Werte Gentlemen, wir sollten uns hier im Club einen neuen Spaß erlauben. Diese alten Wetten mit Weltreisen in 80 Tagen sind so etwas von gestern. Ich habe hier etwas, das sie alle interessieren dürfte. Ein Kartenspiel namens „Clubs“. Ja, ich weiß, was sie sagen möchten. Warum sollten wir uns mit dem Vergnügen des einfachen Volkes abgeben? Aber ich verspreche Ihnen allen, dass es ein Spaß sein wird, an der sogar Edward Montagu, der erste Earl of Sandwich seine Freude gehabt hätte.

Clubs


Ein Gentleman ist ein Mann, der einen anderen nie unabsichtlich beleidigt.

(Oscar Wilde)

In „Clubs“ versucht jeder Spieler seine Handkarten los zu werden. Der Ausspieler gibt dabei an, was diese Runde bedient werden muss. Gleichzeitig ist es ratsam möglichst hochwertige „Clubs“ Karten für sich zu gewinnen. Denn beides bringt Punkte. Und wer zuerst 50 davon erreicht hat, gewinnt.

Einen genauen bebilderten Ablauf einer Runde seht ihr in dieser Galerie:

  • Clubs
    Wir spielen heute zu viert.
  • Clubs
    Hier seht ihr schon mal unsere Kartenhand.
  • Clubs
    Wir haben gegeben, weswegen der Spieler von uns beginnt. Er wählt eine 1.
  • Clubs
    Jeder kann nun reihum entscheiden, ob er mitmacht. Es gilt 1 Karte zu spielen, die höher ist, als die bisher liegende.
  • Clubs
    Der nächste Spieler übersticht die ausliegende 8 mit einer 10.
  • Clubs
    Wir passen, wodurch der Spieler zu unserer Linken wieder an der Reihe ist. Er spielt die 15, die höchste Karte, wodurch der den Stich für sich gewinnt.
  • Clubs
    Er nimmt den Stich und spielt nun ein Pärchen aus.
  • Clubs
    Der nächste Spieler passt. Unser dritter Gegner spielt ein höheres Pärchen drauf.
  • Clubs
    Wir passen erneut und der Spieler zu unserer linken kann ein noch höheres Pärchen spielen. Alle Spieler (inklusive uns) passen, der Stich gehört also ihm.
  • Clubs
    Er beginnt nun die nächste Runde mit zwei aufsteigenden Karten.
  • Clubs
    Diese werden prompt überboten.
  • Clubs
    Spieler 3 kloppt auch etwas Höheres auf den Tisch.
  • Clubs
    Nun schalten auch wir uns ein. Mit einer 13/14 Kombi legen wir die Latte recht hoch. Alle anderen Spieler passen nun, wodurch der Stich uns gehört.
  • Clubs
    Nun legen wir einen Drilling aus. Da alle anderen passen nehmen wir die Karten in unseren Stich.
  • Clubs
    Danach legen wir noch 4 aufsteigende Karten. Erneut kann das niemand überbieten.
  • Clubs
    Als Abschluss werfen wir unsere letzte Karte. Eine vier.
  • Clubs
    Unser linker Nachbar nimmt hier die Initiative sofort wieder an sich.
  • Clubs
    Der nächste Spieler übersticht.
  • Clubs
    Der Spieler zu unseren Rechten spielt eine 14, um so den Stich hoffentlich für sich zu gewinnen.
  • Clubs
    Da wir keine Karten mehr haben, sind wir außen vor. Unser Gegner links von uns passt. Der Spieler uns gegenüber macht den Sack mit einer 15 zu.
  • Clubs
    Weil wir alle Karten ausgespielt haben dürfen wir uns die höchste Bonuskarte nehmen.
  • Clubs
    Der Spieler gegenüber beginnt mit einer Einzelkarte.
  • Clubs
    Der nächste Spieler spielt eine fünf.
  • Clubs
    Der Spieler links von uns legt seine letzte Karte, eine 14. Alle anderen passen. Es ist also sein Stich.
  • Clubs
    Außerdem erhält er die zweithöchste Bonuskarte.
  • Clubs
    Es sind nur noch zwei Spieler im Rennen der uns gegenüber sitzt beginnt. Sein letzter, verbleibender Gegner passt.
  • Clubs
    Er nimmt also den Stich und macht mit einer 14/15 Kombi weiter.
  • Clubs
    Da auch diese nicht überstochen werden kann spielt er als letztes die 12.
  • Clubs
    Der Spieler uns Gegenüber hat nun auch alle Karten gespielt. Er bekommt den dritten Bonus ausgehändigt. Der Spieler rechts von uns darf diese Runde keine Punkte zählen, da er als letzter Karten auf der Hand hatte.
  • Wir zählen nun unsere Punkte. Nur die Bonus- und die Clubs-Karten zählen. Wir haben mit diesen Stichen 19 Punkte gesammelt. Der nächste Spieler gibt. Das Spiel geht weiter, bis mindestens einer 50 Punkte erreicht hat.

Ein Gentleman ist ein Mann, der gut verbergen kann, dass er kein Gentleman ist.

(Unbekannt)

Wer die Galerie verfolgt hat weiß es schon. „Clubs“ ist ein vereinfachtes „Tichu“. Man spielt nicht in Teams, tauscht keine Karten und hat weniger Möglichkeiten auszulegen. Das ist für fortgeschrittene Spieler natürlich eine erhebliche Beschneidung, für Einsteiger aber passend. Ich habe es in mehreren Runden gespielt. Am besten kam es dann an, wenn man mit unbedarfteren Gegnern zu tun hatte. Vor allem denjenigen, die noch nie etwas mit „Tichu“ zu tun hatten, noch wussten, dass das Spiel existiert.

„Clubs“ ist äußerst kurzweilig und zu viert bedarf es selten einer kompletten Runde, bis ein Spieler die vollen 50 Punkte erreicht hat (wir sind dazu übergegangen das Ziel nach oben zu setzen). Dabei bietet es ein paar nette Möglichkeiten zu taktieren und zu überlegen, wann man in den Stich einsteigt und wann man besser fort bleibt. Man muss den richtigen Moment abpassen, um siegreich hervor zu gehen. Und hier merkt man dann auch sofort, wer schon ein paar Runden „Clubs“ auf dem Buckel hat. Anfänger machen immer denselben Fehler. Sie behalten die niedrigen Karten bis zum Schluss, also bis zu dem Zeitpunkt, wenn sie nicht mehr einsetzbar sind.

Wenn ich die Wahl habe, würde ich dennoch immer zu „Tichu“ greifen. Es bietet einfach mehr Tiefe, als „Clubs“. Letzteres bietet mir als Kopie einfach zu wenig. Wer jedoch ein ähnlich gelagertes Spiel sucht, bei dem auch totale Spielverweigerer einen Einstieg finden können kann zu „Clubs“ greifen. Aber bitte nicht beschweren, wenn ihr total unterfordert seid.

Clubs – Huch! & Friends – 2017

Autoren: Dominic Crapuchettes
Spieler: 2 – 6
Schwierigkeit: Einfach
Dauer: ca. 15 Minuten

Einsteiger könnt ihr nicht nur mit Clubs „abholen“.

Oceanos

Kanagawa

 

One thought on “Rezension – Clubs – Huch! & Friends – 2017

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *