King’s Will – ADC Blackfire Entertainment – 2017

Höret, Höret. Der König hat beschlossen zu einer Reise durch seine Pfalz-Grafschaften anzutreten. Er besucht dabei seine eingesetzten Lehensherren, um zu prüfen, ob sie wirklich seinem Willen entsprechend handeln mögen. Wie der Wille lautet? Also das ist doch offensichtlich. Oder nicht? Ach, ihr werdet es schon herausfinden. Und falls nicht, werdet ihr mit den Konsequenzen leben müssen. Denn zum Schluss ist „The King’s Will“ alles, was zählt. Denn, was die Inselaffen machen können wir schon längst. Amen.

 

Wünsche will ich, nichts als Wünsche: und immer an Stelle der Erfüllung einen neuen Wunsch.

(Friedrich Wilhelm Nietzsche)

In „King’s Will“ haben wir alle unsere eigene Grafschaft, mit der wir Rohstoffe und Geld sammeln, was wir wiederrum nutzen, um zu bauen. Sind wir geschickt vermehrt sich unser Volk und ist zufrieden. Gleichzeitig dürfen wir den Willen des Königs nicht unterschätzen. Wir sollten unsere Spione aussenden, um zu erfahren, was er denn möchte. Denn nur, wenn wir den richtigen Willen erfüllen und uns darin hervortun können wir die meisten Siegpunkte unser Eigen nennen und gewinnen.

Einen bebilderten Spielablauf findet ihr in dieser Galerie:

 


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In einer kurzen Runde zu zweit versuche ich euch "Kings Will" näher zu bringen.

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Jeder Spieler erhält zu Beginn 2 Willen des Königs Karten, von denen er eine aussucht. Diese kommt ins Spiel und definiert eine der Siegpunktbedingungen.

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Jeder Spieler legt seine gewählte Karte verdeckt auf das zugehörige Tableau. Die restlichen Felder werden mit zufälligen Karten aufgefüllt.

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Wir beginnen und dürfen eine Aktion aus der Aktionsleiste wählen. Dabei gilt, dass die 4 Aktionen links gesperrt sind.

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Wir entscheiden uns für die Aktion ganz rechts.

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Dafür erhalten wir als Belohnung 1 Siegpunkt.

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Nun dürfen wir 2 Aktionen ausführen. Dabei dürfen wir wählen, ob wir beide Aktionen einmal oder eine der Aktionen doppelt benutzen wollen.

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Ein Blick auf unsere Grafschaft verrät, dass wir nur einen Bauern auf Holz, jedoch keinen auf Stein haben. Also führen wir die Holz-Sammlung doppelt aus.

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Dadurch erhalten wir insgesamt 2 Holz fürs Lager.

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Die von uns Gewählte Aktion betrifft auch unseren Gegner. Dieser darf 1 der abgedruckten Aktionen ausführen. Unser Gegner hat seinerseits einen Bauern auf Holz.

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Er erhält also auch 1 Einheit Holz für sich.

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Zum Schluss wird noch das Aktionsplättchen links in die Reihe eingeschoben, wodurch eine zuvor gesperrte Aktion nun verfügbar ist.

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Unser Gegner wählt seinerseits eine verfügbare Aktion aus.

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Diese erlaubt ihm Bildung oder Technik voranzutreiben.

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Er entscheidet sich 2 Punkte Bildung zu nehmen, wodurch die Baukosten sinken und die Zufriedenheit seines Volkes um 2 Punkte steigt. Wir nehmen lieber Technik, was unseren Ertrag verbessert.

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Dann sind wir wieder am Zug.

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Wir nehmen diese Aktion.

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Wir wählen, dass wir uns eine verdeckte Willen des Königs Karte ansehen. Diese besagt, dass man am Spielende je Bauernschaft 2 Punkte erhält. Gleichzeitig ist als Strafe definiert, dass ein Spieler, der nicht 2 Bauernschaften oder Holz hat 2 Minuspunkte bekommt.

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Als zweite Aktion besteuern wir unser Volk. Je Bauer in der Grafschaft erhalten wir 1 Geldeinheit.

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Gleichzeitig sinkt die Stimmung des Volkes um 2 Punkte. Unser Gegner schaut sich für unsere Aktion eine verdeckte Karte an.

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Nun erntet unser Gegner. Er nimmt sich 2 Korn und wir füllen mit unserer Einzelaktion das Korn um 1 Stufe auf.

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Es wird jetzt Zeit zu Bauen. Wir wählen die entsprechende Aktion.

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Ein Blick auf die Baukarte verrät, dass eine Bauernschaft 1 Holz und 1 Leder kostet und die Stimmung unserer Bürger um 1 Feld anhebt.

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Wir geben die nötigen Rohstoffe ab und bauen das Gebäude in unsere Grafschaft.

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Als zweite Aktion bauen wir eines der ausliegenden Gebäude. Den Tagelöhner. Hierfür geben wir 1 Stein und 1 Holz ab und senken die Zufriedenheit unserer Bürger.

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Unser Gegner baut ein Hospital.

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Nun ist unser Gegner wieder am Zug. Er nimmt das Sonderplättchen.

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Dadurch hat er Zugriff auf die ansonsten gesperrten Aktionen. Er wählt die Aktion, die ihn Willen des Königs Karten ansehen lässt.

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Wir tun dasselbe und wissen nun, dass es eine Karte gibt, bei der gebaute Ritterburgen 3 Siegpunkte wert sind.

