Majesty – Hans im Glück – 2017

Ein guter Ruf ist Fluch und Segen zugleich. Segen, weil man einen gewissen Vertrauensbonus kassiert. Fluch, weil das Wohlwollen auch sehr gerne umschlägt, wenn das neue Produkt nicht dem entspricht, was man sich vorher ausgemalt hat. So geschehen bei Hans im Glück und „Majesty“. Für so manchen Vielspieler ist Hans im Glück ein Verlag, der ein Garant für herausragende Produkte ist. Dabei können selbst einfache Spiele wie „Carcassonne“ genauso begeistern, wie ein „First Class“. Nun kam „Majesty“ heraus, welches, ganz klar als Familienspiel gekennzeichnet, so manchen Unmut auf sich gezogen hat. Beliebig und zu seicht sei es. Ein Untergang für Hans im Glück! Das Spiel wäre unter der Marke Schmidt Spiele viel besser aufgehoben gewesen.

Gleiches passierte seinerzeit Alea mit „Las Vegas„, welches jedoch zu begeistern weiß. Dementsprechend hat mich die Vergangenheit eines gelehrt. Wenn das Geschrei noch so groß ist, wirf einen Blick darauf. Man weiß nie, was einen erwartet. Und so haben wir es auch mit „Majesty“ betrieben und uns unsere eigene Meinung gebildet.
 
 


Das Leben der Eltern ist das Buch, in dem die Kinder lesen.

(Augustinus Aurelius)

In „Majesty“ versucht jeder Spieler das meiste Geld mit seinem Königreich zu erwirtschaften. Dabei wählt man in seinem Zug einen der ausliegenden Charaktere. Geld gibt es dann je passendem Symbol, entsprechend dem Ort, an dem die Karte landet. Doch nur, wer sein Königreich gegen die anderen Spieler zu verteidigen weiß, wird siegreich hervorgehen.

Bebilderte Beispielszüge findet ihr in dieser Galerie:

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Heute spielen wir Majesty zu zweit.

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Wir beginnen und werfen einen Blick in die Startauslage.

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Unsere Wahl fällt auf die zweite Karte. Um diese zu erreichen legen wir einen unserer Meeple auf die vorherige.

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Diese sammeln wir ein.

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Diese sammeln wir ein.

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Der Meeple wird auf das freie Feld unserer Karte gelegt.

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Zum Schluss wird die Reihe an Karten in der Mitte wieder geschlossen.

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Unser Gegner möchte die vierte Karte und muss auf die ersten drei jeweils einen Meeple legen.

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Er legt den Ritter in seinem Königreich ab und erhält je passendem Symbol 3 Geld.

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Da der Ritter gleichzeitig einen Angriff auslöst, müssen wir unsere Verteidigung prüfen. Diese ist praktisch nicht existent.

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Der Angriff war also erfolgreich. Wir müssen die am weitesten links liegende Karte in unserem Königreich bestimmen.

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Die Königin wird genommen und verdeckt zu den Verletzten gelegt.

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In unserem nächsten Zug wählen wir die erste Karte und erhalten eben dieser auch die darauf liegenden Meeple.

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Wir legen die Wache an. Und erhalten 2 Geld.

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Die 2 Meeple können wir nicht auf unserer Karte ablegen, da dort bereits voll ist.

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Also werden sie 1 zu 1 in Geld getauscht.

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Unser Gegner ist wieder am Zug. Er möchte die zweite Karte haben.

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Er legt sie an und erhält 2 Geld.

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Wir nehmen im nächsten Zug die erste Karte.

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Die Hexe sorgt für eine sofortige Heilung.

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Die oberste "verletzte" Karte wird wieder an ihren Platz gelegt.

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Und wir erhalten insgesamt 2 Geld. Das Spiel endet, sobald jeder Spieler 12 Charaktere gelegt hat. Nun gibt es noch Punkteabzug für alle Verletzten und Bonusse in Form von Mehrheiten und verschiedene Charaktere. Wer zum Schluss das meiste Geld hat, gewinnt.

Ohne das Kind, das ihm hilft, sich ständig zu erneuern, würde der Mensch degenerieren.

(Maria Montessori)

„Majesty“ ist eines. Ein Familienspiel. Und auch, wenn so mancher den Untergang des spielerischen Abendlandes herbeijammert, funktioniert der Titel genau in diesem Bereich. Er ist locker, spielt sich mit einem gewissen Fluff und bietet mit den beiliegenden Pokerchips schöne Handschmeichler. Dabei hat das Spiel natürlich nicht die Tiefe, die manch anderer Hans im Glück Titel aufbauen mag. Was bei Familien über mehrere hintereinander gespielte Partien funktioniert, geht bei passionierten Vielspielern vielleicht noch als Absacker durch. Ich habe es mit beiden Zielgruppen gespielt. Die schönsten Partien hatte ich mit meinem Sohn und meiner Frau.

Ja, „Majesty“ bietet nicht die immense Abwechslung. Aber es ist schnell erklärt, eine Partie dauert nicht allzu lange und das Material ist hübsch. Alles Faktoren, die eben in Familienspielerkreisen auffordernden Charakter haben. Aber ich habe auch das Gefühl, dass „Majesty“ genau diesen Anspruch hat. Nicht mehr, nicht weniger. Und diesen erfüllt es voll und ganz. Sozusagen das Popcornkino im Spielebereich. Dabei lässt es noch genügend Luft seine Mitspieler zu ärgern, entweder, indem man sie gezielt angreift oder die am meisten benötigte Karte vor der Nase wegschnappt.

Der Nerd in mir ruft natürlich auch nach etwas mehr Möglichkeiten oder Kombinationen, die durch die einzelnen Karten ausgelöst werden können, aber der Vater freut sich, dass er ein Spiel gefunden hat, welches ein gewisses Grundniveau bietet und den Nachwuchs dennoch zu begeistern weiß. Also, liebe Vielspieler. Geht bitte weiter. Das hier ist kein Titel für euch. Ihr seid einfach nicht die Zielgruppe.

Familien möchte ich den Titel jedoch ans Herz legen. Sei es einfach, um eine gute Zeit zu verbringen oder den Kindern ab der zweiten Klasse verdeckt Addition, Subtraktion und Multiplikation unter zu jubeln. Denn von all diesen Rechenarten werden sie in „Majesty“ genügend gebrauch machen. Und das ganz ohne nervige Textaufgaben.

 

Majesty

Hans im Glück 2017


Autor: Marc André
Dauer: ca. 20 – 30 Minuten
Spieler: 2 – 4
Schwierigkeit: Einsteiger

Anmerkungen

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