Capital Lux 2 – Generations

Capital Lux 2 – Generations

Autor: Eilif Svenson, Kristian A. Ostby
Verlag: Aporta Games

Spieler: 2 - 4
Dauer:
20 - 30 Minuten
Zielgruppe: Familie

 Für Familien - Kurzes Spiel - Zu zweit spielbar

Robert Alstetter - 11.Mai.2020

Capital Lux 2 - Generations ist ein Update von Capital Lux. Beide Spiele kommen von Aporta Games. Capital Lux 2 kommt als Kickstarter Kampagne am 19. Mai. Wir hatten die Gelegenheit schon mal drauf zu schauen.

„Ein Land ohne Hauptstadt ist wie ein Gulasch ohne Saft“

(Siegfried Ludwig)


Eine Partie Capital Lux geht über 3 Zyklen. Am Ende gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten auf seinem Stadttableau und seinem Bonusstapel. Zu Beginn bekommt jeder Spieler seine 6 Karten über klassisches Drafting. Das heißt ich bekomme 6 Karten, behalte davon 2 und gebe 4 nach links weiter und bekomme 4 von rechts. Von den 4 neuen Karten suche ich 2 aus und gebe die anderen 2 weiter. Die 2 neuen vom rechten Nachbarn behalte ich dann.

Meine Hand nach dem Drafting. Alle Farben sind vorhanden. Mal sehen...

Der Spielaufbau für 2 Spieler. Links und Rechts die Heimatstadttableaus für die beiden Spieler in der Mitte die Hauptstadt. Oben das Tableau, das die Fähigkeit der grünen Familie mitbringt. Unten der Stapel und die Tokens, kommen von der blauen, respektive der gelben Familie.

Nach dem Drafting kommt der Hauptteil des Spiels. Wenn ich am Zug bin, lege ich entweder eine Karte in die Hauptstadt oder in meine Stadt. Die Kartefarbe muss zum Feld passen, in das ich legen möchte. Also gelbe Karten dürfen nur auf gelbe Felder. Lege ich sie in die Hauptstadt, löse ich die Aktion der Familie (Farbe) aus und erhöhe die aktuelle Summe der Farbe. Lege ich sie in meine Stadt, habe ich die Möglichkeit Punkte zu bekommen.

Beide Spieler haben ihre Karten ausgelegt (1. Zyklus). Blau ist schon auf dem grünen Tableau oben gelaufen. Links liegt einer Recruiter Karte (gelb) und in der Hauptstadt wurde die grüne Karte geadelt, also der Wert verdoppelt.

Nach der Wertung. Links durfte die blaue und rote Karte auf den Bonusstapel legen. Er hatte jeweils die höhere Summe. Bei gelb waren beide gleich, dann wird die jeweils höchste Karte abgeworfen. Rechts hat die höchste grüne auf den Bonusstapel gelegt.

Hat ein Spieler keine Karten mehr, wird die aktuelle Runde noch beendet und dann gewertet. Für jede Farbe wird die Summe in der Hauptstadt ermittelt und mit den Städten der Spieler verglichen. Ist man selber über der Summe der Hauptstadt, werden die Karten auf dem Spielertableau abgeworfen und zählen nicht. Ist die Summe darunter, behält man die Karten und vergleicht sie mit den anderen. Wer die höchste Summe hat, darf seine höchste Karte auf einen Bonusstapel legen. Diese Karte ist für später gesichert.

Die drei Zyklen sind vorbei, alle Karten wurden gespielt. Jetzt zählt jeder die Werte der Karten auf seinem Tableau und dem Bonusstapel.

Wer am Ende der 3 Zyklen am meisten Punkte, in seiner Stadt und dem Bonusstapel, hat gewinnt.


