Shinobi – Japanime Games – 2017

Leise schleichend, dem Weg des Ninjas folgend, huschen wir durch die Nacht. Nur noch wenige Meter trennen uns von unserem Opfer. Doch Vorsicht ist geboten, denn unser Ziel ist der Meister des Clans des Hundes, dessen “Shinobi” tödliche Kampfmaschinen sind. Doch wir müssen verhindern, dass er die Macht an sich reißt. Wir möchten der nächste Daimyo werden und uns in eine lange Tradition einreihen. Dieser, in der nicht das Alter den Ruhestand einläutet, sondern ein erfolgreiches Attentat. Mögen die Götter bei uns sein.


Für den Krieger gibt es weder Sieg noch Niederlage. Der Krieger erstrebt die Vervollkommnung des Selbst.

(Masatoshi Nakayama)

Bei “Shinobi” geht es um Täuschung und Betrug. Jeder von uns erhält von den Mitspielern drei Angriffe. Zwei davon müssen aufgedeckt werden. Ein Pärchen verletzt. Doch da wäre noch die “Verschwörung” oder die “Inkompetenz” die wir anklagen können, um das Blatt zu wenden. Der letzte Spieler, der noch am Leben ist gewinnt das Spiel.

In dieser Galerie findet ihr einen kurzen Ablauf des Spiels:

Zu viert begeben wir uns ins alte Japan.
Jeder hat diese 4 Waffen auf der Hand.
Wir sind Startspieler und wählen das "Fukidake"
Wir legen die Karte verdeckt zu rot und sagen ihm, dass wir ihm das "Katana" gegeben haben.
Danach nehmen wir die "Sai".
Diese legen wir verdeckt zu lila und sagen, dass er von uns das "Katana" erhalten hat.
Zuletzt nehmen wir die "Shuriken" und geben sie dem grünen Spieler. Erneut lügen wir und sagen, dass er das "Katana" erhalten hat.
Dies macht reihum jeder Spieler, bis alle 3 Karten vor sich liegen haben.
Wir müssen aus diesen 3 Karten nun 2 wählen, die wir aufdecken.
Zuerst nehmen wir rot. Dieser hat uns belogen und "Shuriken" statt "Katana" gelegt.
Als nächstes entscheiden wir uns für lila. Auch dieser hat ein "Shuriken" gelegt. Bei grün haben wir ein gutes Gefühl, dass uns der Spieler nicht belogen hat. Wir klagen deswegen eine Verschwörung unserer Mitspieler an.
Wir decken die dritte Karte auf und haben ein weiteres "Shuriken" vor uns liegen.
Da alle Symbole gleich sind, verlieren unsere Mitspieler jeweils 1 Lebenspunkt.
Rot deckt auch 2 Karten auf. Aktuell hat er kein Pärchen vor sich liegen. Er entscheidet sich jedoch die Inkompetenz seiner Attentäter anzuprangern.
Er deckt die dritte Karte auf. Nun liegt ein Pärchen aus, weswegen der Angriff erfolgreich war und er 1 Lebenspunkt verliert.
Auch lila deckt 2 Karten auf. Er entscheidet sich gegen eine Anklage und ist zufrieden damit, dass er kein Pärchen hat und der Attentatsversuch dadurch fehlgeschlagen ist.
Grün deckt 2 Karten auf. Auch er möchte die Inkompetenz seiner Mitspieler anklagen.
Er deckt die dritte Karte auf. Er hat 3 unterschiedliche Symbole. Das Attentat war nicht erfolgreich, alle anderen Mitspieler verlieren 1 Lebenspunkt.
Wir haben also noch 4 Lebenspunkte für die folgenden Runden übrig. Wer keine Lebenspunkte mehr hat, spielt zwar weiter, kann aber nicht mehr gewinnen. Der letzte Spieler, der noch am Leben ist gewinnt.


Kämpfe nicht gegen einen Shuriken an, sondern gegen den Mann, der ihn wirft.

(Ninjutsu Weisheit)

Die “Tiny Epic” Reihe hat bewiesen, welch großen Spiele in kleinen Schachteln stecken können. Moderne Spielmechanismen machen es möglich. Da zählt “Shinobi” leider nicht dazu.

Das Regelwerk ist sehr schnell erklärt und die erste Runde flott gespielt. Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack. Auch, wenn die Idee herrlich skurril und spaßig zu lesen ist, steckt dahinter doch recht wenig Spiel. Die Entscheidungen sind relativ langweilig und wirken darin vollkommen willkürlich. Lediglich der letzte Spieler hat die Möglichkeit durch Deduktion daraus zu schließen, welche Waffe vor ihm liegen könnte. Alle anderen stochern vollkommen im Dunkeln.

Zum anderen geht der kommunikative Faktor vollkommen unter, da sowieso jeder sagen darf, was er möchte und Absprachen, wie auch Rückfragen nicht zielführend sind. Ich weiß, Werwölfe folgt demselben “Lügenschema”, ist aber dennoch unterhaltsamer, da sich jeder ständig um Kopf und Kragen redet.

Kurzen Spielen verzeiht man gerne viel, wenn sie wenigstens unterhaltsam gestaltet sind, kann man über einige Fehler hinwegsehen. Leider kann “Shinobi” trotz der schönen Aufmachung und der lustigen (und diesmal auch gut übersetzten) deutschen Anleitung niemanden hinter dem Ofen hervorlocken.

Shinobi

Japanime Games 2017


Autoren: Josep M. Allue
Dauer: ca. 10 – 15 Minuten
Spieler: 4 – 6
Schwierigkeit: Einsteiger

Anmerkungen

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