verfehlt es gerade im letzten Kapitel sein Ziel vollkommen, so dass sich das große Finale wie ein herber Bauchplatscher anfühlt.

  • Erscheint bei Kosmos
  • Für 1 – 4 Spielende und dauert 360 – 540 Min
  • Am besten geeignet für Fortgeschrittene

Spielstil – Wertung

Christian:

6/10
Das gefiel uns
  • Gute Rätsel.
  • Tolle Immersion.
  • Interessante Mysterien…
Das nicht so
  • … die leider im Finale einfach verpuffen.
Hier bekommt ihr „Escape Tales Low Memory“

Amazon

Hinweis:
Wir haben das Rezensionsexemplar ohne Auflagen gratis vom Verlag bekommen.

Mehr Informationen zu Affiliate Links und Rezensionsexemplaren findet ihr in unserer Übersicht zur Transparenz und in den Bestimmungen zum Datenschutz.

Christian Renkel

Christian liebt Brett- und Videospiele mehr, als ausreichenden Schlaf. Dabei ist ihm am wichtigsten, dass er in der jeweiligen Welt versinken kann. Egal, ob es die geschickte Mechanik oder die überkochende Emotion ist.

So erreicht ihr Christian:

2 Comments
  1. Hallo, danke für die ausführliche Rezension. Ich war für die Lokalisierung des Spiels in Deutsche verantwortlich und möchte nur kurz etwas zur Alterseinstufung sagen. Wir haben uns für 18+ entschieden, weil es besonders eine Stelle gibt, in der man als Spieler/in eine moralische Entscheidung treffen muss. Bei dieser Entscheidung geht es um ein sehr ernstes, erwachsenes Thema.

    ACHTUNG, hier folgt ein Spoiler:
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    SPOILER:
    Die Spieler/innen müssen entscheiden, ob sie im Spiel einer Person eine Waffe übergeben, mit der sich diese Person dann umbringen möchte. Dies halten wir – auch in einem Brettspiel – für nicht geeignet für Personen unter 18 Jahren. Es ist etwas anderes, ob man so eine Situation passiv in einem Buch oder Film liest/sieht. Im Brettspiel muss man selbst diese Entscheidung treffen. Suizid ist ein sehr ernstes, reales Thema, gerade auch für viele Jugendliche. Daher wollten wir bei der Altersangabe definitiv auf Nummer Sicher gehen.

    Reply
    • Portrait-Christian Renkel-quadratisch-2

      Hallo,

      vielen Dank für die Aufklärung der Situation. Wir kamen auch an besagte Stelle und haben diese als nicht ganz so extrem empfunden, weil wir uns auch dagegen entscheiden konnten. Also aktiv etwas dagegen unternehmen. Das zwingt uns, auf Wunsch, nicht in die Rolle des Täters.

      Reply

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