Tembo – NSV – 2017

Während ich diese Zeilen schreibe habe ich mich akustisch schon mal eingestimmt. Im Hintergrund läuft „Benjamin Blümchen als Koch“. Meine Lieblingsfolge aus jungen Jahren. Heutzutage muss ich jedoch feststellen dass, was einst für Begeisterungsstürme sorgte, heutzutage nicht einmal mehr ein müdes Lächeln hervorruft. Aber was solls? Bleiben wir lieber beim Spiel. Denn mit „Tembo“ steht heute die zweite Neuheit aus dem Hause NSV Rede und Antwort. Wer nun eine Überblende aus meiner Einleitung haben möchte, der darf den Elefanten auf dem Frontcover bewundern.
 

Benjamins Zoorestaurant

(Herr Tierlieb – Folge Benjamin Blümchen als Koch)

In Tembo versuchen die Spieler ihre eigenen Huftiere über einen Fluss zu bringen, während die gegnerischen gefressen werden. Wer an der Reihe ist darf entweder ein neues Huftier in die Auslage legen, aber die aufgedruckte Zahl muss höher sein, als die bisher ausliegende. Alternativ darf er mit einem Elefanten Tiere in Sicherheit bringen. Aber erst, wenn mindestens 3 am Fluss anstehen. Dann gibt es da noch die Krokodile. Die normalen fressen entweder das jeweils vorderste Huftier oder alle in dieser Spalte liegenden einer Gattung (z. B. Zebra). Das Superkrokodil hat sogar so viel Hunger, dass es die komplette Spalte frisst. Zuletzt gibt es noch den Löwen, wer ihn beim Nachziehen auf die Hand bekommt muss ihn sofort spielen. Er muss Huftiere fressen und bleibt an Ort und Stelle liegen. Heißt, den Spielern steht ab dem Zeitpunkt ein Flussfeld weniger zur Verfügung. Wer zum Schluss die meisten Punkte gesammelt hat gewinnt.

In der folgenden Galerie findet ihr bebilderte Beispielszüge, die euch das Gefühl für „Tembo“ näher bringen sollen.

 


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Ich habe für die Beispiele ein Spiel zu Dritt aufgebaut.

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Wir beginnen und werfen einen Blick auf unsere Hand.

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Von den Karten wählen wir die 9er Gazelle und legen sie an einen Fluss an. Damit wir wissen, dass sie uns gehört markieren wir sie mit einem unserer Würfel. Danach ziehen wir wieder auf 5 Handkarten.

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Rot legt ein Zebra an ein anderes Flussstück an. Er hätte das Zebra nicht unter unsere Gazelle spielen dürfen, da die nächste Karte höher sein muss, das eine bereits ausliegende.

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Nun ist blau am Zug. Er hat Glück. Er kann 2 Tiere ablegen. Das passiert immer dann, wenn man zwei direkt aufeinanderfolgende Zahlen oder Zahlen mit genau 1 als Differenz hat. In unserem Fall also 36 + 38.

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Wir sind wieder an der Reihe.

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Da nun in der ersten Spalte mindestens 3 Tiere liegen spielen wir einen Elefanten aus.

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Blau erhält seine zwei Tiere für seinen Siegpunktstapel.

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Wir nehmen unsere Gazelle zu uns.

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Somit bleibt ein einsames, rotes Zebra liegen.

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Wir überspringen ein paar Runden. Am Ende unseres Zuges erhalten wir einen Löwen auf die Hand. Diesen müssen wir sofort ausspielen.

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Ein Blick in die Auslage verrät uns, dass wir nur an einem Flussabschnitt vertreten sind.

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Also legen wir den Löwen auf den anderen.

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Dieser frisst alle dort abgelegten Tiere. Sie wandern auf den Ablagestapel und geben keine Punkte. Des Weiteren bleibt der Löwe liegen und blockiert diesen Übergang.

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Rot lässt das nicht auf sich sitzen. Er spielt auf unsere Reihe ein Krokodil.

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Mit diesem frisst er unser erstes Tier in der Auslage.

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Das Spiel geht weiter, bis ein Spieler keine Karte mehr anlegen kann. Danach zählt jeder seine Punkt (blauer Kreis in der Mitte der Karte). Derjenige mit den meisten Punkten gewinnt.

Ich mach nie Öl an die Nudeln

(Benjamin – Folge Benjamin Blümchen als Koch)

„Tembo“ hat mich ein wenig zwiegespalten zurück gelassen. Auf der einen Seite gefallen mir Thema und Bilder sehr gut, auf der anderen Seite zündet das Spiel nicht so richtig. Als Problem wäre da zum Beispiel der immense Glücksfaktor zu nennen. Bei uns kam es nicht selten vor, dass nur ein Spieler Elefanten gezogen hat und dementsprechend ziemlich genau bestimmen konnte, wer denn nun den Fluss überqueren darf. Da es keine Alternative gibt ist man einfach aufgeschmissen und muss auf die Gunst der Mitspieler oder doch einmal auf einen eigenen Elefanten hoffen, damit die eigenen Tiere auch das rettende Ufer erreichen. Genauso geht es mit Löwen, Krokodilen und passenden Tieren. Das ist dann zwar nur ärgerlich, aber nicht richtig frustrierend.

Andererseits hat man selten das befriedigende Erlebnis nun einen wirklich guten Zug gemacht zu haben. Dafür plätschert das Spiel dann doch zu sehr vor sich hin. Jedoch kann man nicht lapidar sagen, dass „Tembo“ keinen Spaß machen würde. Das wäre viel zu weit gegriffen. Aber so richtig phänomenal wie „Twenty One“ ist es dann auch nicht. Irgendwo zwischendrin. Man spielt gerne ab und an eine Runde, hat dann aber auch genug.

Was wirklich schade ist, denn die Aufmachung ist toll und auf dem Papier klingt das Spiel wirklich klasse. Richtig gut gefallen hat mir auch der Mechanismus, nach dem 5 Karten aussortiert werden. Das sorgt ein wenig für Spannung, da man nie genau weiß, wie viele Löwen im Spiel sind. Nur wollte sich bei uns nie die „komm, noch eine Runde“ Spirale einstellen. Wie oben bereits gesagt gefällt mir die Aufmachung wirklich gut. Und das Kartenglück kann es auch nicht unbedingt sein, denn nach knapp 10 – 15 Minuten ist eine Runde vorbei. Heißt, man könnte schnell wiederholen. Liegt alles am Glück würde sich das in der nächsten Partie drehen.

„Tembo“ ist zwar auf der einen Seite total nett, andererseits mit bösen Spitzen garniert. Spieler, die ihren Gegnern nicht schaden wollen werden hier über ihre Wohlfühlgrenze gestoßen. Vielleicht liegt dort ein wenig das Problem. Es will sich für keine Seite so richtig entscheiden. Es sitz ein wenig zwischen den Stühlen.

Für uns ist „Tembo“ dann auch kein richtiger Dauerbrenner. Wunderschön gestaltet, aber mit zu wenig spielerischem Fleisch auf den Knochen. Dabei macht es nicht einmal etwas richtig falsch, aber man kann leider auch nicht alles mögen.

 

 

Tembo

NSV 2017


Autor: Andreas Spies
Dauer: ca. 15 Minuten
Spieler: 2-4
Schwierigkeit: Einfach

Anmerkungen

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