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Als wir wieder dran sind nehmen wir die Aktion "Vermehrung".

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Diese führen wir doppelt aus. Auf jedes Feld mit Bauernschaft und einem Bauer dürfen wir einen zweiten setzen.

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Nach der Geburt wählt unser Gegner Bewegung.

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Er darf die Aktion doppelt ausführen, wodurch er je Aktion mit 1 Bauer 2 Schritte oder mit 2 Bauern 1 Schritt gehen darf. Er geht einmal links und einmal rechts aus seiner Grafschaft hinaus.

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Dadurch wächst sein Gebiet mit jeweils einem beliebigen, selbst gewählten, neuen Geländetyp.

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Wir nutzen die 2 Schritte der Aktion so, dass wir nun auf jedem Rohstofffeld einen Bauer stehen haben.

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Durch die letzte Aktion ist das lila "Der König wandert" Kärtchen ganz vorn gelandet. Die aktuelle Phase ist vorbei.

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Zuerst setzt unser Gegner einen Stein zu einer von ihm gewählten Wille des Königs Karte, die er gewertet haben möchte.

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Wir wählen unsererseits einen Platz.

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Im Anschluss wählt unser Gegner mit einer neutralen Farbe einen Platz, den er für uns blockiert. (Regel für das 2 Personen Spiel).

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Im nächsten Schritt muss jeder Spieler die Pflichtabgaben für diese Phase (hier 2 Getreide) bezahlen.

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Zuletzt kann man, aufgrund seiner Position auf der Stimmung des Volkes Leiste Siegpunkte erwerben.

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Wir geben 3 Münzen ab.

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Und erhalten dafür 2 Siegpunkte, die wir zu unseren bisher gesammelten legen.

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Das Spiel verläuft über 3 weitere Phasen, wie zuvor beschrieben. Zum Schluss wird ausgewertet.

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Jede Wille des Königs Karte wird aufgedeckt. Den angegebenen Zorn des Königs (hier hab mindestens 1 Gebäude aus der Auslage gebaut) trifft jeden mit -2 Punkten, falls man die Auflage nicht erfüllt. Punkten kann jedoch nur derjenige, der seinen Marker dort gesetzt hat. In diesem Beispiel erhalten wir 9 Punkte, wenn wir die meisten Gebäude gebaut haben, 7 für die zweitmeisten und 5 für die drittmeisten.

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Zuletzt erhält man noch Siegpunkte für abgeschlossene Gebäudemarken. In diesem Beispiel wäre es 1 Siegpunkt. Wer nun die meisten Punkte hat gewinnt.

Unsere Wünsche sind wie kleine Kinder: je mehr man ihnen nachgibt, umso anspruchsvoller werden sie.

(Christian Morgenstern)

Es soll ja Fachleute geben, denen genügt es, die Regeln eines Spieles zu lesen, um eine Bewertung dazu abgeben zu können. Okay, vielleicht noch einmal spielen, dann ist aber gut. Hätte ich das gemacht, würde diese Rezension ganz anders aussehen. Nach den ersten zwei Spielen saß ich recht ratlos da. Meine Gedanken kreisten darum, was gerade geschehen war. Gut, ich hatte gewonnen, aber irgendwie den Zugang zum Spiel nicht gefunden. War es schlecht? Nein. War es gut? Nein. Dann kamen die dritte und folgende Partien.

Dabei wirkt „King’s Will“ auf den ersten Blick recht einfach. Wie in Euros üblich sammelt man Rohstoffe und verarbeitet diese. Man baut sich eine Maschinerie auf. Auch die Aktionswahl kennen wir bereits. Selbst die verdeckten Siegbedingungen gab es vorher schon. Dennoch ist das Spiel in seiner Gesamtheit sehr gut gelungen. Es gibt nicht die eine Strategie, die immer zum Sieg führt, auch, wenn der Grundaufbau der „Maschine“ sich immer wiederholt, da man irgendwie doch alle Rohstoffe benötigt.

Dennoch mag jede Entscheidung sorgsam getroffen werden. Das beginnt mit dem Aktionsplättchen und endet bei weitem nicht mit der Verteilung der Bauern in der eigenen Grafschaft. Dazu kommt noch ein netter Memory Effekt mit den Willen des Königs Karten inklusive böser Überraschungen, wenn einem der eigene Geist mal wieder einen Streich gespielt hat.

„The King’s Will“ ist ein recht bodenständiges Spiel, das nicht überkomplex ist. Es ist auch keine Liebe auf den ersten Blick, sondern offenbart sich erst nach ein paar Partien. Hier dürfte es das Spiel in der heutigen, schnelllebigen Spielelandschaft, in der man vielen Spiele keine zweite Chance einräumt, auch am schwersten haben. Das wäre in diesem Fall aber wirklich schade, denn auch, wenn die Optik allesamt etwas altbacken wirkt, fühlt sich „The King’s Will“ wie ein kleiner, ungeschliffener Diamant voll Ecken und Kanten an. Es ist nicht auf Hochglanz poliert und bis zur Unkenntlichkeit redaktionell bearbeitet und bezieht wahrscheinlich gerade daraus seinen speziellen Charme, von dem ich gleichzeitig weiß, dass er nicht alle Spieler gleichermaßen treffen wird

 

 

King’s Will

ADC Blackfire 2017


Autor: Hans-Peter Stoll
Dauer: ca. 60 – 90 Minuten
Spieler: 2-4
Schwierigkeit: Fortgeschrittene

Anmerkungen

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