Outlive – Pegasus – 2018

Und so sprach der Herr: “Sehet, die Freude ist da. Die Fachhandelsaktionssperre für Outlive ist kurz vor ihrem Ende.” Und alles war gut.

Am 01.08. ist es soweit. Ab dann könnt ihr “Outlive” offiziell im Onlinehandel erwerben. Ja, wir wissen, dass die Pegasus Fachhandelsaktion nicht nur auf Liebe stößt. Wir wissen auch, dass sich nicht jeder Händler an die Sperre gehalten haben wird. Aber eines wissen wir. Habt ihr “Outlive” noch nicht, dann hat sich das Warten für euch gelohnt!


Sein Jahrhundert kann man nicht verändern, aber man kann sich dagegen stellen und glückliche Wirkungen vorbereiten.

(Johann Wolfgang von Goethe)

Die Zukunft, alles ist verstrahlt, die Menschheit nahezu ausgelöscht. Wir kämpfen in diesem Worker-Movement gegeneinander, um Rohstoffe zu sammeln, Ausrüstung zu reparieren und unseren Bunker immer weiter auszubauen. Doch wir müssen auch unsere Überlebenden versorgen und uns um die Strahlung kümmern. Jedoch ist eines sicher, nur, wer am Schluss die meisten Punkte hat, kann gewinnen.

In dieser Galerie findet ihr einen kurzen Ablauf des Spiels:

Lasst uns eine kleine Partie "Outlive" zu zweit spielen.
Das ist unsere Startaufstellung.
Als erstes werden in jeder Runde alle Ressourcenfelder befüllt.
Danach werden die Fundsachen der beiden Städte vorbereitet. Bei 2 Spielern werden immer 4 Gegenstände zufällig aussortiert.
Zusätzlich erhält jede Stadt noch 3 defekte Ausrüstungen.
Dann können wir schon starten.
Der erste Tag beginnt mit diesem Ereignis. Jeder Spieler muss 1 Lebensmittel abwerfen.
Unser Gegner beginnt und aktiviert diesen Überlebenden. Man darf nur liegende (also diese Runde noch nicht aktivierte) Meeple verwenden.
Dieser darf bis zu 2 Orte weit gehen. In diesem Fall geht er in die Militärbasis.
Er hat eine Stärke von 3, heißt, er darf vor Ort 3 Aktionen ausführen. Mit der ersten Aktion geht er in den Sumpf und holt sich die strahlungsabsorbierenden Algen.
Sein Strahlungslevel sinkt sofort um 1.
Für die restlichen 2 Aktionen nimmt er sich 2 Munitionsmarker aus dem Vorrat des Ortes.
Die Munition legt er in seinem Bunker bereit.
Dann sind wir am Zug. Wir aktivieren diesen Überlebenden.
Dieser wandert zum Staudamm.
Wir geben 1 Elektronik ab und nehmen uns dafür 3 Wasser.
Blau ist wieder an der Reihe.
Er geht in den Wald zum Jagen. Das oben liegende Tier hat eine Stärke von 5, genau wie der Überlebende. Der Spieler entscheidet sich jedoch 2 Munitionsmarker abzuwerfen. Dadurch senkt er die Stärke des Tiers um 2. Er muss also nur 3 seiner 5 Aktionspunkte für die Jagd verwenden.
Das Tier wurde zum ersten Mal von unserem Gegner gefangen. Er erhält also Fleisch in Höhe des ersten Zehs (3 Stück).
Die restlichen 2 Aktionspunkte verwendet der Spieler, um 2 Holz mitzunehmen.
Wir sind wieder dran.
Diesen Überlebenden schicken wir in das Schiffswrack. Dort ist zwar ein gegnerischer Meeple, dieser betrifft uns jedoch nicht, da er noch liegt (also nicht aktiv ist).
Wir sind die ersten, die das Schiffswrack besuchen. Dadurch werden wir nun zum neuen Startspieler.
Da unser Überlebender eine Stärke von 4 hat, kommt er auf das zugehörige Feld. Dort erhalten wir 2 Konservendosen und 1 Überlebenden.
Die Konserven kommen in unser Lager, der Überlebende in unsere Luftschleuse.
Nun kommt blau wieder dran.
Er geht zum Vergnügungspark und holt sich 3 Elektronikteile.
Wir starten beim nächsten Zug an der Mine.
Von dort aus besuchen wir die Stadt.
Für die erste Aktion nehmen wir die ausliegende Zugangskarte mit.
Für die restlichen 4 Aktionspunkte ziehen wir Objekte vom Stapel. Durch diese erhalten wir 2 Munition, 1 Elektronik und 1 Konserve.
Die gefundenen Objekte werden offen zu den restlichen gelegt. So hat man immer einen Überblick, was nicht mehr im Stapel vorhanden ist.
Blau ist wieder am Zug.
Er geht zum Schiffswrack. Dort trifft er auf unsere Figur. Die Stärkewerte werden verglichen. Beide sind gleich stark, es passiert nichts.
Für den von ihm eingenommenen Platz auf dem Schiff erhält er 1 Konserve und 1 Überlebenden.
Unser nächster Wanderer startet.
Wir ziehen in den Wald. Dort steht jedoch bereits unser Gegner. Er ist stärker, als wir. Es findet also kein Angriff statt. (Nicht verwirren lassen, die 2 Munitionsmarker müssen nicht ausgegeben werden. Das Bild hat einen leichten Regelfehler).
Für unsere Aktionspunkte nehmen wir uns 3 Holz.
Nun stehen alle Figuren, das heißt, die Runde ist vorbei.
Am Rundenende haben wir alle die Möglichkeit das Ereignis abzuwenden. In diesem Fall würde es 4 Metall und 2 Holz kosten. Wir als Startspieler müssen zuerst entscheiden, aber alle Spieler entscheiden sich dagegen. Das Ereignis bleibt im Spiel und quält uns nächste Runde erneut.
Nun müssen wir unsere Überlebenden Füttern. Für diesen, besetzten Raum müssen wir insgesamt 2 Lebensmittel abgeben. Zum Glück produziert er selbst ein Wasser, das wir dafür verwenden können.
Die Überlebenden in der Luftschleuse brauchen auch 1 Wasser.
Für die Ernährung geben wir insgesamt 2 Wasser und 1 Konserve ab.
Nun wird das Strahlungsniveau kontrolliert. In Runde 1 beträgt es 1.
Je Person in der Luftschleuse wird das Strahlungsniveau um 1 gesenkt.
Da wir die komplette Strahlung abbauen, muss der Marker bei uns nicht bewegt werden.
Im nächsten Schritt kaufen wir uns für 2 Lebensmittel 2 Überlebende.
Diese setzen wir in die Luftschleuse.
Danach dürfen wir neue Räume bauen. Wir entscheiden uns für diesen. Er kostet 3 Werkstoffe (Holz, Metall, Elektronik)
Wir geben 3 Elektronik ab.
Der Raum wird aktiv und wir belegen ihn sofort mit 3 Überlebenden. Dadurch können wir ihn verwenden.
Der Raum erlaubt uns 1 unserer Ausrüstungen zu reparieren. Wir entscheiden uns für die Zugangskarte (ab nun müssen wir am Staudamm keine Elektronik mehr ausgeben, um Wasser zu holen).
Danach reparieren wir den Rucksack für 3 Holz.
Auch er wandert zu den reparierten Ausrüstungsgegenständen. Ab nun erhalten wir im Vergnügungspark mehr Elektronik.

