Autor: Kein
Verlag: Kein

Spieler: 
Dauer:

Zielgruppe: Kein

7
10

Die Spielhalle hatte in Deutschland nie die Möglichkeiten, wie in den USA oder Japan. Als düstere Spelunken mit Glücksspiel verschrien, war der Jugend von jeher der Zugang verwehrt. Und so kamen wir früher zumeist nur über Urlaub im Ausland in Kontakt mit der glitzernden Welt der Spielautomaten. Wobei, wenn ich mich recht entsinne, stand in den 80ern, in unserem alten Kino, ein „Rampage“ Automat. Aber auch hier wurde mir von meiner Mutter die Nutzung untersagt. Schade eigentlich. Auch mit „TOKI“ kam ich erst Jahre später in Kontakt. Und so versuchte ich nun mit der Retrollectors Edition Erlebnisse nachzuholen, die ich nie hatte.


Je höher der Affe steigt, je mehr er den Hintern zeigt.

(Sprichwort)

Die Retrollectors Edition von „Toki“ kommt mit einem schicken Gehäuse, welches einem Automaten nachempfunden ist, daher. In dieses kann man den Bildschirm der Switch einlegen. Die Steuerung erfolgt weiterhin über die Joy-Cons. Anders, als im Original kann man beim Remake des Arcade-Titels zwischen drei Schwierigkeitsstufen wählen, wobei es auch auf dem einfachsten Grad etwas Übung braucht, um bis zum Ende vorzudringen.

„Toki“ ist ein typisches Run’n’Gun Spiel der damaligen Zeit. Die Level sind kurz, aber knackig. Wir bewegen uns (zumeist) laufend durch die 2D-Umgbung und müssen Hüpfpassagen meistern, während wir von Gegnern angegriffen werden. Die Rücksetzpunkte beim Ableben sind in den meisten Fällen fair gewählt, was schon allein deswegen gut ist, weil ein Treffer genügt, um uns ins Jenseits zu befördern.

Hier könnt ihr einen Blick auf die ersten drei Level des Spiels werfen:


Not lehrt den Affen geigen.

(Sprichwort)

„Toki“ ist eine 1:1 Umsetzung des Klassikers. Mit allen Höhen und Tiefen des Genres. Gegner und Hindernisse sind oft so platziert, dass man unweigerlich getroffen wird. Es sei denn, man weiß, was einen erwartet. Denn über das mehrmalige Spielen merkt man sich mit der Zeit, wo die einzelnen Schikanen lauern und weiß auf sie zu reagieren. Natürlich auch dadurch, dass man besser wird, aber vorwiegend durch das Auswendiglernen von Stellen und Abläufen.

Dass das Spiel dennoch Spaß macht liegt an seinem zeitlosen Design. Leider hat es die original Grafik nicht ins Spiel geschafft, aber der Comic-Stil des Remakes weiß dennoch zu gefallen. Trotzdem hätte es dem Spiel gutgestanden, wenn man die Karte zwischen den Levels durch Tastendruck hätte überspringen können, anstatt sich immer wieder den virtuellen Weg und die nichtssagende Geschichte ansehen zu müssen.

Das Spiel selbst ist im Vergleich zu heute, relativ kurz. Jeder der sechs Level dauert, inklusive Ableben, nur wenige Minuten. Wobei man sagen muss, dass das für ein Spiel aus den 80ern ganz normal war. Hier wurde die Länge durch Schwierigkeit erschaffen, nicht durch Content. Ein reines Remake hält sich natürlich genau daran. Doch hätte es „Toki“ meiner Meinung nach doch verdient ein neues, längeres Abenteuer zu bestreiten. Denn spielerisch ist es zwar nicht auf der Höhe der Zeit, aber dennoch sehr unterhaltsam. Groteske Ideen finden sich an allen Ecken und Enden. Hier hätte man gerne mehr davon gesehen.

Der beigelegte Automat macht einen recht wertigen Eindruck. Er ist schnell zusammengebaut und ein echter Blickfang. Richtig optimal wäre natürlich gewesen, wenn dieser über einen Steuerhebel und Buttons verfügt hätte, um das alte Feeling so richtig aufleben zu lassen. Dass das kostentechnisch natürlich den Rahmen gesprengt hätte, ist aber auch klar.

„Toki“ ist ein cooles Erlebnis, nicht nur für Kinder der 80er, die schon allein beim Anblick der an die gute alte Zeit erinnernden Schachtel ein gewisses Herzklopfen verspüren dürften. Das Spiel erfordert eine hohe Frusttoleranz. Perfekt abgerundet wäre es mit der original Grafik und einer Steuermöglichkeit über den Automaten gewesen. Aber auch so kann man seinen Spaß mit dem kurzen Spiel haben.


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Toki

PS4, Switch


Developer: Microids
Spieler: 1
Schwierigkeit: Fortgeschrittene – Profis

Anmerkungen

Sprache: Deutsch

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Written by Christian Renkel
Christian liebt Brett- und Videospiele mehr, als ausreichenden Schlaf. Dabei ist ihm am wichtigsten, dass er in der jeweiligen Welt versinken kann. Egal, ob es die geschickte Mechanik oder die überkochende Emotion ist. So erreicht ihr ihn: Christian@Spielstil.net

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