In diesem Jahr hat 2F Spiele einige kleinere Titel mit dem Label „Fast Forward“ herausgebracht. „Furcht“ ist eines davon und verspricht, dass man einfach die Schachtel öffnet und sofort losspielen kann, ohne Regeln zu lesen. Dabei hat man dann sogar noch ein Legacy- (oder im 2F Jargon Fabel-) Erlebnis. Große Töne. Doch kann „Furcht“ dem auch gerecht werden?

Furcht


Fürchte den Bock von vorn, das Pferd von hinten und den Menschen von allen Seiten.

(Sprichwort)

„Furcht“ ist ein Ärgerspiel mit Karten, bei dem man verliert, wenn man gezwungen wird eine Karte zu legen, die den Gesamtpunktewert über 15 hebt. Dabei sorgen immer wieder neue- und Sonderregeln dafür, dass stets eine gewisse Varianz dabei ist.

In dieser Galerie haben wir euch die komplette erste Partie als Beispiel abgebildet.

  • Furcht
    Achtung, wir zeigen euch in dieser Galerie das komplette, erste Spiel. Heißt, Spoilerwarnung.
  • Furcht
    Das Spiel ist schnell vorbereitet. Man deckt die oberste Karte des Stapels auf und hat die ersten Regeln gefunden. Wir dürfen also entweder 1 Karte ziehen oder ausspielen.
  • Furcht
    Wir beginnen und ziehen eine Karte.
  • Furcht
    Unser erster Gegner tut dasselbe.
  • Furcht
    Genau, wie der nächste.
  • Furcht
    Da wir noch nicht wissen, was das ausspielen soll, ziehen wir noch eine Karte.
  • Furcht
    So geht es weiter.
  • Furcht
    Dann erscheint eine neue Regel.
  • Furcht
    Aha, wer mit seiner Karte die 15 Punkte in der Mitte überschreitet verliert.
  • Furcht
    Der nächste Spieler zieht erst mal wieder.
  • Wir auch.
  • Furcht
    Dann landet die erste Karte auf dem Tisch.
  • Furcht
    Spieler 3 zieht nochmals.
  • Furcht
    Da das Handkartenlimit 3 beträgt spielen auch wir eine Karte aus. In der Mitte liegen insgesamt 5 Punkte. Also, alles kein Problem.
  • Furcht
    Spieler 2 zieht wieder.
  • Furcht
    Spieler 3 legt eine 7 dazu. Wir sind also bei 12 Punkten.
  • Furcht
    Wir beschließen uns das erst mal anzusehen und ziehen eine 8.
  • Furcht
    Dabei legen wir eine neue Regel frei.
  • Furcht
    Welche wir uns jedoch erst zum Spielende ansehen dürfen.
  • Furcht
    Spieler 2 zieht.
  • Furcht
    Genauso Spieler 3.
  • Furcht
    Wir tanzen gern auf dem Vulkan und machen erst mal die 15 Punkte voll. Außerdem hat der nächste Spieler 3 Karten auf der Hand und muss nun ausspielen.
  • Furcht
    Der lächelt jedoch nur kurz müde und legt eine -1. Also sind wir bei 14 Punkten.
  • Furcht
    Spieler 3 legt eine 1 und führt damit noch einen Richtungswechsel aus.
  • Furcht
    Also geht es gegen den Uhrzeigersinn weiter. Spieler 2 zieht eine Karte.
  • Furcht
    Wir auch.
  • Furcht
    Spieler 3 genauso.
  • Furcht
    Spieler 2 müsste eine Karte spielen, würde damit aber über 16 Punkte kommen. Er verliert.
  • Furcht
    Wir decken die letzte Regel dieser Partie auf. Die Karten des Verlierers werden aussortiert. Der Rest gemischt oben auf den Nachziehstapel gelegt.
  • Furcht
    Alle, außer dem Verlierer, schreiben ihre Punkte auf. Dann geht es von vorne los.

Du wirst aufhören zu fürchten, wenn du aufhörst zu hoffen.

(Lucius Annaeus Seneca)

Eigentlich wollten wir, als wir die Schachtel das erste Mal geöffnet haben, nur ein paar Partien zum Kennenlernen absolvieren. Doch plötzlich war der komplette Stapel durchgespielt. Das lag nicht daran, dass das besonders schnell passieren würde (wir haben etwas mehr, als 1 Stunde gebraucht), sondern weil wir einfach nicht aufhören konnten. Partie folgte auf Partie. Denn „Furcht“ ist eines. Ein kurzweiliges und bitterböses Ärgerspiel, bei dem so mancher Angriff auch gern nach hinten losgeht.

Der Beginn einer Partie läuft zwar immer wieder fast identisch ab. Man zieht erst einmal Karten. Aber dann wird man stets vor Entscheidungen gestellt, die zu Beginn vielleicht einfach wirken, aber es tatsächlich in sich haben. So wird von einem eigentlich kleinen Spiel mit wenigen Regeln ein richtig gutes Spielgefühl hervorgerufen.

Wobei man auch sagen muss, dass vieles hier von den Mitspielern getragen wird. Je fieser und gemeiner die Frotzeleien und Spielzüge, desto besser ist „Furcht“. Vor allem dann, wenn ein Spieler laut seinen Sieg verkünden wollte und dann die eine Sonderregel, die das erlaubt hätte, schon gar nicht mehr gültig war. Hier ist das Gelächter groß. Doch die Niederlage ist gleich wieder vergessen, denn es geht schließlich immer weiter.

Aber auch, wenn man den Stapel durchgespielt hat, hört der Spaß nicht auf. Man sortiert entweder die Karten wieder in die Ursprungslage zurück und schaut, wer denn nun die Nase vorn hat, oder man verwendet einfach den kompletten Stapel zum Spielen. Dazu entweder zufällige oder gezielt gewählte Sonderregeln.

„Furcht“ hält bei Laune, ist kurzweilig und lädt immer wieder zu einem Spielchen ein. Aber Vorsicht, ihr öffnet die Schachtel auf eigene Gefahr.

Furcht – 2F Spiele – 2017

Autor: Friedemann Friese
Spieler: 2 – 5
Schwierigkeit: Einsteiger
Dauer:
c
a. 10 – 15 Minuten je Partie

Nach Furcht noch Lust auf weitere, fesselnde, kurze Spiele?

PummeleinhornHanamikoji

One thought on “Rezension – Furcht – 2F Spiele – 2017

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