Ein Fest für Odin – Feuerland Spiele – 2016

 

In „Ein Fest für Odin“ widmet sich Uwe Rosenberg nun den Wikingern. Neben Hägar dem Schrecklichen eines der wenigen Produkte, das Wikinger nicht als reine, blutrünstige Räuber darstellt, sondern in einen anderen Blickwinkel rückt. Neben Raubzügen hatte dieses Völkchen nämlich weitaus mehr auf dem Kasten. Genügend, dass „Ein Fest für Odin“ gleich mit 2 Sortierkästen daherkommt.

Von übler Tat kommt üble Saat.

(Njalsaga)

Wie kann man „Ein Fest für Odin“ denn kurz beschreiben? Ihr habt es mit einem Worker-Placement mit vielen Möglichkeiten zu tun. Raubzüge, Jagen, Handel, Bergbau und vieles, vieles mehr. Und alles für eines. Ja genau, Siegpunkte. Wer nämlich zum Schluss die meisten hat gewinnt.

Näheres seht ihr, wenn ihr die erste Runde in dieser Galerie verfolgt.

 

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Eine Anmerkung vorab. Ich werde bei den Spielzügen natürlich nicht auf alle Regeldetails eingehen. Diese erste Runde des 2 Personen-Spiels soll euch vermitteln, wie das Spiel abläuft, um euch einen Ersteindruck zu zeigen.

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Jede Runde beginnt mit Schritt 1. Nimm dir einen neuen Wikinger.

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Gesagt, getan, wir schnappen uns einen neuen Wikinger von der Festtafel und stellen ihn zu unseren anderen auf dem Thing-Platz.

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Schritt 2, Ernte.

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Unter der 1 der Festtafel seht ihr die aktuelle Ernte. Alle orangen Plättchen der Stufe 1. Diese nehmen wir uns.

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Als nächstes wird eventuell eine Insel gedreht.

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Wieder ein Blick unter die Festtafel. Dort ist ein Strich, heißt, diese Runde passiert nichts. Später erhält man durch den Insel-Dreh-Effekt Zugriff auf andere Inseln, die man besiedeln kann.

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Schritt 4. Nimm dir eine Waffe.

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Diese wird blind vom Stapel gezogen.

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Nun sind wir mit Phase 5 beim Worker-Placement angekommen.

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Wir beginnen und setzen 2 Wikinger auf das Feld: "Nimm dir 1 Holz je Spieler + 1 Erz." 2 Wikinger werden verwendet, da es sich um eine Aktion aus der 2. Spalte handelt.

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Unser blauer Gegner schnappt sich 2 Met und 2 Silber.

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Wir investieren eines der Hölzer in ein Walfangboot.

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Dieses platzieren wir an unserer Anlegestelle.

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Und als freie Aktion statten wir es mit einem Erz aus. Dadurch führt es nun 2 mit sich, das aufgedruckte und das von uns platzierte. Was es bringt, zeige ich euch später.

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Unser Gegner holt sich 1 Schaf. Dafür muss er jedoch 1 Silber ausgeben (das ist das Symbol mit der Münze, die hergegeben wird).

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Er platziert das Schaf in seinem Stall.

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Wir setzen nun 3 Wikinger auf den Walfang.

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Da es sich um eine Aktion der dritten Spalte handelt dürfen wir eine Ausbildungskarte ziehen.

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Mit der, die wir zum Start gezogen haben, halten wir nun diese zwei auf der Hand.

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Nun geht es aber zum Walfang. Wir dürfen bis zu dreimal den 12-seitigen Würfel werfen. Das letzte, erreichte Ergebnis zählt. Wir würfeln eine 5.

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Von der 5 ziehen wir die 2 Punkte für das Erz ab. Bleiben 3 übrig. Hierfür geben wir 2 Speere und 1 Holz aus. Dadurch war der Walfang erfolgreich.

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Wir erhalten Öl, Knochen und Walfleisch.

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Nun nutzen wir gleich eine weitere, freie Aktion. Wir setzen ein grünes Plättchen auf unserem Heimatplan ein.

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Einnahmen ab, was unseren Ertrag steigern wird.

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Den letzten Arbeiter verwendet blau auf diesem Feld.

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Aktion 1, er darf sich einen der Bergstreifen aussuchen.

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Und von diesem einen Rohstoff von ganz links wegnehmen (in diesem Fall also Holz).

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Schritt 2, aufwerten. Er nimmt ein Met.

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Und wertet es in Öl auf.

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Warum tut er das? Weil nur grüne und blaue Marker auf dem Heimatplan platziert werden dürfen. Er nutzt das Öl gleich um es einzusetzen.

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Schritt 6. Der Startspieler wechselt zu dem Spieler, der den letzten Wikinger eingesetzt hat. Unser Gegner ist also neuer Startspieler.

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Nun kommen die Einnahmen.

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Man erhält so viel Geld, wie der kleinste, nicht abgedeckte Betrag anzeigt. Wir erhalten also 2 Silber.

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Nächster Schritt ist die Tiervermehrung. Da keiner von uns 2 Tiere hat passiert nichts.

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Nun müssen wir unsere Wikinger mit einem Festmahl versorgen.

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Wir bauen orange und rote Plättchen ein, außerdem können wir unseren Wikingern ein Kostgeld vorsetzen. Alles Eingesetzte wird abgegeben.

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Als nächstes gibt es Prämien.

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Ist auf einem der eigenen Pläne eine Prämie komplett eingebaut erhält man nun den Rohstoff. Wir bekommen also nichts.

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Im vorletzten Schritt werden die Bergstreifen angepasst.

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Von allen offen liegenden Bergstreifen wird der Rohstoff ganz links entfernt. Außerdem kommt ein neuer Bergstreifen hinzu, der komplett bestückt wird.

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Letzter Schritt, hol dir deine Wikinger vom Plan zurück. So geht es nun im langen Spiel insgesamt über 7, im kurzen über 6 Runden. Wer zum Schluss die meisten Punkte hat gewinnt.

Am besten kommt man über Kummer damit hinweg, dass man auf den nächsten wartet.

(Grettirsaga)

Okay, eines vorweg. Ich muss einen Aufruf an Uwe Rosenberg starten: „Uwe! Bitte melde dich! Ich brauche eine Intensivschulung. Egal, wie häufig ich Ein Fest für Odin spiele, ich werde und werde nicht besser. Ich kann die 80 Punkte einfach nicht überschreiten.“ Genug gejammert, zumindest fürs erste…

Ein Fest für Odin hat es in sich. Zuerst liest man die 24 seitige Anleitung und denkt sich, dass man alles verstanden hat. Dann sitzt man allein vor dem Spielplan und fühlt sich, als hätte man überhaupt nichts kapiert. Kein Wunder, schließlich haben wir neben den 12 Phasen einer Runde 61 Aktionsmöglichkeiten, aus denen wir wählen müssen.

Ja, ihr habt richtig gelesen. Während ihr in anderen Spielen lediglich entscheidet ob ihr nun Holz oder Lehm sammelt habt ihr hier eine riesige Menge an Entscheidungen zu treffen. Nun jedoch das große Aber. Auch, wenn man in den ersten 1 – 2 Zügen vollkommen überfordert mit der Situation ist kommt man sehr schnell ins Spiel hinein. Alle Aktionen sind soweit logisch aufgebaut. Ich will Tiere züchten? Kein Problem, ich muss dafür sorgen mindestens 2 gleiche im Stall zu haben. Wale fangen oder auf Raubzüge gehen. Dafür benötige ich Waffen und Schiffe. Und so weiter. Das erste Spiel dient also lediglich dem Ausloten der Möglichkeiten. Danach kann man damit beginnen seine Pläne zu verfolgen. Man entdeckt immer neue Wege an Siegpunkte zu gelangen. Mal mehr, mal weniger erfolgreich, aber nie langweilig. Außer man hat Mitspieler, die unter „Analysis Paralysis“ leiden.

Ich mag „Ein Fest für Odin“. Es stimmen einfach alle Details. Seien es die Sortierkästen, die beiliegen, die vielen Möglichkeiten und die Chance sich immer weiter zu verbessern. Also kein Spiel, bei dem nach wenigen Partien die Luft bereits raus ist. Dabei ist es fast egal, ob man allein, zu zweit, zu dritt oder zu viert spielt. Alle Spieleranzahlen sind interessant und bieten ihre eigene Herausforderung. Gleichzeitig ist „Ein Fest für Odin“ keines dieser seelenlosen Eurogames, welche einfach eine gute Mechanik haben, aber thematisch nichts bieten können.

Und so werde ich auch weiter versuchen die magische Grenze von 80 Punkten zu knacken. Ich habe auch schon einen Plan, wie das funktionieren wird… Diesmal ganz todsicher…

 

Ein Fest für Odin

Feuerland Spiele 2016


Autor: Uwe Rosenberg
Dauer: ca. 30 – 40 Minuten pro Spieler
Spieler: 1-4
Schwierigkeit: Mittel – Komplex

Anmerkungen

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