So verläuft das Spiel über insgesamt 6 Runden. Wer zum Schluss die meisten Punkte (über Ereignisse, Überlebende, Räume, passende Ausrüstung, etc.) hat gewinnt.


Wer nicht an die Zukunft denkt, der wird bald große Sorgen haben.

(Konfuzius)

“Outlive” ist mein Spiel. Eine dystopische Zukunft im Fallout Stil. Man baut sich etwas auf, wird immer besser und spürt, wie man vorankommt. Außerdem, die Idee Überlebende als Dämmmaterial gegen Strahlung in der Luftschleuse verwenden… Genau mein Humor.

Durch den Worker-Movement Ansatz muss man gut vorausdenken, was man tut, um sich in keine Sackgasse zu begeben. Gleichzeitig muss man seine Gegner im Auge behalten, um nicht zu spät zu kommen oder plötzlich überfallen zu werden. Das zwingt einen häufig zu Entscheidungen zwischen Pest und Cholera. Entscheidungen, die sich wichtig anfühlen.

Natürlich hat auch “Outlive” seine Ecken und Kanten. Das Gefummel mit den ganzen Markern stört teilweise. Auch, dass die Laufwege nicht alle auf dem Spielplan eingezeichnet wurden ist eher peinlich. Letzteres verwirrt jedoch nur zu Beginn, da die Orte einfach im Kreis herum abgelaufen werden.

Auch, wenn “Outlive” eher grübellastig ist, gehen die Züge schnell von der Hand. Die Downtime ist angenehm kurz. Außerdem fordert es ohne zu überfordern. Keine Sackgassen und dennoch kein Aufholmechanismus. Nicht beliebig, aber voller interessanten Entscheidungen. Ein interessantes Thema, das nicht aufgesetzt wirkt. Kurz gesagt, ich mag es einfach.

Outlive

Pegasus 2018


Autoren: Grégory Oliver
Dauer: ca. 40 – 90 Minuten je Spieler
Spieler: 2 – 4
Schwierigkeit: Fortgeschritten

Anmerkungen

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