Piraten kapern – 2017 – Amigo

 

 

„Ihr seid der schlechteste Pirat, von dem ich je gehört habe!“ – „Aber ihr habt von mir gehört!“ Zwei Sätze, die mir seit dem ersten Mal, als ich Fluch der Karibik gesehen habe, nicht mehr aus dem Kopf gehen wollen. Auch jetzt nicht, seitdem ich „Piraten kapern“ kenne. Runde um Runde, Spiel um Spiel schlagen mir diese zwei Phrasen entgegen. Warum? Weil ich unglaublich schlecht in bin und selbst mein Sohn mich locker in die Tasche steckt. Jack Sparrow hat sozusagen seinen tollpatschigen Meister gefunden. Vielleicht sollte ich mich bei Disney für die Hauptrolle der nächsten Piratenfilme bewerben?

What shall we do with the drunken sailor early in the morning?

In „Piraten Kapern“ sammelt ihr durch Würfelwürfe gleiche Ergebnisse. Je mehr davon, desto mehr Punkte. Außerdem haben wir ja noch Münzen und Edelsteine. Aber Vorsicht, die Gewässer sind Piratenverseucht. Fordert ihr euer Glück zu sehr heraus geht alles den Bach runter. Außer… Außer bei der Fahrt zur Totenkopfinsel. Hier müssen die Mitspieler zittern. Nachdem ein Spieler 6.000 Punkte erreicht hat und jeder noch einmal dran war werden die gesammelten Reichtümer (Punkte) verglichen.

Einen bebilderten Spielablauf findet ihr in dieser Galerie:

 


1/20

Um euch Piraten Kapern zu zeigen werde ich euch diesmal ein paar Solo-Runden durchführen.

 

2/20

Zu Beginn des eigenen Zuges deckt man immer die oberste Karte des Stapels auf. Diese bestimmt, was einen diese Runde beeinflusst. In unserem Fall dürfen wir einmalig einen gewürfelten Totenkopf neu werfen.

 

3/20

Wir werfen alle 8 Würfel.

 

4/20

Von diesen legen wir 3 Münzen und 2 Edelsteine zur Seite.

 

5/20

Den Rest werfen wir erneut. Da wir immer mindestens 2 Würfel verwenden müssen legen wir hier den Edelstein zur Seite und werfen die restlichen 2 Würfel.

 

6/20

Zu unserem Glück waren es Münzen. Wir haben nun also 5 Münzen und 3 Edelsteine. Das macht 500 Punkte für 5 gleiche Symbole + 100 Punkte für 3 gleiche Symbole + 500 Punkte für Münzen + 300 Punkte für Edelsteine + 500 Bonuspunkte, weil wir mit allen 8 Würfeln punkten konnten. Also haben wir diese Runde 1.400 Punkte gemacht.

 

7/20

In unserem nächsten Zug haben wir die Schatztruhe. Auf dieser können wir Würfel sichern.

 

8/20

Erneut werfen wir alle 8 Würfel.

 

9/20

Die 2 Totenschädel müssen zur Seite gelegt werden.

 

10/20

Auf der Truhe parken wir 2 Affen, 1 Münze und 1 Edelstein.

 

11/20

Wir erhalten nun mit den restlichen 2 Würfeln 1 Papagei und 1 Münze.

 

12/20

Die Münze legen wir zur Truhe dazu, nehmen dafür aber die Affen wieder weg.

 

13/20

Leider ist uns das Glück mit den restlichen Würfeln nicht hold. Wir haben 2 weitere Totenschädel. Hat man 3 oder mehr geworfen endet der eigene Zug und man kriegt keine Punkte.

 

14/20

Außer natürlich, man hatte die Schatztruhe. Die Würfel, die dort geparkt sind werden dennoch abgerechnet. Wir erhalten für diese aber lediglich 300 Punkte.

 

15/20

In der nächsten Runde decken wir die doppelte Piratenflagge auf. Wir starten den Zug also bereits mit 2 Totenschädeln.

 

16/20

Beim Würfeln erhalten wir folgendes Ergebnis. Wir haben nun insgesamt 4 Totenschädel. Schaffen wir das im ersten Wurf machen wir uns auf zur Totenkopfinsel.

 

17/20

Wir legen die Totenschädel beiseite.

 

18/20

Die restlichen Würfel müssen erneut rollen. Auch diesen Totenschädel legen wir beiseite.

 

19/20

Das machen wir so lange, bis wir keinen Schädel mehr werfen.

 

20/20

Wir erhalten zwar keine Pluspunkte, aber bei unseren Gegnern werden je Schädel 100 Punkte abgezogen. Heißt, in diesem Fall verlieren sie 500 Punkte. Hat nun irgendwann ein Spieler mindestens 6.000 Punkte erreicht wird noch eine komplette Runde gespielt. Wer nun die meisten Punkte hat, gewinnt.

 


Shave his belly with a rusty razor.

Okay, wenn wir ehrlich sind ist „Piraten Kapern“ vollkommen unfair. Es gibt unterschiedlich starke Karten und daraus resultierend Vorteile oder Nachteile. Läuft es einem Spieler besonders gut rein wird er gewinnen und man wird ihn nicht daran hindern. Da kann man sich auf den Kopf stellen im Kreis drehen und dabei „einer ist immer der Loser“ singen. Man ändert nichts. Wen so etwas frustriert, der ist mit „Piraten Kapern“ an der vollkommen falschen Adresse.

Aber eines hat „Piraten Kapern“, was das ein wenig ausgleicht. Eine kurze Spieldauer. Heißt, man kann gut und gerne noch eine Runde anhängen und sehen, wie sich das Glück dreht. Oder, wie es in meinem Fall ist, einfach Stück für Stück versagen. Hatte ich dennoch Spaß? Ja, „Piraten Kapern“ ist einfach kurzweilig und man kann es auch mit Kindern ab 8 gut spielen. An der einen oder anderen Stelle brauchen sie vielleicht beratende Unterstützung, aber das ist in Ordnung. Spätestens nach der zweiten Partie haben sie die Regeln und Möglichkeiten verinnerlicht. Außerdem verfügen sie über eine dermaßen unverhohlene Schadenfreude, dass man selbst schon lachen muss. Zumindest, wenn man, wie ich, über ein dickes Fell verfügt und über sich selbst lachen kann. Denn, wenn man einen Wurf versaut, dann hängt das eben mit den Würfeln zusammen. Das eigene Können ist davon nicht betroffen, weswegen man gerne auch mal einsteckt.

Wer also nichts gegen einen reinen glücksbasierenden Spielablauf hat, der viel auf Schadenfreude aufbaut, der darf bei „Piraten Kapern“ gerne zugreifen. Hier müsst ihr eure Vorlieben selbst einschätzen können. Ich selber werde noch die ein oder andere Kaperrunde drehen und hoffen, dass auch ich mal siegreich hervorgehen werde. „Piraten Kapern“ ist für mich zwar kein Überflieger mit Potential zum zeitlosem Klassiker, aber immer wieder eine nette Unterhaltung. Nicht mehr, nicht weniger.

 

 

Piraten Kapern

Amigo 2017


Autor: Haim Shafir
Dauer: ca. 5 Minuten je Spieler
Spieler: 2-5
Schwierigkeit: Einfach

Anmerkungen

Dir gefällt dieser Bericht? Dann könnte dich das hier auch interessieren: