Escape Room – Noris – 2016 – Spoilerfrei

Escape Room Spiele sind wohl der Trend in diesem Jahr. Viele sind angekündigt, die wenigsten bisher erschienen. Mit „Escape Room – Das Spiel“ hat Noris einen eigenen Ableger veröffentlicht. Wie auf der Packung bereits zu erkennen, dauert eine Runde dabei 60 Minuten. Doch, wie kommt man auf die genaue Spielzeit? Und worin unterscheidet sich das Spiel denn von der Konkurrenz?
 

 
Den Ablauf findet ihr in dieser Galerie:

 


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Natürlich kann ich hier kein komplettes Spiel abbilden. Nicht, ohne euch Inhalte zu spoilern. Das möchte ich zum einen nicht. Zum anderen würde ich euch 1/4 des Spiels zerstören. Schließlich sind in Escape Room 4 Abenteuer enthalten, auf die wir später einen Blick werfen werden.

Zuerst fällt beim Auspacken natürlich der Chrono-Decoder und die 16 beigelegten Schlüssel auf. Schaltet man den Chrono Decoder ein erscheinen auf dem Display 60 Minuten. Die Spielzeit also.

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Aber der Chrono Decoder dient nicht nur zur Anzeige der Zeit. Auf den Seiten selbst sind noch Hinweise, die zur Lösung manches Rätsels benötigt werden.

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Rückseite

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Bevor man ins Spiel selbst einsteigt sollte man sich jedoch mit den beiliegenden Schlüsseln näher vertraut machen. Diese weisen spezifische Merkmale auf, die euch im Spiel selbst begegnen werden. Dabei gibt es insgesamt 4 unterschiedliche Schlüsselformen. Von den Formen selbst unterscheiden sich nur zwei in der Vorder- und Rückseite, so dass es nur bei diesen wichtig ist, wie man diese verwendet.

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Denkt man den Code gefunden zu haben steckt man die entsprechenden Schlüssel einfach in den Decoder. Dieser gibt nun an, ob der Code richtig oder falsch ist. Haben wir uns vertan wird uns als Strafe noch 1 Minute Zeit abgezogen. Man sollte also nicht einfach wild Kombinationen stecken.

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Die Abenteuer: Wie oben bereits erwähnt sind in Escape Room insgesamt 4 Abenteuer enthalten. Alle sind dabei gleich ausgestattet. Es gibt zu jedem Fall 3 Teile. In Prison Break geht es grundsätzlich darum aus dem Gefängnis auszubrechen.

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Teil 1 umschreibt dabei das Szenario und enthält die ersten Hinweise. Teil 2 und 3 dürfen erst geöffnet werden, wenn man den richtigen Code in den Decoder eingegeben hat. Somit sind also je Abenteuer insgesamt 3 Codes zu knacken.

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Auf der Schachtelseite sind die einzelnen Abenteuer aufgeführt. Dort ist ergänzend zu jedem Fall noch der Schwierigkeitsgrad aufgedruckt. Prison Break und das nun folgende Virus haben jeweils die Stufe 2 von 5.

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In Virus seid ihr einem lebensgefährlichem Stoff ausgesetzt und müsst rechtzeitig das Gegenmittel finden, um zu überleben.

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Mit einer Schwierigkeit von 3 wartet Nuclear Countdown auf. Wie man an den Umschlägen, und in diesem Fall an der Box, erkennt haben sich die Designer ziemlich Mühe gegeben die Fälle auch optisch so aufzuarbeiten, dass man sich immer in das Abenteuer hineinversetzen kann.

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Rettung oder die Zerstörung einer fiktiven Stadt bestimmen eure Aufgaben in Nuclear Countdown.

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Temple of the Aztec ist nicht nur das letzte, sondern auch mit Stufe 4 das schwerste Abenteuer in der Grundbox.

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Hier seid ihr in einem alten Tempel gefangen und habt nur kurz Zeit um euch zu befreien und dem sicheren Tod zu entgehen.

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Damit ihr in den Abenteuern nicht irgendwann in eine totale Sackgasse gelangt hat euch der Designer noch Hinweiskarten mit beigelegt. Der Decoder gibt euch dabei immer ein akustisches Signal, wann ihr theoretisch eine der Karten lesen dürft. Wer es lieber schwerer hat, der legt die Karten am besten außer Reichweite.


Fazit

Ich würde liebend gerne viel mehr über Escape Room erzählen. Aber die Gefahr, dass ich Details verrate ist einfach zu hoch. So versuche ich hier auch so allgemein wie möglich zu bleiben, um euch nicht den Spaß am Spiel zu verderben. Denn den hat man definitiv. Zumindest, wenn man darauf steht gemeinsam in einer Gruppe logische Rätsel zu lösen. Diese sind dabei variabel aufgebaut und werden euch einiges „um die Ecke denken“ abverlangen. Schnell bugsiert man sich in eine Denkschleife, aus der man so nicht wieder herauskommt. Und alles nur, weil man die einfachste, weil logischste Lösung nicht erkennt.

