Outback – Huch! – 2018

Immer, wenn ich an Australien geschrieben sehe, huscht ein Lächeln über mein Gesicht. Vor langer Zeit hatte ich mal etwas gelesen. Ein vermeintlicher Australischer Tourismusbeauftragter soll dumme Fragen lustig beantwortet haben. Den Wahrheitsgehalt dahinter kann ich nicht beurteilen. Aber eines war es. Unglaublich lustig zu lesen. Seit dieser Zeit sehe ich Koalas mit anderen Augen.

Denn das sind fiese, gefährliche Fallbären, die sich aus den Bäumen auf ihre Opfer stürzen und das Hirn aussaugen. Und dass genau diese Fallbären in “Outback” vorkommen verstärkt das Ganze blöde Geschwätz, welches ich während Spielen habe, natürlich noch. Zum Glück teilt meine Frau den Humor, sonst hätten sie die vielen Testpartien mit mir nicht überstanden.


Wer als Erster geht, sammelt die Schätze ein.

(Australisches Sprichwort)

“Outback” wird gegeneinander gespielt. Jeder erhält eine Auslage, in die er versucht möglichst punkteträchtig Tiere unterzubringen. Dazu wird gewürfelt. Wer dabei die passenden Kombinationen sammeln kann, darf passende Plättchen auslegen und punkten. Doch Vorsicht, wer nichts legen kann, den ereilt die Trockenheit.

Zum Schluss werden alle Punkte zusammengezählt. Der Spieler mit den meisten gewinnt.

In dieser Galerie findet ihr einen kurzen Ablauf des Spiels:

Zu zweit begeben wir uns ins Australische "Outback".
Wir sind Startspieler und werfen alle Würfel.
Ein Blick in die Auslage verrät uns, welche Tiere verfügbar sind.
Wir entscheiden uns das Känguru zu sammeln und legen die Würfel beiseite.
Den Rest werfen wir erneut.
Inzwischen haben wir 6 passende Symbole.
Den letzten, verbleibenden Würfel werfen wir ein letztes Mal und bekommen zum Glück einen Joker.
Wir haben also insgesamt 7 Kängurus, die wir verwenden dürfen.
Dazu nehmen wir das passende Plättchen vom Wagen.
Und legen das Tier in unsere 7er Reihe.
Für das eine gelegte Plättchen erhalten wir 1 Punkt, den wir auf der Leiste vorwärts fahren.
Außerdem bekommen wir diesen Bonus, da wir als erster die 7er Reihe befüllt haben.
Zum Schluss wird die Auslage wieder zufällig aufgefüllt.
Nach 3 Würfen entscheidet sich unser Mitspieler die Symbole so anzuordnen.
Er schnappt sich 2 Geckos vom Wagen und legt beide in die 3er Reihe.
Dafür erhält er insgesamt 2 Punkte.
Im nächsten Zug sieht unser Ergebnis so aus.
Wir platzieren einen Gecko in der 4er und einen Emu in der 3er Reihe.
Macht jeweils 1 Punkt.
In Runde 3 haben wir dieses Ergebnis.
Dafür legen wir einen Koala in die 2er und einen Gecko in die 5er Reihe. Da die komplette Gecko-Fläche nun 2 beträgt, erhalten wir für diesen auch 2 Punkte.
Diese und den 1 Punkt für die Koalas fahren wir vor.
Ganz zum Schluss haben wir das Problem, dass wir keinen passenden Wurf haben, um ein Plättchen zu platzieren. Wir sind gezwungen eine vertrocknete Ebene zu legen.
Damit ist unsere Auslage komplett. Die Runde wird noch abgeschlossen, dann wird gewertet.
Die linke Leiste gibt Punkte für die 3 schlechtesten Tiere. In unserem Fall haben wir 19.
Die oben platzierten Tiere zählen komplett. Macht 8 weitere Punkte.
Dazu kommen die gesammelten Bonusplättchen. Die geben uns weitere 9 Punkte.
Das vertrocknete Plättchen zählt -2 Punkte. So kommen wir zu einem Gesamtergebnis von 34. 
Wer die meisten Punkte hat gewinnt.


Ein guter Hirte schert seine Schafe, aber er zieht ihnen nicht das Fell über die Ohren.

(Australisches Sprichwort)

Der Trip ins “Outback” erinnert ein wenig an “Kniffel” mit Tableau. Man versucht in 3 Würfen die richtigen Kombinationen zu erhalten. Zum Glück ist man hier dann doch um einiges freier in der Auswahl, was man nun erfüllen möchte. Zu der Ähnlichkeit kommen noch der Papp-Jeep und das sich immer mehr füllende Brett, welche den Aufforderungscharakter im Familienspielbereich komplettieren. Der Spieleinstieg bleibt dann auch passend einfach, so dass selbst ungeübte und Kinder gut mithalten können. Sogar bei den Profi-Regeln.

Die Partien selbst schwanken dann zwischen unterhaltsam und ganz nett. Selten kommt richtige Spannung oder Wettbewerbscharakter auf. Das mag daran liegen, dass jeder für sich alleine spielt, oder, dass man eigentlich mit allem in der Auslage etwas anfangen kann. Dementsprechend lohnt es sich ein richtig kompetitives Spiel kaum. Schnappt man einem Gegner ein benötigtes Plättchen weg, schmerzt das im Grunde genommen kaum, da er sowieso alle Tiere voranbringen muss.

Auch für die Punktemarkierungen hätte ich mir etwas Anderes gewünscht, als diese kleinen Tierplättchen. Optisch finde ich sie zwar schön, aber haptisch gesehen hätte es sicherlich bessere Lösungen gegeben.

Aber das ist ein Jammern, wenn man sonst keine richtigen Kritikpunkte findet. Denn durch den oben erwähnten hohen Aufforderungscharakter und den einfachen Einstieg bringe ich sogar meine Mutter dazu eine Partie “Outback” zu spielen. Selbst mir hängt es nach den ganzen Partien nicht zum Hals raus. Im Gegenteil, es landet immer wieder mal auf dem Tisch. Einfach als nette Abwechslung, statt als harter Konkurrenzkampf. Zusammen mit einer Tasse Kaffee perfekt zum herunterkommen.

Outback

Huch! 2018


Autoren: Michael Kiesling
Dauer: ca. 5 – 10 Minuten je Spieler
Spieler: 2 – 4
Schwierigkeit: Einsteiger

Anmerkungen

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