Little Town

 Zu zweit spielbar

- 11.Dez.2019

Wie wird man Bildhauer? Laut einem alten Witz reicht es, wenn man einen Steinblock nimmt und alles wegschlägt, was nicht zur Figur gehört. Bei "Little Town" wurde ähnliches mit den ganzen Worker Placement Spielen gemacht. Ressourcen veredeln? Weg damit! Lange, komplexe Produktionsketten? Wer braucht die schon!

Doch kann man wichtige Elemente tatsächlich entfernen, ohne damit ein vollkommen belangloses Spiel zu kreieren? Wir sagen es euch.

Autor unbekannt

In "Little Town" setzen wir, wie in anderen Worker-Placement Spielen, Arbeiter ein. Stellen wir sie in die Landschaft, werden alle Felder um unseren Arbeiter aktiviert. Dadurch bringen sie entweder Rohstoffe oder wir können Sonderaktionen über Gebäude auslösen. Doch, gehört uns das Gebäude nicht, heißt es eine Nutzungsgebühr an den Eigentümer zu zahlen.

Damit auch bei uns bald die Kasse klingelt, können wir mit unseren gesammelten Rohstoffen Gebäude bauen. Doch nicht immer sind dieselben Gebäude interessant, da sich die Auslage in jeder Partie zufällig zusammensetzt.

Am Ende jeder Runde müssen wir unsere Arbeiter noch ernähren. Dies geschieht mit Getreide oder Wasser. Schaffen wir es nicht, verlieren wir hart erarbeitete Siegpunkte. Diese erwirtschaften wir mit unseren Gebäuden oder Sonderaufgaben, die wir zu Beginn zugelost bekommen haben.

Nach vier Runden ist das Spiel vorbei und es gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten.


Autor unbekannt

Christian meint:

Grundsätzlich macht "Little Town" Spaß. Das minimalistische Design hat dem Spiel nicht geschadet, sondern sorgt dafür, dass nette Knobeleien entstehen. Dabei ist die Interaktion stärker vertreten, als in vielen anderen, größeren Euro-Spielen. Will man Geld auf einfache Art und Weise haben, sollte man auf die Bedürfnisse seiner Gegner achten und passende Gebäude platzieren. Doch auch die Wahl des Standortes ist wichtiger, als man denkt. Schließlich will man seine Mitspieler ja von Orten fernhalten, die man selbst gern und ausgiebig nutzt und gleichzeitig genügend, aber nicht zu viele, Anreize bieten. Diese Entscheidungen fühlen sich wichtig an und man freut sich, wenn der eigene Plan doch mal wieder aufgeht.

Ob es die Aufgabenkarten wirklich gebraucht hätte, steht auf einem anderen Blatt. Natürlich wird man durch sie ein klein wenig angeleitet, jedoch ist die Belohnung so gering - und gleichzeitig die Siegpunktausbeute durch Gebäude so hoch -  dass es sich nicht lohnt sich extra dafür zu verbiegen. Gut, an Siegpunkte zu gelangen ist bei "Little Town" im Allgemeinen nicht allzu schwer. So leicht sogar, dass man von der Komplexität her nicht mal am Kennerspiel-Niveau kratzt. Dennoch wäre es ungerecht zu sagen, dass das Spiel keinen Anspruch hat. Man mag ihn vielleicht auf den ersten Blick nicht sehen, aber dennoch wird ein geübter Spieler immer schneller und besser vorankommen, als jemand, der sich gerade erst in das Spiel einfindet.

Trotzdem lässt sich "Little Town" sehr gut aus dem Bauch heraus spielen, so dass eine Partie sehr flüssig verläuft. Der Spannungsbogen wird hier nicht durch ein unnötig in die Länge gezogenes Spiel gebrochen. Dafür gibt zu wenig Anreize in eine Analyse-Paralyse zu verfallen. Das einzige, was uns regelmäßig bremste, war der Versuch unter künstlichem Licht auf den Plättchen Wasser von Stein zu unterscheiden.

"Little Town" bleibt für mich ein schönes Spiel, das ich gerne zwischendurch hervorhole. Auch, um gerade Leute, die bisher noch nicht mit Worker-Placement in Berührung kamen, in eine Partie einzubinden. Denn gerade hier punktet das einfache Design mit der niedrigen Einstiegshürde.

Das gefiel uns:

  • Viel Interaktion
  • Gut zu erlernen für Worker Placer Neulinge
  • Hübsches Design

Das nicht so:

  • Eigentlich nichts 🙂

Zusammenfassung

Niederschwelliges, gut zu erlerndes Worker Placement Spiel für Zwischendurch das Spass macht.

Spielstil Wertung

9
10

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Written by Christian Renkel
Christian liebt Brett- und Videospiele mehr, als ausreichenden Schlaf. Dabei ist ihm am wichtigsten, dass er in der jeweiligen Welt versinken kann. Egal, ob es die geschickte Mechanik oder die überkochende Emotion ist. So erreicht ihr ihn: Christian@Spielstil.net

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