Planet – 2018 – Blue Orange

Es gibt sie noch. Die Spielkonzepte, die nicht der x-te Aufguss einer funktionierenden Spielidee sind. “Planet” versucht sich genau daran. Gut, die Grundkonstellation zu Mehrheiten sind bekannt, aber ein 3-Dimensionales Spielfeld haben wir noch nicht so oft gesehen. Ob das Spiel auch jenseits des Einzigartigen funktioniert?


Genuss heißt Leben. Hinweg denn, Sorgen! Die Zeit ist kurz für den Sterblichen.

(Christian Friedich Wilhelm Jacobs)

Jeder Spieler erhält seinen eigenen Planeten. Runde für Runde muss sich nun jeder abwechselnd ein Plättchen aus der Auslage nehmen und daran befestigen. Ab Runde drei erscheinen Tiere, die alle ihre persönlichen Vorlieben haben. Der Spieler, der diese mit seinem Planeten am besten erfüllt, bekommt das zugehörige Kärtchen. Nach zwölf Runden ist das Spiel vorbei und es kommt zur Endabrechnung. Wer nun die meisten Punkte über Tiere und den eigenen Auftrag gesammelt hat, gewinnt das Spiel.

In dieser Galerie zeigen wir euch ein Beispiel zum Spielablauf:

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Wir spielen eine kleine Partie "Planet" zu dritt.
Unser geheimer Auftrag lautet, dass wir möglichst viele Wälder platzieren.
Die Plättchen der ersten Runde werden aufgedeckt.
Wir nehmen uns eines von ihnen und befestigen es an unserem, persönlichen Magneten.
Die übrigen Plättchen werden zu den Karten von Runde elf gelegt.
Der nächste wird Startspieler. Die Plättchen von Runde zwei werden offen ausgelegt. Erneut sucht sich jeder in Reihenfolge eines aus.
Ab Runde drei gibt es Tierkarten zu gewinnen. Diesen Pinguin erhält der Spieler, der die meisten Eisflächen hat, die an Wasser angrenzen.
Jeder Spieler zählt diese Konstellation. Der Spieler mit den meisten passenden Flächen erhält die Karte.
Bei Gleichstand, wird die Tierkarte in die nächste Runde gelegt und dort erneut geprüft. 
Als weitere Kriterien für Tierkarten gibt es Flächen, die nicht an bestimmte andere Flächen grenzen dürfen und die meisten Flächen einer Art.
Das Spiel geht über insgesamt zwölf Runden. Danach gibt es einen Punkt je Tier, das dem eigenen Auftrag entspricht. Die restlichen Tiere bringen zwei Punkte. Zuletzt erhält man noch die Punkte für den Auftrag. 
Wer nun am meisten Punkte hat, gewinnt.


Mit Grazie zu fallen, gehört zu den Seiltänzerkünsten unsers jetzigen Lebens.

(Wolfgang Menzel)

“Planet” ist vor allem eines. Wunderschön anzusehen. Sei es die Aufmachung der Planeten, die Stück für Stück mit Leben gefüllt werden oder die Tierkarten. Die Zeichnungen sind ein reiner Augenschmaus, so dass man schon die Tiere wegen ihres süßen Aussehens haben möchte.

Das Spiel selbst ist relativ flott gespielt. Es sei denn man hat Grübler am Tisch. Mit diesen sollte man alles Mögliche spielen, nur nicht “Planet”. Außer man hat vor ein Nickerchen zu machen. Denn “Planet” ist im Grunde genommen alles, aber kein Spiel, bei dem man lange nachdenken sollte. Es möchte aus dem Bauch heraus gespielt werden. Denn es geizt schon durch die Aufmachung mit den Informationen über die Flächen der Mitspieler. Natürlich könnte man die Planeten der Mitspieler Stück für Stück abzählen, aber das zerstört die komplette Leichtigkeit.

Doch damit geht dann auch das eigentliche Problem von “Planet” einher. Das Spiel ist relativ belanglos. Kann ich meine Gegner nicht einschätzen, kann ich nicht wissen, welche Plättchen sich überhaupt zu nehmen lohnen. So sammle ich ins Blaue hinein, freue mich, wenn ich eine Bedingung besser erfülle, als mein Gegner, habe aber keine Garantie jetzt keinen sinnlosen Zug gemacht zu haben. Doch dafür wird man keine Lösung finden können. Denn entweder zieht sich ein Spiel, dessen Mechanik zehn Minuten trägt, unnötig in die Länge, oder ich ergebe mich dem Schicksal mit einer hübschen Fingerübung.

So interessant die Grundidee auch ist, scheitert sie letztendlich genau an dieser 3-Dimensionalen Form. Zumindest dann, wenn man den Anspruch hat sinnvolle Entscheidungen zu treffen.

Planet

Blue Orange


Autor: Urtis Šulinskas
Dauer: ca. 15 – 25 Minuten
Spieler: 2 – 4
Schwierigkeit: Einsteiger

Anmerkungen

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