„Ist die eigene Person in Ordnung, so kommt die Familie in Ordnung; ist die Familie in Ordnung, so kommt der Staat in Ordnung; ist der Staat in Ordnung, so kommt die Welt in Ordnung.“

(Lü Bu We, chinesischer Kaufmann, Politiker und Philosoph)


Robert meint:

Die Regeln, von Capital Lux2 sind einfach. Die riesige Varianz kommt mit den verschiedenen Aktionen, die ich für die Familien (Farben) aussuchen kann. Jede der 4 Familien kann 4 verschieden Fähigkeiten/ Aktionen in der Hauptstadt haben. Ich lag völlig falsch, als ich das für ein Gimmick hielt. Die Fähigkeiten bringen unter anderem neue Karten ins Spiel, die man nicht farbgebunden ablegen muss, Tokens die Karten aufwerten oder die Summe in der Hauptstadt ändern bis zu einem kleinen Spielplan, auf dem man eine Rakete laufen lässt. Netterweise hat Aporta Games insgesamt 4 Sätze von Fähigkeiten vorbereitet, mit denen man loslegen kann. Dabei erzeugen die ersten zweit Sets ein lockeres, fluffiges Spiel. Die anderen beiden machen daraus eine deutlich denklastigere Erfahrung.

Das Set C der Familienfertigkeiten, zu erkennen am Buchstaben hinter dem Namen des Plättchens.

Wenn ich am Zug bin, wäge ich ständig ab, wohin ich meine Karte lege. Heimatstadt? Um Punkte zu bekommen, aber nur wenn ich nicht über der Summe der Hauptstadt liege. Hauptstadt? Dann kann ich die Aktion nutzen und das Limit erhöhen, mache aber unter Umständen keine Punkte. Das macht jeden Zug des Spiels interessant. Es kommt einem aber nicht wie ein klassisches Dilemma vor, in dem man zwischen Pest und Cholera entscheiden muss. Die Hauptarbeit im Spiel liegt oft im Addieren. Je mehr Spieler, umso mehr Karten, umso mehr addieren und vergleichen. Nachdem ich gerechnet habe, weiß ich meistens, wohin ich legen möchte. 

Das Spiel ist angenehm kurz. Für die Kürze jedoch ist es mir zu denklastig, gerade wenn ich komplexere Fähigkeiten in der Hauptstadt habe. Auf der anderen Seite sind mir die einfachen Fähigkeiten schnell zu simpel geworden. Es ist aber für mich zu viel Arbeit für das, was es dann eigentlich ist. Zudem flacht das Spiel im letzten Zyklus meist ziemlich ab. Sind die ersten beiden Zyklen noch interaktiv, weil man auf die anderen schaut und oft Fähigkeiten im Capitol ausgelöst werden, ist man im letzten Zyklus im Grunde, meist nur damit beschäftigt die Karten ganz solitär in seiner Heimatstadt abzulegen. Die meisten Emotionen kamen tatsächlich beim Drafting auf. Immer genau dann, wenn der linke Nachbar aufstöhnte, als er die Karten sah, die er von mir bekommen hatte. Schadenfreude, hier harmlos, funktioniert aber ausgezeichnet.

Ein Wort zum Spielmaterial. Ich hatte hier die Gelegenheit eine Pre-Kickstarter Version als Print & Play zu testen. Es war tatsächlich mein erstes Print & Play. Es gab mir Gelegenheit meine eingerostete Fertigkeit mit der Schere wieder etwas in Schwung zu bringen. Ich finde Print & Play eine spannende Angelegenheit und ich werde in diese Rubrik sicher nochmals reinschauen. Aus diesem Grund kann ich aber auch nichts zum Material sagen. Vom Design würde ich mir wünschen, dass die Zahlen der Karten zumindest in 2 Ecken, anstatt nur in einer stehen. Für Linkshänder ist das nicht geeignet. Als Rechtshänder dreht man anfangs fast immer die Karten.

Das gefiel uns:

  • Einfache Regeln
  • Hohe Variabilität
  • Kurzes Spiel

Das nicht so:

  • Ständiges Addieren und Vergleichen
  • Je nach Konfiguration zu viel Arbeit für das was man bekommt

Zusammenfassung

Ein kurzes Kartenspiel das mit hoher Variabilität gefällt. Für die Kürze fühlt es sich eher wie Arbeit an. Nach 2 Partien waren wir meistens bedient.

Spielstil Wertung

6
10
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Hinweis:
Wir haben das Rezensionsexemplar ohne Auflagen gratis vom Verlag bekommen.
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Robert Alstetter
Written by Robert Alstetter
Brettspieler und auch Sammler mit Hang zum Minimalismus - Rollenspieler D&D 5e - Hobbykoch und ProfiEsser - softwarebegeistert - Sportlaie auf dem Mountainbike - Musikkonsument So erreicht ihr ihn: Robert@Spielstil.net
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