Es gibt gute und schlechte Remakes. Zumindest was Filme und Videospiele angeht. Bei Brettspielen freuen sich die meisten über Neuauflagen. Und so ist auch „Njet!“, welches 1997 bereits bei Goldsieber erschien, eine Reproduktion, die viele positiv aufgenommen haben. Aber wir kennen das alle. Was früher gut war, muss es nicht mehr sein. Viele Spiele, die uns vor 20 Jahren begeisterten ringen uns heute kein müdes Lächeln mehr ab. Ob „Njet!“ auch zu den Kandidaten gehört seht ihr weiter unten.

 

 

Die Perle jeder Fabel ist der Sinn.

(Gottfried Keller)

„Njet!“ ist ein Stichspiel, bei dem wir aktiv die Regeln zu unseren Gunsten beeinflussen können. Die Gegner leider auch. Jeder schließt reihum aus, bis feststeht, wie die Runde sich verhält. Dabei spielen wir je Runde in neu zusammengestellten 2er Teams. Nach einer vorher festgelegten Anzahl an Runden ist Schluss und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Einen bebilderten Ablauf findet ihr in dieser Galerie:

 


1/21

Wir wagen ein kleines Spielchen zu dritt. Jeder erhält hierzu 15 Karten.

2/21

Auf diese werfen wir einen Blick.

3/21

Und entscheiden, dass diese Runde grün keine Trumpffarbe sein wird.

4/21

Der nächste Spieler schließt die Möglichkeit, dass ein Stich -2 Punkte ist, aus.

5/21

Spieler blau schließt blau als Trumpffarbe aus.

6/21

Spieler grün entfernt die grüne 1 als Supertrumpf.

7/21

So geht es reihum weiter bis in jeder Zeile nur noch 1 Feld frei ist, damit liegen die Regeln für die nächste Runde fest. Spieler Blau ist Startspieler, jeder muss vorab 2 Karten weglegen. Gelb ist Trumpf, die rote 1 Supertrumpf. Jeder Stich ist 2 Punkte wert. Der Startspieler darf nun noch seinen Spielpartner wählen (er entscheidet sich für rot) und schon beginnt das Spiel.

8/21

Wie festgelegt wirft jeder Spieler 2 Karten ab.

9/21

Blau beginnt und wirft die rote 10.

10/21

Jeder Spieler muss die Farbe bedienen, wenn er sie hat. Grün wirft die rote 2.

11/21

Ein Blick in unsere Karten verrät, dass wir gar nicht so viel Auswahl haben.

12/21

Wir werfen die rote 13.

13/21

Und der letzte Spieler die rote 5. Wir haben die höchste Karte, der Stich gehört also uns.

14/21

Stiche sammeln wir in einzelnen Häufen.

15/21

In der nächsten Runde kommen wir mit einer grünen 5 raus. Den Stich schnappt sich der Spieler zu unserer linken.

16/21

Dieser setzt mit der grünen 1 nach und wir holen den Stich nachhause.

17/21

Vom Gegner gespielte 1er dürfen wir separat sammeln, um damit Punkte zu generieren.

18/21

Als nächstes gehen wir wieder auf Rot.

19/21

Unser Freund hat kein Rot, darf also einen Trumpf oder Supertrumpf spielen. Er entscheidet sich für die gelbe 1.

20/21

Diesmal dürfen wir die 1 nicht separat legen, weil diese nicht vom Gegner gespielt wurde.

21/21

Es werden nun noch die restlichen Karten gespielt. Danach zählt jeder Stich und die gefangenen 1er je 2 Punkte. Alle Chips werden entfernt und eine neue Runde beginnt. Nach 8 Runden endet das Spiel und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Die Fabel ist die Brücke, die zur Wahrheit führt.

(Unbekannt)

„Njet!“ ist ein netter Spaß. Ich persönlich kann als passionierter Schafkopfer Stichspielen einfach nicht abgeneigt sein. Bringen sie noch neue Kniffe mit hinein ist das umso besser. Hier ist der interessanteste Aspekt natürlich das Pokern um die richtigen Regeln. Dieses führt einen immer wieder vor Entscheidungen, ob Pest oder Cholera. Was muss ausgeschlossen werden und was kann ich eher verkraften? Auch die wechselnden Spielpartner bringen eine gewisse Würze ins Spiel, denn man weiß nie so genau, was der andere hat und wie er tickt.

Jedoch hätte „Njet!“ ruhig etwas schneller, knackiger sein dürfen. 60 Karten, die auf alle verteilt werden, sind einfach zu viel. Das verzögert die einzelnen Runden etwas zu sehr und zieht sie unnötig in die Länge. Dafür geben Supertrümpfe und gefangene 1er wieder ein nettes, taktisches Element mit, da man immer den richtigen Augenblick abpassen muss. Und wie man es macht ist es verkehrt. Zumindest redet man sich das danach ein. Man lastet sich Spielfehler selbst und nicht dem Spiel an. So muss es sein.

Die Illustration fällt einem natürlich sofort positiv ins Auge. Es ist schön bunt und die einzelnen Charaktere wurden liebevoll gestaltet, so dass „Njet!“ auch für Nichtspieler einen gewissen Aufforderungscharakter hat. Diese können mit der ersten Erklärung zwar etwas überfordert sein, finden dann aber dennoch schnell ins Spiel. Also, besser nicht lange erklären, sondern einfach losspielen.

Somit bleibt „Njet!“ ein nettes Spiel, das man immer wieder gerne hervorholt. Jedoch bleibt immer der Gedanke, dass weniger mehr gewesen wäre.

 

 

Njet!

Iello 2017


Autor: Stefan Dorra
Dauer: ca. 20 – 30 Minuten
Spieler: 3-5
Schwierigkeit: Einsteiger

Anmerkungen