Ihr kennt das. Da ist man auf Expedition auf einer wunderschönen Insel und plötzlich rumort der Boden unter einem und eine Aschewolke steigt zum Himmel empor. Ein untrügliches Zeichen, dass man seinen Liegestuhl mal besser einpacken und zurück zum Boot laufen sollte. Hattet ihr diesbezüglich noch keine persönlichen Erfahrungen, könnt ihr diese in “Red Peak” zumindest spielerisch nachholen.


Wir stimmen den anderen nur zu, wenn wir eine Gemeinsamkeit zwischen ihnen und uns empfinden.

(Jean de La Bruyére)

“Red Peak” ist ein kooperatives Spiel. Unter Zeitdruck bauen wir Runde um Runde einen Weg vom Lager zum Strand und versuchen damit das rettende Boot zu erreichen. Doch es genügt nicht nur Wege zu bauen, wir müssen sie auch ablaufen können. Hierfür müssen wir Karten mit passenden Werkzeugen abwerfen. Für jeden Schritt eine eigene. Sind wir fertig, erhalten wir für die bewältigten Plättchen Bonusse. Doch mit jedem Schritt wird sich auch die Lava ausbreiten, die uns stets im Nacken sitzt. Können wir uns in unser Boot retten und verbrennen dabei nicht, haben wir gewonnen.

In dieser Galerie zeigen wir euch ein Beispiel zum Spielablauf:

In einem Spiel zu dritt, zeigen wir euch die Abläufe in "Demon Worker". Dabei überspringen wir das Drafting, in dem jeder Spieler sich ein Deck aus Dämonen zusammenstellt, mit denen er das Spiel bestreiten möchte.
Wir sind Startspieler und erhalten am Rundenbeginn drei Nahrung. Die Belohnung variiert, je nachdem, welche Position man einnimmt und kann sogar einen Siegpunkt einbringen.
Diese zwei menschlichen Arbeiter stehen uns zu Beginn zur Verfügung.
Einen von ihnen schicken wir auf die Schleimfarm. Wir erhalten dafür vier Nahrung.
Blau schickt seinen Arbeiter in die Audienzkammer.
Er gibt zwei Waffen und einen Kristall ab, um einen Dämonen von seiner Hand zu beschwören. Ab der nächsten Runde kann er diesen als Arbeiter einsetzen. Er ist am Spielende nicht nur sechs Siegpunkte wert, sondern produziert beim Einsetzen auch drei Nahrung. Dafür kostet es zwei Opfer-Tokens ihn zu verwenden.
Grün begibt sich ins Gebirge und erhält dafür einen Kristall.
Nun setzen wir unseren zweiten Arbeiter. Dieser kommt in die Audienzkammer. Normalerweise müssten wir für jeden in einem Raum befindlichen Arbeiter zwei Nahrung abgeben. Dieser Raum ist jedoch von der Regel befreit.
Wir geben also Opfermarker und eine Waffe ab, um den Goblinpanzer von der Hand auszuspielen.
Blau begibt sich noch in den Kriegsraum.
Zuerst zieht er zwei Missionen und wirft danach eine ab. Danach darf er beliebig Rohstoffe zum, auf dem Raum aufgedruckten, Kurs tauschen.
Grün begibt sich mit seinem zweiten Arbeiter los, um seine Macht zu steigern. Er muss zwei Kristalle abgeben.
Dafür erhält er jedoch sieben Siegpunkte.
Zusätzlich bringt ihm der Raum zwei Opfer-Token ein.
Am Rundenende nimmt jeder seine eingesetzten Arbeiter zurück und legt auf neu beschworene einen Arbeiterstein.
So geht es Runde um Runde weiter, bis die fünfte Runde absolviert wurde. Danach werden Siegpunkte gezählt. Es gibt Punkte für beschworene Dämonen.
Außerdem für erfüllte Missionskarten, für die man die nötigen Ressourcen abgeben kann.

So mancher Vulkan endet als Herdfeuer.

(Alexander Engel)

“Red Peak” ist ein Spiel für frustresistente Familien. Nicht zu schwer oder zu leicht bereitet es in den ersten Partien ein Erlebnis mit angenehmen Schwierigkeitsgrad. Hier ist effektive Kommunikation genauso vonnöten, wie den Überblick in Stresssituationen zu bewahren. Das liegt nicht jedem, aber bei uns resultierte es in herrlichem Chaos, in dem sich jeder panisch angeschrien hat. Konnten wir die Hitze im Nacken spüren? Nicht wirklich. Aber wir können uns doch nicht von so einem Stück Pappe besiegen lassen.

Dabei erschließt sich das Spiel bei erster Regellektüre nicht zur Gänze. Es fehlt das ein oder andere Foto, welches die Zugänglichkeit verbessert hätte. Nicht nur, weil der Ablauf dadurch offensichtlicher wird. Bilder würden die Wall of Text durchbrechen und so für ein angenehmeres Lesen sorgen. Ein weiteres Problem ist der Kompass. Dieser hat auf der Handkarte eine komplett andere Grafik, als auf den Wegplättchen, was in den ersten Runden für etwas Verwirrung sorgt.

Hat man das Spiel mal geknackt, ist es kein großes Problem mehr. Man weiß, worauf man achten muss und wird selten in schier ausweglose Situationen geraten. Ein Umstand, den es natürlich mit vielen, anderen kooperativen Spielen gemein hat. Dennoch wird man am an “Red Peak” seine Freude haben, obwohl es eigentlich vom Aufbau und Ablauf extrem simpel ist. Doch, wie schon erwähnt, kommt die Faszination durch den Zeitdruck und den Mitspielern, nicht von besonders pfiffigen Mechanismen.

“Red Peak” ist ein schön gestaltetes Spiel, welches in Familien mit Kindern gut platziert ist. Es macht Spaß, wird aber die eine oder andere Gruppe vor allem zu Beginn frustrieren. Dabei sind die gemachten Fehler jedoch offensichtlich genug. Hat man es dann mehrmals geschafft dem Vulkan zu entfliehen, wird das Spiel aber erst einmal im Schrank verschwinden. Nicht für immer, aber man benötigt erst einmal wieder etwas Abstand. Dennoch ist “Red Peak” ein gutes, emotionales Erlebnis.


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Red Peak

Ravensburger


Autor: Carlo A. Rossi
Dauer: ab 15 – 20 Minuten
Spieler: 2 – 6
Schwierigkeit: Einsteiger

Anmerkungen