Die Hinweiskarten sind dabei Fluch und Segen. Eigentlich möchte man sie nicht nutzen, aber man wird teilweise nicht drum herum kommen. Leider zeigt sich hier ein kleiner Nachteil gegenüber PC Spielen. Die Hinweise sind nicht bezogen auf die Situation, in der man gerade steckt. So kann es sein, dass man durch diese damit der Lösung eines Rätsels näher geführt wird, das man bereits bewältigt hat. Um dann weiter zu kommen muss man eben weiter abwarten, bis man den nächsten Hinweis öffnen darf. Zumindest wenn man vollkommen regelkonform spielt. Das ist aber definitiv zu empfehlen, da die Zeit einen nicht zu unterschätzenden Faktor auf das Spielerlebnis hat.

Nicht selten erwischt man sich dabei, wie man panisch auf die Uhr schaut und flucht, weil schon wieder so viel Zeit vergangen ist. Langeweile kommt durch diesen Trick keine auf. Dafür hat man einfach keinen Moment übrig. Außerdem gibt es viel zu finden und zu diskutieren. So viel, dass man sich dabei schon etwas verlaufen kann. Zumindest gedanklich. Und dann ist sie wieder da, die böse Uhr, die in Escape Room unerbittlich tickt. Übrigens auch dann, wenn man eigentlich auf die Toilette müsste oder das Baby schreit. Aufhalten kann man den Decoder nicht. Somit sollte man sich im Klaren sein, dass man sich eine Atmosphäre schaffen muss, in der man definitiv 60 Minuten nicht gestört wird.

Wie ihr vielleicht bereits erkennen konntet hat mich Escape Room sehr gut unterhalten. Es ist neu und faszinierend zugleich. Aber dennoch könnte man eine Schattenseite sehen. Es sind eben nur 4 Abenteuer im Spiel enthalten. Also maximal 4 x 60 Minuten Unterhaltung und das für einen Preis von derzeit 45,- € (Amazon). Da sind wir wieder beim Thema der sich selbst zerstörende Spiele angekommen. Denn ein Wiederspielwert ist nach Lösung der Rätsel überhaupt nicht gegeben. Aber die Diskussion ist älter. Sei es durch Legacy Spiele oder dem vor nicht allzu langer Zeit erschienenen T.I.M.E Stories. Gerne wird hier das vergleichende Beispiel Kinokarten verwendet. Hier gibt man weitaus mehr aus, wenn man dieses gemeinsam viermal besucht. Ob einem ein sich selbst abnutzendes Spiel das Geld wert ist darf jeder selbst entscheiden. Für die Messe in Nürnberg 2017 sind übrigens die nächsten 2 Abenteuer angekündigt, die mit dem im Grundspiel beiliegenden Decoder kompatibel sind. Ein Preis wurde jedoch noch nicht genannt.

Eines hat mich an Escape Room jedoch geärgert. Die Schachtel ist alles andere als hochwertig. Sie ist eine, wie dieser Boxen, die um billiges Plastikspielzeug geschlungen sind. Kein Deckel, sondern Laschen an der Seite, um sie zu öffnen. Ich weiß, das sind keine wirklichen Probleme, aber ich empfinde einfach eine klassische Spielschachtel mit Deckel als bessere Variante. Zumal sich diese eben beim Öffnen/Schließen einfach weniger abnutzt. Und ja, da spricht der Sammler aus mir. Wie lange der Chrono Decoder hält kann ich leider nicht bewerten. Ich hoffe natürlich lange genug, damit noch möglichst viele Erweiterungen kommen.

Alles in allem ist Escape Room für mich ein wirklich gelungenes Spiel. Es verlangt viel logisches Denken und Kommunikation. Durch die klare Spielzeit und die anderen Aufgabenstellungen werden auch Nichtspieler angesprochen. Dennoch finde ich es mutig von Noris ein nicht ganz familienfreundliches Spiel mit Frustfaktor im Programm zu haben. Ohne überheblich klingen zu wollen befürchte ich, dass diese Art Spiel für die breite Masse nicht unbedingt geeignet ist. Zumindest nicht ohne leitende Hand. Denn hier muss man vieles selbst mit beisteuern, um Spaß haben zu können. Blockiert man von Anfang an oder ist frustriert, weil man die Lösung nicht findet, wird man Escape Room daran die Schuld geben. Und das zu Unrecht, denn wir hatten sehr viel Freude am Spiel. Lustig fand ich vor allem die Momente, in denen wir den Code zwar gelöst hatten, aber aufgrund falscher Vermutungen. Online findet man die Musterlösungen, bisher leider nur auf Englisch. Aber diese führen einem, schon wie damals bei Sherlock Holmes Criminal Cabinet vor Augen, wie einfach die Lösung doch gewesen wäre, wenn man sich nur etwas mehr angestrengt hätte. Aber vielleicht fehlt einem auch nur die richtige Art zu Denken? Egal, was es ist, Escape Room trainiert euer Hirn definitiv.

Nachtrag: Was für Wiederverkäufer eventuell wichtig ist. Man kann beschriftete/zerstörte Hinweise wieder von der Escape Room Homepage herunterladen und ausdrucken. Somit hat man das Material wieder zur Verfügung.

 

 

Escape Room

Noris 2016


Autor: n/a
Dauer: ca. 60 Minuten
Spieler: 2-5
Schwierigkeit: Mittel bis Schwer

Anmerkungen

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